Checkliste für Ihr Risikomanagement als Solo-Unternehmer

Samstagmorgen. Der PC startet nicht. Das zweite Mal innerhalb von  zwei Wochen.

Mittlerweile läuft er wieder. Doch das Ganze hat viel Zeit und Nerven gekostet.

Nun bin ich jemand, die jeder Situation auch ihre guten Seiten abgewinnen kann. Von daher habe ich in verschiedener Weise von den Erfahrungen profitiert.

Zu den positiven Ergebnissen gehört die folgende Checkliste, die ich an dieser Stelle gern teile.

Nützliche Checkliste für das Risikomanagement von Solo-Unternehmern Klick um zu Tweeten

Sie soll Sie sensibilisieren für Risiken, die Sie speziell als Solo-Unternehmer haben. Technische Risiken sind nur ein Teil davon. Es gibt noch etliche andere Risiken.

Was Sie dann aus Ihre Erkenntnissen machen, ist Ihre Sache.

Meine eigene Erkenntnis ist: Risikomanagement ist ein notwendiger Bestandteil auf dem Weg zum Freedom Business. Risikomanagement bedeutet, mein Business (und mich selbst) wichtig genug zu nehmen, um es gegen vermeidbare Risiken abzusichern.

In großen Unternehmen spricht man von Business Continuity Management. Gemeint ist damit, dass das Business im Falle eines Falles weiter laufen kann.

Für uns Solo-Unternehmer ist das genauso wichtig.

Auch für Solo-Unternehmer wichtig: Business Continuity Management Klick um zu Tweeten

Und auch im Falle eines Verkaufs dürfte vorhandenes Risikomanagement positiv ins Gewicht fallen. Denn es sichert auch den Erwerber ab. Und das ist ja, was er wünscht. Er möchte möglichst hohe Sicherheit, dass das Business weiterhin ertragreich ist.

Am besten nutzen Sie die folgende Checkliste als ersten Anhaltspunkt, um Ihr Bewusstsein für mögliche Risiken zu schärfen. Vielleicht gibt es in Ihrem Business noch andere Risiken als die erwähnten.

Idealerweise wandeln Sie dann die Schwachpunkte in Projekte um und arbeiten Sie Stück für Stück ab. Und nun los!

  1. Wie sind Sie gewappnet gegen Ausfall Ihrer Hardware?

Beispiele:

  • PC-Crash
  • Laptop wird gestohlen
  • Mobiltelefon geht verloren

Können Sie nahtlos mit anderer Hardware weiter machen? Wie sind Ihre Geräte synchronisiert? Welchen Schaden könnte jemand anrichten, der unbefugt Zugriff auf Ihre Hardware erhält?

  1. Wie gut sind Sie vorbereitet auf Datenverlust?

Beispiele:

  • Datenverlust in Zusammenhang mit Ausfall oder Beschädigung der Hardware
  • Datenverlust durch Softwarefehler oder Anwendungsfehler
  • Datenverlust wegen unzureichender Datensicherung

Auf welche Weise und wie oft sichern Sie Ihre Daten, vor allem sensible Daten? Wie weitreichend und zuverlässig ist der Schutz, den Sie dadurch genießen? Wie einfach lassen sich die Daten im Falle eines Schadens wieder herstellen?

  1. Wie sind Sie für das Risiko eines Angriffs von außen gerüstet?

Beispiele:

  • Ihr WordPress-Blog oder Ihr Online-Shop wird gehackt
  • Virenbefall Ihres PC
  • Einbruch in Ihr Büro

Welche vorbeugenden Sicherheitsmaßnahmen haben Sie getroffen? Sind alle Ihre Maßnahmen, zum Beispiel Antivirenprogramm, auf dem aktuellsten Stand? Wie schnell und nahtlos könnten Sie nach einem Angriff weiter arbeiten?

  1. Wie ist die Risikostreuung auf der Kundenseite?

Beispiele:

  • Ein großer Firmenkunde wird verkauft und beauftragt Sie nicht länger
  • Bei einem wichtigen Kunden gibt es personelle Veränderungen und die neuen Verantwortlichen bringen ihre eigenen Berater, Trainer, Coaches herein
  • Ein wichtiger Kunde wird zahlungsunfähig oder zahlt verspätet

Wie empfindlich würde sich so eine Situation auf Ihren eigenen Umsatz und Gewinn auswirken sowie auf Partner, Freelancer, Mitarbeiter? Wie schnell könnten Sie den Ausfall kompensieren? Wie lange könnten Sie den Ausfall auch ohne neue Einnahmen finanziell überbrücken?

