Stellen Sie sich vor, Sie seien selbstständig und suchten einen Coach, der Sie unterstützt, erfolgreicher zu werden. Sie recherchieren im Internet nach "Coaching" und finden 280.000.000 Google-Einträge (testen Sie es ruhig mal:-)).

Ooops. Wollen Sie Ihren Browser sofort wieder schließen?

Nein, Sie wollen Hilfe. Also lassen Sie sich nicht entmutigen, sondern grenzen Ihre Recherche weiter ein.

Gleichwohl bleibt die Auswahl noch groß.

Problem Nr. 1: Typische Coaching-Websites ähneln sich

Sie fangen an, einzelne Websites zu besuchen.

Was finden Sie dort?

1) Definitionen, was Coaching ist.

Die Definitionen klingen ziemlich ähnlich: "Begleitung bei Veränderung" - "Unterstützung bei der Erreichung von Zielen" - "keine Ratschläge" - "Hilfe zur Selbsthilfe" und ähnliche allgemeine Aussagen.

Hmm, ist ja schön und gut. Was machen Sie damit?

2) Lange Listen von Ausbildungen, die der oder die Betreffende absolviert hat.

Nach dem Besuch der ersten Seiten beginnen Sie, diese in Gruppe A oder Gruppe B einzuteilen. In die Gruppe A ordnen Sie alle die ein, die systemisches Coaching, Neurolinguistisches Programmieren (NLP) und ähnliche Methoden erwähnen.

Offenbar sind diese Methoden weit verbreitet. Allerdings kommen Sie aus einer ganz anderen Branche. Ihnen sagen diese Begriffe nichts. Und da sie auf so vielen Seiten stehen, bieten sie auch keine Auswahlhilfe.

In Gruppe B finden sich exotische Methoden. Diese geben Ihnen noch mehr Rätsel auf.

Was haben Sie also von diesen langen Listen? Sollen Sie einfach den Coach mit den meisten Ausbildungen auswählen?

3) Informationen über die Person und vielleicht noch weitere Rubriken.

Hier finden Sie vielleicht die eine oder andere Information, die Ihnen bei der Auswahl weiterhilft.

Problem Nr. 2: Wenig Entscheidungshilfe für den potenziellen Klienten

Diese Darstellung ist natürlich bewusst überspitzt. Es gibt durchaus Websites von Coaches, die sehr aussagekräftig sind.

Doch für viele Seiten dürfte die obige Beschreibung weitgehend zutreffen.

Was machen Sie als Suchender? Wonach entscheiden Sie?

Vielleicht wollen Sie schon aufgeben. Zumindest ist Ihnen erst einmal nach einer Pause zumute.

Wie es anders geht - mit einem Signature System (und was das ist)

Doch hoppla.

Plötzlich entdecken Sie eine Seite, die anders ist.

Hier verspricht Ihnen ein Coach, dass Sie mit seiner Hilfe innerhalb von 4 Wochen neue Kunden gewinnen. Noch mehr: Er beschreibt eine systematische Vorgehensweise, wie Sie dabei vorgehen. Das Ganze hat Hand und Fuß für Sie. Sie überlegen nicht lange, sondern nehmen mit ihm Kontakt auf.

Dieser Coach nutzt das, was ich  Signature System nenne.

Ein Signature System ist eine systematische und diesem Coach eigene Vorgehensweise, wie er seine Klienten vom Ausgangspunkt A zum Zielpunkt Z führt und dabei durch die Systematik typischerweise reproduzierbare Ergebnisse erhält, selbst wenn jede Situation natürlich individuell ist.

Warum die klassische Vorgehensweise schlecht funktioniert

Viele Coaches verdienen nicht das, was sie eigentlich verdienen möchten.

Viele Coaches versuchen, "Coaching" zu verkaufen. Sie stellen sich nicht in die Schuhe des Klienten und machen sich nicht klar, was der Klient eigentlich will, nämlich die Lösung für seine Situation und eine möglichst große Gewissheit, dass er hier die ersehnte Hilfe bekommt.

