Für jeden Solo-Unternehmer gibt es früher oder später Situationen, wo kurzfristige neue Einnahmen nötig sind. Hier einige typisierte Beispiele, die mir in meiner Beratungspraxis immer wieder begegnen:

  • Einnahmeausfälle: ein wichtiger Kunde bricht weg oder zahlt verspätet
  • unerwartete Belastungen: Steuernachzahlung, PC-Crash, Autoschaden, Abmahnung u.dgl.
  • private Situationen: eingeschränktes Engagement fürs Business aufgrund von Krankheit/Pflege/Tod der Eltern oder Kinder, eigener gesundheitliche Situation, nebenberuflicher Weiterbildungen
  • Marketing vernachlässigt: Oftmals ist das Engagement für einen Kundenauftrag so hoch, dass das eigene regelmäßige Marketing darüber vernachlässigt wird.
  • Finanzierung weiteren Wachstums: ein verkaufsfähiges Freedom Business aufzubauen, kostet erst einmal mehr Zeit und die weiteren Einnahmen kommen zeitversetzt. Diese Phase muss überbrückt werden.

Was immer im Einzelfall die Gründe sind – das Wichtigste ist, nicht in Panik  zu verfallen. Die folgenden 14 Strategien helfen Ihnen, kühlen Kopf zu bewahren und mit Ruhe und Besonnenheit die Schritte zu tun, die nötig und sinnvoll sind.

Nr.1:  Mit ehemaligen Kunden wieder Kontakt aufnehmen

Schon ein paar Anrufe bei ehemaligen Kunden können zu neuen Aufträgen führen.

Einer meiner Klienten scheute sich erst davor, doch als er die ersten Telefonate geführt hatte, war er begeistert von der positiven Resonanz.

Seine größte Überraschung: Einer seiner Klienten hatte regelrecht darauf gewartet, dass er sich meldete.

Nr. 2:  Ein Folge-Angebot für ehemalige Kunden

Auch wenn Ihre Leistung für den Kunden alle Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen hat, entsteht immer wieder neuer Bedarf.

Überlegen Sie, welche typischen Probleme bei Ihren Kunden nach Ihrer Zusammenarbeit auftauchen, und unterbreiten Sie dafür ein Angebot.

Als Webdesigner beispielsweise können Sie in regelmäßigen Abständen die Website überprüfen und aktualisieren. Viele Website-Betreiber vernachlässigen das und sind froh, wenn ihnen das abgenommen wird. Daraus kann sich sogar eine Abo-Leistung ergeben, die Ihrem Kunden eine dauerhaft gepflegte Website und Ihnen regelmäßige Einnahmen beschert.

Nr. 3: Ein individuelles Angebot für einen ehemaligen Kunden

Während es bei Nr. 2 um typische Themen ging, die viele Ihrer Kunden betreffen, können Sie auch einem einzelnen Kunden ein individuelles Angebot unterbreiten.

Beispiele: eine Standortbestimmung sechs Monate nach Ablauf Ihrer Zusammenarbeit oder ein Vertiefungstraining für ihn selbst oder seine Mitarbeiter.

Nr. 4: Upgrade bestehender Kunden

Wenn Sie verschiedene Varianten Ihrer Leistung anbieten, zum Beispiel eine Mitgliedschaft oder ein Abo-Modell als Bronze-, Silber- und Goldvariante, hat das schon positive Effekte in der ursprünglichen Kaufsituation. Denn ein bestimmter Prozentsatz der Kunden wählt im Zweifel die höherwertige Variante.

Darüber hinaus können Sie bestehenden Kunden ein Upgrade auf eine höherwertige Version offerieren.

Das funktioniert dann besonders gut, wenn Sie neue Leistungsbestandteile hinzufügen, so dass es einen aktuellen Anlass gibt für Ihr Angebot.

Nr. 5: Kontaktpflege mit Interessenten

Nicht jeder Interessent wird sofort Kunde. Vielleicht stimmt das Timing nicht oder das Budget ist nicht vorhanden.