  1. Welche Risiken bestehen auf Dienstleisterseite?

Beispiele:

  • Sie haben vitale Funktionen an einen anderen Solo-Unternehmer ausgelagert und dieser ist in Urlaub, wird krank oder stirbt
  • Ihr Dienstleister verfügt über wichtige Daten oder Rechte, zum Beispiel in Bezug auf Ihre Website, und Sie selbst haben darauf keinen Zugriff
  • Ihr Dienstleister ist nicht zuverlässig

Wären Sie in der Lage, beim Ausfall Ihres Dienstleisters die nötigen Funktionen selbst zu übernehmen? Könnten Sie ohne Weiteres einen anderen Dienstleister mit der Fortführung beauftragen? Wie gut sind die Prozesse und Daten dokumentiert?

  1. Wie risikobehaftet ist Ihr Marketing?

Beispiele:

  • Sie haben Ihre Aufträge in der Vergangenheit aufgrund von Empfehlungen erhalten und Ihr wichtigster Empfehlungsgeber bricht weg
  • Sie nutzen ausschließlich einen einzigen Social Media Kanal und dieser verliert an Bedeutung, ändert seine Richtlinien oder Ihr Konto dort wird gesperrt
  • Sie haben keine eigene E-Mailliste

Auf wie vielen „Füßen“ steht Ihr Marketing? Wie würde sich der Wegfall Ihrer bisher dominanten Marketingmethode auf Ihre weitere Kundengewinnung auswirken? Wie ist überhaupt Ihre innere Einstellung zu Marketing?

  1. Wie steht es um finanzielle Risiken?

Beispiele:

  • Zahlungsprobleme eines Kunden
  • unerwartete Ausgaben größeren Ausmaßes
  • Stornierung eines Auftrages / Rückerstattung in größerem Ausmaß bei Online-Geschäften

Haben Sie eine Liquiditätsplanung? Wie lange könnten Sie unerwartete finanzielle Belastungen überbrücken? Wie schnell könnten Sie neue Einnahmen generieren?

  1. Was passiert, wenn Sie selbst ausfallen?

Beispiele:

  • eigene Krankheit
  • Betreuung von kranken oder pflegebedürftigen Eltern
  • Wunsch oder Notwendigkeit einer Auszeit

Würde Ihr Business auch ohne Sie Einnahmen generieren? Gibt es eine Vertretungsregelung und wie gut würde sich ein Vertreter zurechtfinden? Wie gut sind Ihre Prozesse dokumentiert?

Wenn Sie Ihr Solo-Business ernst nehmen, gehört Risikomanagement dazu. Nützliche Checkliste Klick um zu Tweeten

Ich will mit alledem nicht den Teufel an die Wand malen. Doch alle erwähnten Beispiele sind aus dem Leben gegriffen. Einige habe ich  selbst erlebt. Andere wurden mir von Klienten berichtet.

Wenn Sie Ihr Business ernst nehmen, gehört Risikomanagement mit dazu.

Wie Sie die Risiken einschätzen, ist Ihre Sache. Man kann sich nicht gegen alles absichern. Und manche Maßnahmen mögen sich nicht sofort umsetzen lassen.

Doch die bewusste Auseinandersetzung mit diesen Themen ist aus meiner Sicht Teil der Arbeit „am“ Unternehmen und ein wichtiger Schritt zur weiteren Professionalisierung.

Was haben Sie schon erlebt und daraus gelernt? Welche Lösungen nutzen Sie?

Bildnachweis:

Beitragsbild: Pixabay

Danke fürs Teilen:-)
Monika Birkner
 

Ich unterstütze Solo-Unternehmer, ihre Einzigartigkeit wertzuschätzen und damit ein erfolgreiches, verkaufsfähiges Business zu kreieren. Wenn Sie eine ganzheitlich-systematische Arbeitsweise lieben - ob im Rahmen von Coaching-Programmen oder 1:1-Zusammenarbeit - und bereit sind für echte Durchbrüche im Denken, Handeln und in den Ergebnissen, ist eine Discovery Session mit mir ein guter nächster Schritt. Mehr dazu auf meiner Seite "Angebote".

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Stefanie - 22. März 2016

Danke für die Tipps. Risikomanagement sollte man sich immer wieder ins Gedächnis rufen.

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Mathias - 15. Januar 2016

Wow! Das sind echt klasse Tipps.
Du bist das Thema sehr vielseitig angegangen. Das gefällt mir!
Jetzt habe ich wieder ein paar neue Aufgaben für meine Todo-Liste.
Danke!

