Meine Business-Planung: 15 Jahre, 90 Tage und die Rolle der Intuition

Eine spannende Blogparade hat Eva Laspas ausgerufen: „Zu Tode geplant? – Planung ja oder nein?“. Mit diesem Beitrag nehme ich daran teil.

Um es vorweg  zu sagen:  Ich plane viel und gerne.  Und ich nehme mir jederzeit die Freiheit, meine Planung zu ignorieren und etwas ganz anderes zu tun als beabsichtigt.

Beides verträgt sich bestens miteinander.

Mein Business als Riesenprojekt – nach 15 Jahren ist jetzt die Halbzeit erreicht

Ich sehe mein Business als ein Riesenprojekt. Am Ende soll ein bestimmtes Ergebnis stehen. Das kann ich  nur erreichen, wenn ich auf dem Weg dorthin plane, welche Meilensteine ich in welcher Reihenfolge erreichen und wie ich meine Kräfte klug einsetze.

Dieses Jahr ist mein Business 15 Jahre geworden. Das betrachte ich als Halbzeit.

Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, was ich in den nächsten 15 Jahren erreichen will und wie ich dorthin komme. Unter anderem gehörten dazu Überlegungen zu meinem Lebensstil. Ein Ergebnis davon ist, dass ich im Sommer mit CrossFit begonnen habe, der angeblich härtesten Sportart der Welt. Denn um meine Vision zu verwirklichen, will und muss ich fit sein.

Darüber hinaus habe ich meine Business-Projekte konkretisiert und arbeite gerade sehr intensiv an einem, das demnächst das Licht der Welt erblicken wird.

Die Vision für die nächsten 15 Jahre 

Meine Vision für die nächsten 15 Jahre ist, meine Erfahrungen der letzten 15 Jahre und alles, was ich noch neu lerne, in ein umfassendes, integriertes System gebracht zu haben, das es jedem Solopreneur ermöglicht, seine glanzvolle Success Story zu schreiben.

Das Besondere daran ist, dass einerseits jeder auf seinem eigenen Weg, in seinem eigenen Stil und seinem eigenen Tempo vorankommt und dennoch alles an Struktur, Systematik und Support erhält, was er braucht, ohne dadurch eingeengt zu werden.

Klingt ein bisschen wie die Quadratur des Kreises? Ist es aber nicht. Dieses Jahr bin ich damit wieder ein gewaltiges Stück vorangekommen und demnächst wird das auch nach außen noch deutlicher.

Ich sehe Solo-Unternehmer als wichtige Kräfte  in unserer Wirtschaft und Gesellschaft und möchte dazu beitragen, dass jeder Einzelne alle Voraussetzungen hat, seine Visionen zu verwirklichen und dabei ein höchst erfolgreiches und letztlich verkaufsfähiges Business zu schaffen.

Und auch mein eigenes Unternehmen will ich dadurch verkaufsfähig machen.

…und warum dazu auch ein 15-Jahres-Plan gehört 

Meine Vision verwirklicht sich nicht von allein.

Sie verwirklicht sich nicht, wenn ich lediglich spontanen Launen folge oder  unreflektiert auf externe Impulse reagiere.

Sondern sie verwirklicht sich nur, wenn ich sehr bewusst entscheide, was ich in welcher Reihenfolge und wie tun will und wie ich meine Ressourcen dafür einsetze.

Der 15-Jahre-Horizont mag lang erscheinen.  Doch ich habe gemerkt, dass er mir noch einmal andere Perspektiven eröffnet als lediglich eine Jahresplanung.

Mittelfrist-Planung und 90-Tage-Meilensteine

Natürlich ist meine 15-Jahre-Planung an vielen Stellen eher vage, mehr im Sinne einer Orientierung als im Sinne einer konkreten Planung.

Das gilt auch für meine Jahresplanung. Denn 12 Monate sind für mich ein viel zu langer Zeitraum, um ihn detailliert zu planen.

Mein idealer Zeitraum sind 90 Tage. Die Inspiration dazu kam durch das Buch The 12WeekYear von Brian P. Moran, über das im Beitrag Wie ich mich organisiere bereits einmal geschrieben hatte. Die 90 Tage sind übrigens nicht zwingend an ein Quartal gebunden, sondern sie können jederzeit beginnen.

Innerhalb eines 90-Tages-Zeitraumes zwinge ich mich, mich auf nicht mehr als drei größere Projekte zu fokussieren. Das fällt mir nicht leicht. Lieber würde ich alles gleichzeitig angehen. Doch die Fokussierung führt zu schnelleren und besseren Ergebnissen als die Verzettelung.