Verlassen Sie sich nicht darauf, dass sich der Interessent von selbst meldet. Vielleicht findet er Ihre Visitenkarte oder Ihr Angebot nicht mehr oder ist noch nicht dazu gekommen, Sie zu kontaktieren. Eine nette Erinnerung an Sie und Ihre Leistungen kann der richtige Anstoß zur richtigen Zeit sein.

Nr. 6: Preise erhöhen

Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Preise erhöht? Die Preiselastizität wird oftmals unterschätzt.

Ein besonders wirkungsvoller Weg besteht darin, Ihren Kunden die Preiserhöhung zum Tag X anzukündigen und ihnen die Gelegenheit zu geben, bis dahin noch zu alten Preisen einzukaufen.

So entsteht eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Diese Methode lässt sich ideal mit der folgenden kombinieren.

Nr. 7: Vorabzahlung

Bei längerfristiger Zusammenarbeit biete ich meinen Kunden die Wahl zwischen monatlichen Teilbeträgen oder einer günstigeren Vorabzahlung. Viele Kunden machen gern Gebrauch von der Vorabzahlung.

Mit Neukunden können Sie das ab sofort einführen.

Darüber hinaus können Sie eine bevorstehende Preiserhöhung für bestehende Kunden  (s. Nr. 6) nutzen, um einen Jahresvertrag, eine Zehnerkarte oder eine Mitgliedschaft/ein Abo-Modell anzubieten mit einem günstigeren Preis für die Vorabzahlung des Gesamtbetrages.

Nr. 8: Besondere Aktion

Lassen Sie sich eine besondere Aktion einfallen. Wie wäre es mit einem speziellen Angebot für die Sommerzeit oder die Herbstferien oder ein thematisches Angebot?

Der Blick auf andere Branchen kann sehr inspirierend sein. Insbesondere Hotellerie und Gastronomie haben hier viel zu bieten, was Sie für Ihr Business adaptieren können: spezielle Angebote für Wochenendgäste, Wildwochen und Angebote zur Spargel- oder Erdbeerzeit, Arrangements für Verliebte oder für Familien, Feiertagsangebote und mehr.

Nr. 9: „Pakete“

Ähnlich wie besondere Aktionen funktionieren „Pakete“. Dabei können Sie verschiedene Kombinationsmöglichkeiten nutzen:

  • Service + Produkt: zum Beispiel EDV-Service + Buch, eBook, CD oder DVD
  • Service + Service: zum Beispiel EDV-Einführung + weitergehende Schulung
  • Produkt + Service: zum Beispiel Drucker + Wartungsvertrag
  • Produkt + Produkt: zum Beispiel Drucker + Zusatzpatrone

Nr. 10: Zahlungen von Kunden für Ihre Produktentwicklung

Sie brauchen kein fix und fertiges Produkt zu haben, damit Kunden dafür zahlen. Ich selbst habe sehr positive Erfahrungen mit Beta-Tests, in denen ich neue Coaching-Programme teste.

Die Teilnehmer daran sind in der Regel sehr begeistert bei der Sache. Sie kommen in ihrer eigenen unternehmerischen Praxis weiter, und das bei einem besonders günstigen Preis, und haben Freude daran, mir Feedbacks und Verbesserungsideen zu liefern.

Für mich selbst hat das darüber hinaus den Vorteil, dass ich bei der Einführung eines neuen Coaching-Programms schon weiß, dass es funktioniert, und idealerweise bereits erste Testimonials (Referenzen) habe.

Das funktioniert auch in anderen Branchen. Für den Kulturbetrieb hat Dirk von Gehlen mit Eine neue Version ist erschienen, den Beweis angetreten, dass Kulturliebende bereit sind, auch schon für den Entstehungsprozess zu zahlen.

Das Buch Business Model Generation von Alexander Osterwalder und Yves Pigneur ist ein weiteres spannendes Beispiel. An diesem Buch haben 470 Personen aus 45 Ländern mitgewirkt und dafür bezahlt, dass sie mitwirken durften.

Nr. 11: Partnerprogramme/Affiliate-Programme

Falls Sie kein eigenes Produkt haben, muss das kein Hindernis sein. Welche Anbieter gibt es in Ihrem Umfeld, die Partnerprogramme anbieten, oft auch als Affiliate-Programme bezeichnet?