  • Für den potenziellen Klienten bedeutet das, dass er (oder sie) große Mühe hat, einen passenden Coach zu finden, auch wenn es reichlich Coaching-Angebote gibt. Machen Sie einmal den Test: Fragen Sie Ihre Klienten, wie einfach - oder schwierig - es war, einen passenden Coach zu finden.
  • Für den Coach (männlich oder weiblich) bedeutet es: Er erhält nicht genug Aufträge, selbst wenn es genügend Menschen gibt, für die seine Leistung gut geeignet wäre. Denn er beziehungsweise sein Angebot erscheinen austauschbar.

Warum ein Signature System dem Coach wie dem Klienten nützt

Ein Signature System bietet den Ausweg.

  • Ein Signature System ist das, was in dem obigen Beispiel beschrieben ist. Es zeigt dem Klienten genau, was er zu erwarten hat: Welche Ergebnisse möglich sind und wie diese erreicht werden, nämlich mit Hilfe einer bewährten und diesem Coach eigenen Vorgehensweise, eines "Systems".
  • Ein Signature System hilft dem Coach, sich klar zu positionieren und von anderen abzuheben. Er erscheint nicht mehr austauschbar und sehr attraktiv für seine Wunschkunden.
  • Ein Signature System ist außerdem das Herzstück eines langfristig profitablen Geschäftsmodells. Aus dem Signature System lassen sich weitere Leistungen und Produkte ableiten: Gruppenangebote, Coachingprogramme als Selbstlernkurse, Zertifizierungen anderer Coaches und mehr.
  • Auf Dauer hilft ein Signature System also, der "Zeit-gegen-Geld-Falle" zu entkommen. Wenn die erste Hürde in der Selbstständigkeit genommen ist, nämlich genug Klienten zu gewinnen, ist der "Zeit-gegen-Geld"-Tausch die zweite Hürde. Auch diese Hürde lässt sich nehmen, aber nur dann, wenn man zumindest zusätzlich zum Tausch "Zeit-gegen-Geld" auch Produkte anbietet oder mit Partnern arbeitet.
  • Ein Signature System zu haben, ist also für jeden Coach eine fundamentale Voraussetzung für langfristigen Erfolg.

Die "Black Box" wird transparent

Und noch ein Vorteil: Ein Signature System ist eine Form "ehrlichen Verkaufens". Um "ehrliches Verkaufen" geht es in der Blogparade von "Trainerlotse" Angelika Eder, zu der dieser Artikel ein Beitrag ist.

Ganz allgemein "Coaching" zu verkaufen, gibt dem Kunden eine Black Box. Er kann nicht einschätzen, was in der Black Box enthalten ist. Er muss sich überraschen lassen.

Ein Signature System macht die Black Box transparent.

Der Kunde sieht, dass der Coach nach einer bestimmten Systematik vorgeht, die bestimmte Ergebnisse erwarten lässt. Der Kunde entwickelt Vertrauen.

Meine eigenen Erfahrungen

Ich habe selbst mit beiden Formen meine Erfahrungen gesammelt. Eine systematische Vorgehensweise lässt sich wesentlich leichter verkaufen und in der Regel auch preislich anders einordnen, als wenn man lediglich eine Anzahl Stunden verkauft.

Hinzu kommt noch ein weiterer Vorteil: Ein Signature System gibt mir selbst auch mehr Vertrauen in den Prozess. Ich weiß, dass diese Vorgehensweise typischerweise bestimmte Ergebnisse produziert.

Ein allgemeiner Coaching-Prozess, der sich möglicherweise stark an dem orientiert, was der Klient gerade mitbringt, ist auch für mich als Coach weitaus offener vom Ablauf und den Ergebnissen.

Wenn ich einen offenen Prozess anbiete, kann ich ehrlicherweise keine konkreten Ergebnisse in Aussicht stellen, sondern letzten Endes nur meine Zeit und mein Engagement verkaufen.