Auch für die 90 Tage plane ich wieder die einzelnen Meilensteine und durchaus mit unterschiedlichem Detaillierungsgrad. Die Wegstrecke bis zum ersten Meilenstein gehe ich sehr detailliert an, der Rest wird später konkretisiert. Mein Lieblings-Tool dafür ist meine Swift-to-Do-List.

Was der Ritt auf dem Elefanten damit zu tun hat

Chip und Dan Heath: SwitchIm Laufe meines Berufslebens habe ich mit vielen Methoden experimentiert. Ich habe festgestellt, dass die sehr detaillierte Planung der nächsten Schritte für mich essenziell ist.

Eine überraschende Erklärung fand ich im Nachhinein vor ein paar Jahren in dem Buch Switch von Dan und Chip Heath. Dieses Buch handelt von Veränderung und wie Veränderung gelingt.

Die beiden Autoren benutzen das Bild eines Reiters, der auf einem Elefanten reitet. Sich das bildlich vorzustellen, ist dabei sehr hilfreich: Ein kleiner Mensch auf einem großen Elefanten. Der kleine Mensch möchte ein Ziel erreichen. Der große Elefant steht für Emotionen. Der Elefant lässt sich gern ablenken. Hier ein paar frische Zweige. Dort eine Elefantenherde. Oder was einem Elefanten sonst noch so durch den Kopf gehen mag.

Wenn man sich das bildlich vorstellt, wird klar, dass der kleine Reiter wenig Chancen hat, sich gegenüber dem Elefanten durchzusetzen.

Was tun? Nun, die Autoren nennen eine Reihe von „Tricks“, wie man den Elefanten dahin bringt, dem Willen des Reiters zu folgen, statt eigenmächtig zu tun, worauf er gerade Lust hat.

Einer der Tricks besteht darin, dem Elefanten den Weg zu bahnen.

Genau das geschieht durch die detaillierte Planung. Ich kommuniziere damit meinen Elefanten, wo es lang geht. Damit reduziert sich die Versuchung, irgendetwas anderes zu tun.

Warum ich meine Planung immer wieder  ignoriere 

Das Bisherige klingt nach einem Loblied der Planung, oder?

Doch tatsächlich halte ich mich nur in Maßen an meine Planung. Es gibt viele Tage, an denen ich zwar meine Planung schriftlich vor mir habe und dennoch etwas anderes tue.

Prokrastination? Verzettelung? Mangel an Disziplin?

Ich will nicht leugnen, dass mir diese Phänomene nicht fremd sind und auch immer mal wieder vorkommen.

Doch der Hauptgrund dafür, meine Planung zu ignorieren, ist ein anderer.

Es geht um Freiheit

Freiheit im Business, vom Business und durch das Business – das ist der Dreiklang, den ich anstrebe, für meine Kunden wie mich selbst (mehr dazu in diesem Artikel).

Freiheit im Business bedeutet für mich, mein Business im Einklang mit mir selbst zu führen. Von innen heraus, geleitet durch mein inneres Wissen und meine Intuition und im Kontakt mit dem Leben.

Planung spielt dabei eine wichtige Rolle. Doch Planung beruht zu einem großen Teil auf den begrenzten Kapazitäten meines Intellekts. Mich allein darauf zu verlassen, wäre dumm. Denn immer wieder habe ich erlebt, dass das Leben seine eigenen Pläne hat und diese sich nur zu einem Teil mit meinen decken. Je besser ich mich damit verbinde, desto besser fahre ich. Das hat sich in unzähligen Situationen bestätigt.

Und weil das so ist, habe ich mich auch von so genannten  „Dead“-lines“ verabschiedet. Sondern ich sehe meine Projekte wie Babys. Sie kommen dann zur Welt, wenn die Zeit reif ist.

Wie gehen Sie mit Planung um? Antworten Sie gern hier im Kommentarfeld. Oder nehmen Sie mit einem eigenen Beitrag an der Blogparade von Eva Laspas teil.

Planung im Business ist ein Vehikel für Freiheit Klick um zu Tweeten Viel und gerne planen und sich dann nicht daran halten: wie passt das zusammen? Klick um zu Tweeten 15 Jahre, 90 Tage und Intuition des Augenblicks - Beitrag zur #Blogparade von @eva_laspas Klick um zu Tweeten

Der Beitrag erschien ursprünglich am 29.11.2016. Letzte Aktualisierung am 26.04.2017.