Reply
    Monika Birkner - 15. Januar 2016

    Danke schön für den Kommentar @Mathias. Und gutes Vorankommen bei der Umsetzung. Vielleicht lässt sich ja das eine oder andere automatisieren:-)

    Reply
Wie ich mich organisiere: Mindset, Tools und weitere Ressourcen › Monika Birkner - 21. November 2015

[…] geworden, wie wichtig zuverlässige Backups sind, und zwar in jeglicher Hinsicht. Denn ein Teil des Risikomanagements besteht darin, Probleme im Vorfeld zu vermeiden. Doch wenn sie eintreten, soll möglichst schnell […]

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RA Pabst - 6. November 2015

Toller Beitrag! Hatte hierzu vor einiger Zeit auch was gebloggt. http://pabstblog.de/2013/07/haben-sie-schon-einen-notfallplan-fur-ihre-anwaltskanzlei/ Etwas anderer Fokus, aber beide Artikel ergänzen sich prima.
Viele Grüße
A. Pabst

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    Monika Birkner - 6. November 2015

    Hallo Herr Pabst, danke schön für Ihren Kommentar und Ihren tollen Beitrag. Ich denke auch, dass sich beides gut ergänzt und dass Ihr Artikel für viele Branchen anwendbar ist.

    Reply
Jörg Hohlfeld - 25. Oktober 2015

Liebe Frau Birkner,

wie immer ein wertvoller Bericht mit ganz besonders wichtigen Aussagen-vielen Dank dafür!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich jeden dieser erwähnten Punkte für besonders nützlich halte, weil erst durch die Beantwortung Ihrer erwähnten Fragen die eigenen Lücken bzw. Risiken bewusst werden. Die andere Bewusstwerdung tritt ein, wenn Sie z.B. keine Sicherung Ihrer Daten haben und Ihr Laptop plötzlich nicht mehr will etc. Spätestens dann wird jeder merken, dass es einer der nötigsten Aufgaben ist regelmäßig alle seine Daten zu sichern. Vor allem auch darauf zu achten, dass mails auf dem Server liegen statt lokal, um Verluste des eigenen Umsatzes zu vermeiden, oder zumindest regelmäßig zu sichern auf einer externen Festplatte, in der Cloud o.ä.

Wie aktuell und gut sind die Handy-Infos gesichert, vor allem alle Ihre Kontakte? Hier gibt es ja, neben der Sicherung des Handy-Inhaltes, auch Apps, die Kontakte in eine csv-Datei speichern, die Sie sich dann z.B. als email senden können. So sind zur Not alle Kontakte sofort wieder griffbereit.

Empfehlenswert finde ich persönlich auch immer, dass ich mehrere Standbeine habe, um bei Einbrüchen (Großkunde fällt weg, zahlt nicht etc., ) halbwegs abgesichert zu sein. D.h. entweder mit einem online-Business, passiven Einnahmequellen, zusätzlichen Kooperationen (in denen zur Not bei Ausfall ein anderer Coach oder Trainer mal einspringen kann), mehreren Dienstleistungsangeboten und unterschiedlichen Zielgruppen, parallel ausreichend Akquise usw.

In Summe ein Beitrag von Ihnen aus der Praxis für die Praxis, den ich besonders Gründer, Coaches, Berater & Trainer und allen Selbständigen empfehlen möchte, die gerade starten. Nicht alle Fehler müssen selbst gemacht werden, um dazuzulernen… 🙂

Herzliche Grüße und noch einen entspannten Sonntag
Jörg Hohlfeld

Reply
    Monika Birkner - 26. Oktober 2015

    Lieber Herr Hohlfeld,

    herzlichen Dank für Ihr Feedback und Ihre wertvollen Tipps, wie sich bestimmte Pannen vermeiden lassen. „Nicht alle Fehler müssen selbst gemacht werden, um dazuzulernen“ – das kann ich nur voll unterschreiben und das war auch das Motiv hinter diesem Artikel.

    Mir scheint, dass Sie sich mit der Thematik schon sehr intensiv auseinander gesetzt haben. In dem Sinne dann wünsche ich Ihnen, dass Ihr Business in jeder Hinsicht jederzeit „rund“ läuft.

    Reply
      Jörg Hohlfeld - 27. Oktober 2015

      Vielen Dank Frau Birkner, das darf es gerne- immer noch runder laufen 🙂
      Ja, einige Erfahrungen habe ich selbst durchgestanden, doch am Ende war alles für etwas gut. So werden Risiken zu Chancen für neue oder erweiterte Wege.

      Ihnen auch weiterhin viel Erfolg und dazu ein entspanntes, rundlaufendes Business mit vielen interessanten Persönlichkeiten.

      Reply
      Monika Birkner - 28. Oktober 2015

      Lieber Herr Hohlfeld,

      diese Einstellung, Risiken in Chancen umzuwandeln, ist vielleicht das Wichtigste bei alledem. Denn trotz aller Vorbeugung können natürlich immer unvorhergesehene Dinge geschehen.

      Reply

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