Doch wie attraktiv ist das?

Ein Signature System hilft vor dem Verkauf, während des Coachingprozesses und danach

Also nochmals zusammen gefasst die Vorteile eines Signature Systems:

  • Im Vorfeld: Klarheit für den potenziellen Klienten, was er erwarten kann, und für den Coach eine Positionierung am Markt außerhalb der Austauschbarkeit
  • In der Zusammenarbeit: eine Vorgehensweise, auf die sich beide immer wieder beziehen können
  • Nach der Zusammenarbeit: Möglichkeit für weiterführende Leistungen, die dem Klienten zusätzlichen Wert schaffen und dem Coach die Möglichkeit bieten, sich aus der "Zeit-gegen-Geld"-Falle zu befreien.

Und die ganze Zeit über: Klarheit und Ehrlichkeit, Berechenbarkeit und Vertrauen.

Drei konkrete Beispiele für ein Signature System

Gibt es Beispiele für ein Signature System? Hier sind drei Beispiele amerikanischer Coaches, deren Entwicklung ich seit vielen Jahren beobachte.

Beispiel Nr. 1: Michael Port - Book Yourself Solid

Die Methode ist in seinem gleichnamigen Buch beschrieben, das es mittlerweile in verschiedenen Varianten gibt. Er bietet u.a. Mentoring und Coaching mit ihm und von ihm ausgebildeten Kollegen an, außerdem ein Zertifizierungsprogramm.
Hier ist der Link zur Website.

Beispiel Nr. 2: C.J. Hayden - Get Clients Now

Das 28-Tage-Marketing-Programm von C. J. Hayden gibt es ebenfalls als Buch, außerdem als Coaching-Programm. Wie Michael Port es tut, bietet auch sie die Möglichkeit, als lizensierter Partner das Programm zu unterrichten.
Hier ist der Link zur Website.

Beispiel Nr. 3: Fabienne Fredrickson und ihr Mann Derek -  Client Attraction Business School

Die Business School ist relativ neu. Das Flaggschiff von Fabienne Fredrickson ist das Client Attraction Programm, aus dem sich dann weitere Programme entwickelten und auch die Business School.

Diese Beispiele haben alle mit Kundengewinnung zu tun, um damit zu demonstrieren, wo der fiktive Suchende, den ich oben beschrieben habe, fündig werden könnte.

Letzten Endes ist ein Signature System aber für nahezu jede Art von Coaching-Angebot denkbar.
Hier ist der Link zur Website.

Signature System: Wichtige Voraussetzungen 

  • Ein Signature System setzt ein anderes Denken voraus, als es viele Coaches praktizieren.
  • Ein Signature System orientiert sich am Klienten und daran, mit Hilfe des Wertes, den man Klienten bietet, ein erfolgreiches Business aufzubauen.
  • Viele Coaches bleiben hingegen in solchen Fragen stecken wie "Ist das jetzt Coachen oder Beraten, was ich tue"? - "Nenne ich mich Coach, Mentor oder Supervisor?" Alles das ist für den Verkauf der Leistungen letztlich nicht relevant. Denn der Kunde ist an der Lösung für sein Problem interessiert, nicht an Begrifflichkeiten.
  • Ein Signature System hilft beim "ehrlichen" Verkaufen, weil vorher klar ist, was den Klienten erwartet. Der Klient geht nicht das Risiko der "Black Box" mit dem allgemeinen Namen "Coaching" ein.
  • Voraussetzung ist natürlich, dass das Signature System sauber definiert und realistisch beschrieben ist.
  • Natürlich bleibt ein Rest Ungewissheit, denn Menschen und ihre Situationen sind immer einzigartig. Doch insgesamt bietet ein Signature System ein solides Fundament, auf dem sich ein erfolgreiches Coaching-Business entwickeln lässt, das sogar gute Chancen hat, eines Tages verkaufsfähig zu sein.

Bildquellennachweis: Pixabay

Der Beitrag erschien erstmals im Januar 2015. Update am 24.03.2017.