Bildnachweis:

Titelbild: Pixabay

Buchcover: Random House Business

 

 

 

Danke fürs Teilen:-)
Monika Birkner
 

Monika Birkner ist Strategie-Coach für Solopreneure. Am liebsten arbeitet sie mit Freigeistern und Pionieren, die ihrem eigenen Weg folgen wollen, aber mit Strategie und System. Ihr großes Ziel ist, dass möglichst viele Solopreneure ein verkaufsfähiges Business schaffen. Dazu bietet sie 1:1-Coaching, Membership-Programme und Online-Kurse. Mehr auf der Seite: https://MonikaBirknerFreedomBusiness.de

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Rückblick 2016 / Ausblick 2017: mein Membership-Programm › Monika Birkner - 9. Februar 2017

[…] die nächsten 15 Jahre ausgerichtet. Über meine Ziele für die nächsten 15 Jahre hatte ich bereits hier geschrieben. Der nächste wichtige Meilenstein dafür wird der Start meines Membership-Programms […]

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Ulrike Pilz-Kusch - 28. Dezember 2016

Danke liebe Monika,
mir gefällt die Verbindung von Planung – einer großer Vision des Business, 30-Tage- und detaillierter Planung, die stark durch den Intellekt geprägt wird – und im Kontakt mit dem ganz konkreten Leben und dem inneren Erleben zu sein und der inneren Weisheit und Intuition zu folgen, die unsere Pläne korrigieren und fein justieren, damit sie im Einklang mit uns sind. UND: ich denke und plane auch mit dem Inneren, mit Focusing – einer wunderbaren Methode, um die gesamte Intelligenz unseres Organismus „anzuzapfen“ und stimmige Visionen, Ziele und nächste konkrete Schritte aus dem Inneren kommen zu lassen 😉 Dazu biete ich auch einen Workshop am 7.1. an 😉

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    Monika Birkner - 28. Dezember 2016

    Liebe Ulrike,
    danke schön für deinen Kommentar. Ja, ich denke auch, dass deine Focusing-Methode gut geeignet ist, die innere Weisheit „anzuzapfen“. In der wechselhaften Welt heutzutage finde ich immer wichtiger, Zugang dazu zu haben bzw. ihn sich zu bahnen.

    Reply
Beatrix Andree - 1. Dezember 2016

Hallo liebe Monika,
mit diesem Beitrag triffst du den Nagel auf den Kopf: unsere Visionen verwirklichen sich nicht von alleine, wir müssen schon planen, damit sie Realität werden und frei genug um unerwartete Wege zu beschreiten.
Womit du mir jedoch wirklich aus der Seele gesprochen hast, ist der Satz, dass Solopreneure wichtige Kräfte unserer Wirtschaft sind …. und damit jede/r Einzelne es verdient unterstützt zu werden. Das ist auch meine Vision und die möchte ich mit einem Zitat von Günter Faltin, FU Berlin, Entrepreneurship untermauern:
„Nichts ist befriedigender, als etwas zu tun, was man gerne tut, was man sich immer gewünscht hat, was den eigenen Werten und Wünschen, den eigenen Neigungen und Talenten entspricht und was obendrein hohen materiellen und immateriellen Nutzen stiftet.“
Vielen Dank für deinen inspirierenden Beitrag.
Beste Grüße aus München, Beatrix

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    Monika Birkner - 1. Dezember 2016

    Liebe Beatrix,

    ein tolles Zitat. Kann ich voll und ganz unterschreiben. Es ist befriedigend und wertvoll für den Einzelnen und inspirierend für andere. Danke fürs Teilen.

    Herzlich Grüße
    Monika

    Reply
Christian von Kessel - 1. Dezember 2016

Liebe Frau Birkner,

danke für Ihren anregenden Artikel.

Für mich bedeutet Freiheit, wenn möglichst viele meiner Vorhaben auf Anhieb gelingen. Dazu glaube ich an möglichst gute Arbeitsvorbereitung, und zwar mental und praktisch.

Zur praktischen Vorbereitung gehört die rationale Analyse meiner Ziele und geeigneter Srategien und ein flexibler schriftlicher Plan.

Die mentale Vorbereitung passiert dann durch visuelle und emotionale Einstimmung auf meine Ziele.
Das wichtigste dabei ist mir die logische Struktur der Ziele und Strategien.