Denken Sie zum Beispiel an Anbieter von Coaching-Programmen und Selbstlernkursen, die Sie oder Kollegen von Ihnen bereits erfolgreich absolviert haben.

Oder an Tools, die Sie selbst mit Begeisterung nutzen.

Bei Digistore24 finden Sie eine Reihe von Partnerprogrammen/Affiliateprogrammen.

Auch ich biete schon sehr bald ein Partnerprogramm. Sprechen Sie mich gern jetzt schon an.

Nr. 12: Einen Sponsor finden

Vor einigen Jahren überraschte mich eine Klientin mit der Nachricht, dass sie für die Übergangszeit von einer Sponsorin unterstützt würde.

Es war eine Dame, die ihre Arbeit kannte und davon sehr angetan war. Sie stellte ihr monatlich für einen bestimmten Zeitraum einen bestimmten Betrag zur Verfügung.

Andere Möglichkeiten können sein, zum Beispiel kostenlos ein Büro oder einen Seminarraum zu nutzen, sich die Kosten für Hilfskräfte zu teilen und anderes, das zur finanziellen Entlastung führt.

Nr. 13: Ein privates Darlehen

Unter Umständen kommt auch ein privates Darlehen in Betracht. Vielleicht gibt es jemanden im Familien- oder Freundeskreis, der Sie gern unterstützt, wenn Sie Ihr Business auf die nächste Stufe bringen.

Wenn Sie Ihre privaten Beziehungen nicht mit geschäftliche Dingen belasten möchten, kann Crowdfunding eine Alternative sein. Crowdfunding ist ein moderner Weg der Finanzierung über das Internet durch private Geldgeber.

Speziell an Kreative richtet sich die Plattform Startnext.

Zahlreiche weitere Crowdfunding-Plattformen finden Sie in dieser Übersicht zu Crowdfunding-Plattformen.

Allerdings braucht die Vorbereitung einer Crowdfunding-Kampagne eine gewisse Zeit. Sie ist daher eher für die Finanzierung neuer Projekte geeignet als für schnelle Einnahmen.

Nr. 14: Verkauf ungenutzter Gegenstände oder Vermietung von Räumlichkeiten

Auch der Verkauf ungenutzter Gegenstände kann neue Einnahmen bringen. Was haben Sie im Büro oder in Haus/Wohnung, was Sie nie nutzen und das sich zu Geld machen ließe?

Haben Sie in Ihrem Büro oder Ihrer Praxis Räume, die Sie nicht ständig nutzen und ganz, tage- oder stundenweise vermieten könnten?

Viele Selbstständige können, gerade in der Anfangszeit, noch keine komplette Praxis finanzieren und sind froh über einen Raum, den sie zeitweise für Besprechungen, Behandlungen, Seminare nutzen können.

Auch private Räumlichkeiten können sich zur Untervermietung eignen.

Nr. 15: Kostenreduzierung

Der Vollständigkeit halber soll auch dieser Punkt erwähnt werden, auch wenn er nicht zur Einnahmensteigerung führt. Doch Kostenreduzierungen können ebenso wirksam sein.

Was ist mit Mitgliedschaften, Abonnements, regelmäßigen Restaurant- oder Boutique-Besuchen und sonstigen Ausgaben, die Sie für eine Übergangszeit kappen könnten?

Denken Sie auch an die vielen kleinen Tools, die Sie nutzen. Auch wenn die Einzelbeträge gering sind, können sie sich im Laufe eines Monats oder gar Jahres summieren.

Wichtig dabei ist, nicht übers Ziel hinauszuschießen. Manche Ausgaben sind Investitionen, die Ihnen mehr Geld bringen, auch wenn sie erst einmal etwas kosten.

Natürlich ist diese Aufstellung noch nicht abschließend. Doch ich hoffe, sie hilft, möglicherweise bestehende Denkblockaden zu lösen und kreative Ideen zu produzieren. Welche Ideen und Erfahrungen haben Sie noch?

Ich bin Monika Birkner und unterstütze vielseitige Solopreneure, gerade wegen ihrer Vielfalt erfolgreich zu sein und ein Business zu schaffen, das größer ist als sie selbst.

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