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Monika Birkner
 

Hallo, ich bin Monika Birkner. Mit den Erfahrungen aus mehr als 15 Jahren Selbstständigkeit unterstütze ich Solopreneure, in ihre eigene Größe zu kommen, Premium-Leistungen für ihre Kunden zu bieten und ein skalierbares und verkaufsfähiges Business zu schaffen. Mehr auf https://MonikaBirknerFreedomBusiness.de

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Marcel - 29. Dezember 2015

Hallo Frau Birkner,

ein sehr interessantes und spannendes Thema und sehr gut von Ihnen zusammen gefasst !
Das Signature System kann man finde ich gut mit dem Verkauf von Lösungen statt Coaching vergleichen.
Der Klient ist schließlich auf der Suche nach einer „Lösung für ein Problem“, der Coach ist ein mögliches Mittel auf dem Weg zur Lösung.

Etwas ausführlicher ist es in diesem Beitrag beschrieben:
https://clevermemo.com/blog/coaching-verkaufen/

Viele Grüße
Marcel

Reply
    Monika Birkner - 29. Dezember 2015

    Hallo Herr Schuy,

    danke für Ihren Kommentar. Unsere Ansätze gehen offenbar in eine sehr ähnliche Richtung. Ein Signature System, wie ich es verstehe, geht allerdings noch etwas weiter, als eine Lösung zu verkaufen. Ein Signature System ist auch ein Weg, sich als“der“ Experte für eine bestimmte Lösung samt dem Lösungsweg dorthin zu positionieren.

    Reply
Martin Geiger - 3. November 2015

Hallo Frau Birkner!

Viel zu selten werfe ich einen Blick in Ihren Blog, um dann derart interessante Artikel zu finden.

Ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen und habe diese Grundidee (wahrscheinlich unbewusst) in weiteren Teilen auch bereits in die Praxis umgesetzt.

Gleichzeitig gibt es hier noch mehr als genug Arbeit, um Ihren Ansatz nicht nur im Bereich des Coachings anzuwenden (in dem ich Life Coaches für das Coaching per Telefon ausbilde und lizenziere), sondern auch für die anderen Bereiche wie mein Speaking oder Training.

Eine weitere Herausforderung ist sicherlich, die lizenzierten Coaches ebenfalls darin zu unterstützen, Ihr Business in gleicher Weise weiterzuentwickeln. Vielleicht ist es hier eher sinnvoll, mein System auf Sie zu übertragen bzw. auszuweiten? Dann wäre dies für meine Lizenznehmer ein weiterer deutlicher Mehrwert gegenüber anderen Coaches.

Ich merke schon, hier wartet noch so einiges an Arbeit auf mich. Ich freu´ mich d´rauf!

Mit Ihrem Einverständnis teile ich in einem ersten Schritt Ihren tollen Artikel gerne auch mit den Lesern meines Blogs http://www.coachkarriere.de

Danke für Ihre inspirierenden Gedanken.

Reply
    Monika Birkner - 3. November 2015

    Lieber Herr Geiger,

    ich habe mich auch ertappt, dass ich zu selten auf Ihrer Seite bin. Ich finde es sehr beeindruckend, was Sie auf die Beine gestellt haben. Die lizenzierten Coaches ebenfalls zu unterstützen, ihr eigenes Business entsprechend zu positionieren, ist sicher eine gute Idee.

    Vielen Dank für das Teilen des Artikels.

    Reply
Infografik: Positionierung mit Signature System › Monika Birkner - 31. Oktober 2015

[…] Wie lässt sich Coaching verkaufen? […]

Reply
C.J. Hayden - 3. Februar 2015

Monika, thank you for mentioning my work in this post. I think the idea of a signature system can be very helpful to coaches and consultants who want to give some tangibility to their work. And yes, creating a system like this can be done gradually. My own Get Clients Now! system was not born overnight, but evolved over time from a one-time workshop to a coaching program, then to a system I licensed to other coaches, and ultimately to a book.