Ich vertraue darauf, dass die gute Vorbereitung den Zeitbedarf auf jeden Fall drastisch verkürzt.

Ein starrer zeitlicher Rahmen ist für viele Menschen der Punkt an dem sie in Stress geraten und die Planung manchmal ganz über Bord werfen, weil sie sich unrealistische Termine gesetzt haben und dann Frust erleben, wenn sie die nicht pünktlich erreichen.

Flexibilität bei der Planung bedeutet, dass ich den Plan anpassen kann und muss, wenn unvorhergesehene Störfaktoren auftreten und mein Vorgehen entsprechend angepasst werden muss.

Freiheit verstehe ich also niemals als „Freiheit von der Planung“, sondern als die Offenheit gegenüber der jeweils besseren Lösung.

Beste Grüße aus Kochel am See,

Christian von Kessel

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    Monika Birkner - 1. Dezember 2016

    Lieber Herr von Kessel,

    danke schön für Ihren Kommentar. „Freiheit“ als die Offenheit gegenüber der besseren Lösung finde ich eine sehr interessante Definition. Die darüber hinaus viel Sinn macht im Gesamtkontext Ihres Vorgehens.

    Gute Arbeitsvorbereitung wird oft unterschätzt, ist mein Eindruck. Dabei ist sie in vielen Bereichen eine Selbstverständlichkeit: in den Industriebetrieben, in denen ich während meiner Managementzeit gearbeitet habe, bei Handwerkern, bei Küchenchefs und sicher noch an vielen anderen Stellen. Sie sollte überall eine Selbstverständlichkeit sein. Denn dann kann man sich viel Frust im Nachhinein ersparen.

    Reply
Eva Laspas - 30. November 2016

Liebe Frau Birkner, liebe Monika,
ganz herzlichen Dank, dass du (Sie) bei meiner Blogparade teilgenommen – und dazu noch einen weiteren sehr interessanten Aspekt eingebracht haben. 15 Jahre planen! Wui. Also ich bein auch so eine „in die länge Planerin“ – allerdings eher mehr gefühlsmäßig als auf dem Papier.
Meine Projekte stehen als bestimmtes Gefühl einer bestimmten Größe in einem eher unbestimmten zeitlichen Raum. Rückblickend sind es eher 4er Zyklen, bzw. nach 12 noch ein Jahr dranhängen zum Verkauf … 😉
Danke für diesen Aspekt!
Was bei allen gleich scheint, die im Moment schon einen Beitrag geschrieben haben – Planung bringt Freiheit. Das ist sehr interessant.
lg aus Wien

Eva Laspas

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    Monika Birkner - 1. Dezember 2016

    Liebe Eva,
    danke schön für den Kommentar und auch noch einmal nachträglich für die Idee dieser Blogparade. Ich finde das ein sehr spannendes Thema und finde auch spannend die unterschiedlichen Sicht- und Herangehensweisen. Ich denke, ohne einen etwas längeren Zeithorizont, wie klar oder auch eher vage dieser definiert sein mag, kann man kaum ein Business eröffnen. Denn der berühmte Erfolg über Nacht dauert in der Regel doch ein paar Jährchen:-).

    Die Verbindung von Planung und Freiheit ist in der Tat interessant. Mal sehen, ob sich das bei weiteren Beiträgen fortsetzt:-).

    Reply
Torsten Schrimper - 29. November 2016

Vielen Dank für den guten Artikel zum Thema Planung, Frau Birkner. Ich persönlich finde Planung sehr wichtig. Und beziehe auch gerne die unternehmerischen Zahlen da mit ein. Also die Umsatzplanung, Kostenplanung, Planung der anfallenden Steuern, des Privatbedarfs, der Tilgungen, Planung des Kapitalbedarfs, der Finanzierung und ganz wichtig die Planung der Liquidität. Das aber nicht für 15 Jahre, dafür jedoch monatlich für einen Zeitraum von 5 Jahren. Denn so habe ich meine Zahlen im Griff und vermeide durch rechtzeitiges Handeln eine mögliche Krise.

Weiterhin viel Erfolg und beste Grüße aus Essen

Torsten

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    Monika Birkner - 29. November 2016

    Lieber Herr Schrimper,

    danke für Ihren Kommentar. Die unternehmerischen Zahlen dürfen natürlich nicht außen vor bleiben. Ich wollte hier nur meinen Prozess darstellen und habe die Inhalte daher ausgespart.

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