Reply
    Monika Birkner - 25. Februar 2015

    Hi C.J. Hayden, I am elated that you read my blog. Thank you very much for your comment and for sharing your story. I think it is very important for people to be aware that such a success as you are experiencing does not come over night but – as you write – evolved over time. That is a very encouraging message. My best wishes for your further success.

    Reply
      C.J. Hayden - 26. Februar 2015

      Thank you, Monika! I encourage people to start where they are and not wait until they have everything thought out. Many „signature systems“ began with a note scribbled on a cafe napkin.

      Reply
      Monika Birkner - 27. Februar 2015

      I love that, C.J. Hayden. My approach is very similar: I love to create a big picture view and then start where you are and from there move forward in perhaps small steps, but continuously. It is so great to hear from your experiences as you really have a lot to share.

      Reply
Yvonne van Dyck - 28. Januar 2015

Liebe Monika, danke für den tollen Artikel!
Ich liebe es Ideen Schwung zu verleihen und auf den next Level zu begleiten… dazu biete ich eine Kombination aus 1:1 Begleitung, Seminar und konkretem Anpacken mit Yvonne van Dyck

Der Teilnehmer bestimmt selbst, wie viel er pro Monat in dich selbst und die Entwicklung seiner Ideen investierst. Denn:
„Deine Ideen entwickeln sich im gleichen Maße, wie du das tust.“ YvD
und mir macht das unendlich Freude 🙂 eigentlich sehr egoistisch *g* … und diese Form hat sich einfach aus der langjährigen Praxis entwickelt.

Reply
    Monika Birkner - 28. Januar 2015

    Hallo Yvonne,

    das klingt sehr spannend und auch sehr schwungvoll. In der Tat ist es oft so, dass sich Ideen aus der Praxis entwickeln. Deshalb ist das Signature System, wie ich es verstehe, auch nichts Künstliches, sondern macht nur das deutlich, was schon da ist, und es kann sich von da aus weiter entwickeln.

    Reply
Annette Jäckel - 27. Januar 2015

Liebe Frau Birkner,
schönen Dank für diesen ebenso informativen wie anregenden Blogbeitrag.
Das „Konstrukt“ eines Signature Systems, so wie Sie es verpacken, strukturiert meine Gedanken auf eine sehr angenehme, aber keinesfalls einengende Art und Weise.

Ich finde es außerordentlich hilfreich, sich mit dem BeraterInnen-Arbeiten einmal so auseinanderzusetzen, dass dabei am Ende eine vermittelbare Systematik entstehen kann, die darüber hinaus das persönliche Gütesiegel trägt. Dies empfinde ich aber auch als Herausforderung. Einerseits lebt der Beratungsprozess von Intuition, genauso wie von Fachinputs. Das heißt, ich versuche mit einem Signature System Prozesse in ein System zu überführen, die sich dem teils erst einmal zu entziehen scheinen. Auf der anderen Seite macht dies aber genau das die Würze aus, der persönliche Stempel, die Signatur.

Mich erinnert dieses knifflige Ausbalancieren an den Versuch, ein künstlerisches Werk, bspw. für eine Vorankündigung in einem Folder, in Worte zu fassen. Hier reibt man sich sehr stark an dem Bemühen um Verständlichkeit. Das Kunstwerk soll das Interesse und die Neugierde wecken, die es verdient und deshalb werden bestimmte, sehr konkrete Aussagen gemacht. Diese Worte müssen aber auch durchlässig genug sein, dass nicht nur der Entstehungsprozess des Werkes mitschwingt, sondern auch für den späteren, direkten Kontakt zwischen BetrachterIn und Kunstwerk immer noch genügend Freiraum für individuelles Verstehen bleibt.

Dies wäre für mich das perfekte Signature System: sich zu trauen, klare Ansagen zu machen. So mache ich das, das ist damit möglich und hier ist die nachvollziehbare Struktur dazu. Und genau diese Klarheit öffnet den neuen, für jede und jeden individuell bespielbaren Raum: die Sicherheit, im Prozess für sich das bestmögliche rausholen zu können.
Herzliche Grüße,
Annette Jäckel

Reply
    Monika Birkner - 27. Januar 2015

    Liebe Frau Jäckel,

    Sie haben das Spannungsfeld sehr schön beschrieben. Letztlich zieht es sich durch alle Lebensbereiche: Man/frau plant und strukturiert den Tag/die Woche/den Monat/das Projekt – und gleichzeitig muss genug Offenheit da sein für unerwartete Chancen, für den Umgang mit überraschenden Herausforderungen, für Wachstum und Entwicklung.

    Das Signature System darf nicht zu eng werden und es darf keinen dogmatischen Charakter erhalten. Doch es fördert die Qualität der Arbeit, weil man/frau sich bei der Gestaltung noch intensiver mit dem auseinander setzt, was man/frau tun, warum und wie und welche Alternativen es noch gäbe, welche Lücken noch vorhanden sind, welche weiteren Möglichkeiten sich noch entwickeln können.

    Das Signature System darf nicht starr sein, sondern es muss sich weiter entwickeln können in dem Maße, wie neue Erfahrungen und Erkenntnisse dazu kommen, neue Tools etc.

    Es ist ein kniffliges Ausbalancieren.

    Doch die klaren Ansagen nutzen beiden Parteien. Sie helfen bei der Entscheidungsfindung. Sie bilden einen Referenzrahmen im Laufe der Umsetzung. Sie bieten Orientierung.

    Hinzu kommt der Aspekt, den ich auch ganz wichtig finde: Nämlich auf der Basis des Signature Systems nach und nach ein in sich schlüssiges Gesamtportfolio zu entwickeln, das den Kunden/Kundinnen noch mehr Wert bietet und den Anbieter/der Anbieterin erlaubt, die eigene Vielfalt zu kanalisieren.

    Ich bin gespannt, welche weiteren Ideen sich entwickeln, wenn Sie sich näher damit auseinander setzen.

    Dabei sehe ich das Signature System als „Konstrukt“ in dem Sinne, dass es eine Denkfigur darstellt. Doch es hat seine Basis in dem, was schon stattfindet. Ich bin überzeugt, dass Ihre Texte nicht „einfach so“ entstehen, sondern dass dem ein gewisser Prozess zugrunde liegt, der im Detail je nach Situation unterschiedlich sein mag, aber dennoch gewisse Gemeinsamkeiten hat. Das Signature System, wie ich es verstehe, dient der Bewusstmachung und absichtsvollen Gestaltung dessen, was man schon tut und in Zukunft möglicherweise noch anders tun möchte und möglicherweise in einem etwas anders gearteten Kontext.

    Reply
Katharina Lewald - 25. Januar 2015

Hallo Frau Birkner, ein schöner Artikel! Ich glaube ich habe mit meinem Programm „Zeig dich! 6 Wochen für deine Sichtbarkeit im Netz“ zumindest schon mal einen Ansatz für so ein Signature System geschaffen. Ich bin zwar Beraterin (nicht Coach), aber ich glaube auch für BeraterInnen könnte diese Vorgehensweise interessant sein.
Wichtig finde ich, das haben Sie in einem Kommentar auch beschrieben, dass man trotz so eines Systems in der Lage und willens bleibt, auch individuell auf den Klienten einzugehen. Denn die 1:1-Beratung setzt sich dadurch von Selbstlern-Programmen ab.
Schwierig finde ich es jedoch sich selbst bei solchen Systemen als Solo-Unternehmer „rauszuziehen“. Schließlich bucht der Kunde *mein* System. (Außer ich gebe Lizenzen an andere BeraterInnen heraus.)
Freundliche Grüße
Katharina Lewald

Reply
    Monika Birkner - 26. Januar 2015

    Liebe Katharina Lewald, danke schön für den Kommentar. In der Tat: Dieser Artikel behandelt das Thema nur beispielhaft für Coaches. Für BeraterInnen gilt im Prinzip das Gleiche. Das Programm klingt spannend. Ich wünsche viel Erfolg dafür.

    Sich als Coach/BeraterIn herauszuziehen oder sogar insgesamt ein verkaufsfähiges Business zu schaffen, geht sicher nicht über Nacht. Doch ein Stück weit geschieht das ja schon mit einem Selbstlernkurs. Lizenzen sind eine weitere Möglichkeit. Zusätzliche Coaches wie im Beispiel von Michael Port sind ebenfalls eine Möglichkeit.

    Das alles kann sich nach und nach entwickeln. Wichtig ist, erst einmal den ersten Schritt zu tun und von da aus dann weitere Schritte, einen nach dem anderen:-).

    Reply
Renate Hoffmann-König - 23. Januar 2015

Liebe Frau Birkner,

ich kann Ihrem Beitrag voll zustimmen. Vor 4 Jahren habe ich in Ihrem Seminar meine ersten Schritte in Positionierung und Alleinstellungsmerkmal getan.
Das hat mir eine große Klarheit für meine Kompetenzen gegeben.

Der Begriff „Signatur System“ gefällt mir… ;-)))

liebe Grüße
Renate Hoffmann-König

Reply
Michaela Thiede - 23. Januar 2015

Liebe Frau Birkner,

vielen Dank für Ihren Artikel.

Generell stimme ich Ihnen zu:
Es ist wichtig, sich zu positionieren und zu wissen, wer sein idealer Kunde ist.

Zugegebenermaßen fällt mir selbst das nicht so leicht. 😉
Aber spätestens, wenn man auf Facebook werben möchte und feststellt, dass man seine Zielgruppe gar nicht einschränken kann (schließlich arbeite ich gerne sowohl mit Männern als mit Frauen, ich mag mich nicht auf ein Thema festlegen, der Wohnort ist mir wurscht…), dann überlegt man, ob man nicht präziser sein sollte…

Aber nur so ist es wohl möglich, dass man bei den unzähligen Angeboten in den Suchanzeigen weiter oben und im Sichtfeld des Suchenden und möglichen Klienten landet.

Und eine Webseite erstellen kann, bei der sich der Kunde auch „angekommen“ fühlt.

Generell spricht für mich auch nichts dagegen, mit anderen Kollegen zusammenzuarbeiten. Im Gegenteil, denn man lernt immer was dazu.

Was mich allerdings bei vielen Coaches und Trainern im englischsprachigen Raum stört ist, dass sie – meinem Geschmack nach – zu viel mit anderen zusammenarbeiten.
Oftmals habe ich den Eindruck, dass sie nur noch Produkte anderer Leute verkaufen…
Und zwar alle die Gleichen, so dass ich ein Angebot 6-7x erhalte.

Aber das kann ich selbst ja „besser“ machen – so, wie es für mich ideal und richtig ist.

Herzliche Grüße
Michaela Thiede

Reply
    Monika Birkner - 23. Januar 2015

    Liebe Frau Thiede,

    danke für Ihren Kommentar.

    Sich auf eine Zielgruppe festzulegen, bedeutet nicht zwangsläufig, dass man sich nach äußeren Kriterien richten muss. Gemeinsame Werte können unter Umständen sehr viel wichtiger sein für eine Zusammenarbeit. Oder ein vergleichbarer Arbeitsstil. Das sind allerdings Faktoren, die bei Facebook Anzeigen und ähnlichen Maßnahmen nicht so gut zu fassen sind.

    Was die von Ihnen erwähnten Marketingaktionen betrifft, teile ich Ihre Erfahrung. Wenn jemand einen Launch eines neues Produktes/Programms durchführt, erhalte ich auch viele Mails seiner Affilates/Joint Venture Partner. Mich nervt das zuweilen auch. Auf der anderen Seite bin ich dadurch schon auf interessante Angebote aufmerksam geworden, auf die ich im ersten oder zweiten Anlauf nicht geklickt hatte, sondern wo die wiederholte Erinnerung eine Rolle spielte:

    Doch wie Sie sagen: Jede(r) kann für sich selbst entscheiden, wie man/frau vorgehen möchte.

    Reply
Andrea Giesler - 21. Januar 2015

Aus meiner Sicht ein sehr guter Beitrag. Wenn ich das Ganze mal rein aus der Brille des Kunden betrachte ist das Signature System tatsächlich eine Möglichkeit, den Coach (Berater, Trainer…) unter vielen zu finden, von dem ich denke, er kann mir helfen.
Meiner Meinung nach gehört zu einer guten Produktentwicklung immer, die Sicht des Kunden einzunehmen.
Dass man dann realistisch und ehrlich liefern muss, was der Kunde erwartet versteht sich von selbst!
Beste Grüße, Andrea Giesler

Reply
    Monika Birkner - 22. Januar 2015

    Hallo Andrea, danke schön für den Kommentar. Ja, es sollte selbstverständlich sein, bei der Produktentwicklung die Sicht des Kunden einzunehmen. Doch sehr vielen Selbstständigen fällt gerade das schwer. Sie gehen zu sehr von sich selbst aus. Wenn diese Hürde genommen ist, dann sind echte Durchbrüche möglich.

    Reply
Andreas K. Giermaier - 19. Januar 2015

Hm. Signature System zum Coaching-Erfolg?
Ein Begriff wenn wir schon bei solch hoch trabenden Worten sind (NEIN ich hab nicht Worthülsen gesagt!) ist der der SUPERPOWER Solution 🙂 Vom Marketer Derek Halpern geprägt. Und JA wenn ein solches System wie Sie es beschreiben da ist, gut. Doch ein guter Coach zeichnet sich für mich durch mehrere Faktoren aus, die erfolgreich wirken (wie auch in einer Psychotherapie und allen andren Disziplinen bei denen „psychologisch bzw. psychosomatisch“ gearbeitet wird:
kontinuierliches eigenes Weiterlernen und neudenken, erWEITern des eigeen Potenzials (frei nach Birkenbihl, die mir da seit ich sie kennen lernen durfte mein Vorbild No1 ist!)
die eigene Flexibilität auch eine andere als die EINE Solution zu wählen, und diese dann aber auch zur Verfügung zu haben, was wiederum großes Hintergrundwissen und Können voraussetzt.
Des weiteren ein ausgeprägter EQ als auch SQ. Grad letzteres fällt mir bei den von Ihnen zitierten Experten dramatisch auf. Sowohl Michael PORT (für mich einer der BESTEN die ich kenne in dem Bereich!!!) wie auch Fabienne Fredrickson sind… bei uns würden wir sagen „sehr eso“. Ohne Wertung. Und wenn dann würde diese positiv ausfallen.

Es gibt viele sehr gute Marketer die eben grade eine solche „Worthülse“ wie „Signature System“ oder „Superpower Solution“ vor sich hertragen, vielleicht in einem Buch „branden“ oder gar schützen lassen (die XXXmethode zum Lebensglück oder ähnliches…) und über die oben erwähnten Fähigkeit nicht oder nur im geringsten Ausmaß verfügen…
was sind dabei Ihre Erfahrungen, Ihr Zugang?

Reply
    Monika Birkner - 20. Januar 2015

    Hallo Herr Giermaier, danke für Ihren Kommentar. Ich verstehe ein Signature System als etwas Lebendiges, nichts Starres. Und als etwas, in das man seine gesamte Kompetenz einbringen kann, die sich natürlich ständig erweitert. Und so ein System zu haben, schließt keineswegs aus, in bestimmten Situationen auch bewusst davon abzuweichen.

    Die Tatsache, so ein System entwickelt und gestaltet zu haben, ist schon einmal ein starkes Indiz für eine bestimmte Kompetenz. Es bietet keine 100%ige Sicherheit. Aber wo gibt es die?

    Reply

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