Drei bewährte Wege, dem Tausch „Zeit-gegen-Geld“ zu entkommen

Wenn Sie als Coach, Berater, Trainer, Webdesigner, Rechtsanwalt, Steuerberater, EDV-Berater, Personal Trainer oder sonstwie als Dienstleister unterwegs sind, kennen Sie die Problematiken des Tausches „Zeit-gegen-Geld“:

  • das Auf und Ab der Einnahmen, wenn Sie Urlaub machen, krank werden, eine Weiterbildung besuchen.
  • das Gefühl, der Tretmühle nicht entkommen zu können, sondern immer weiter und schneller laufen zu müssen
  • den Frust der „gläsernen Decke“, die Sie jetzt oder künftig am weiteren Wachstum hemmt.

Und vielleicht ist Ihnen auch bewusst, auf welchen Eisberg Sie zusteuern, wenn es um das Thema „Absicherung fürs Alter“ geht.

Denn ein Business, das auf dem Tausch „Zeit-gegen-Geld“ aufgebaut ist, lässt sich nicht verkaufen. Es steht und fällt mit Ihrer Person.

„Ja, ich kenne die Probleme – Aber was tun?“

Sie hätten sicherlich die Situation längst geändert – wenn Sie nur wüssten, wie Sie es machen sollten.

Dieser Artikel zeigt Ihnen drei Wege, wie Sie dem Tausch „Zeit-gegen-Geld“ entkommen können:

  • PREIS
  • PRODUKTE
  • PARTNER

Beginnnen wir mit einem kurzen Überblick, weshalb das Geschäftsmodell „Zeit-gegen-Geld“ kein Wachstumsmodell ist.

Beim Tausch „Zeit-gegen-Geld“ erreichen Sie über kurz oder lang die Grenzen des Wachstums

Anhand des folgenden Beispiels, das von einem Tagessatz von 1.000 Euro ausgeht, sehen Sie, wie schnell Sie an die Decke stoßen. Mehr als 365 Tage im Jahr können Sie nicht arbeiten (Schaltjahre ausgenommen) und selbst das wollen Sie ja vermutlich nicht :-).

Sie sehen an diesem Beispiel auch, wie Einkommen und Aufwand zusammenhängen. Das Einkommen entwickelt sich proportional zum Aufwand (Anzahl der Tage).

Damit ist dieses Geschäftsmodell nicht skalierbar.

SKALIERBARKEIT bedeutet, vereinfacht gesprochen, dass die Einnahmen überproportional wachsen können.

Tausch_z-G-G_ohne_Skalierung

 

Skalierbarkeit durch Preis, Produkte, Partner

Durch Preispolitik, Produkte und Partner können Sie Ihre Leistungen skalierbar machen, wenn auch in unterschiedlichem Maße.

Tausch_z-G-G_Skalierung

Weg Nr. 1: Überproportionales Wachstum durch Preispolitik

Wenn Sie noch einmal auf das obige Beispiel zurückkommen und sich vorstellen, dass sich der Tagessatz verdoppelt, würde das bei gleichem Zeitaufwand auch eine Verdoppelung der Einnahmen darstellen.

Selbst wenn Sie die Preise lediglich um 10 % erhöhten, könnten Sie Ihr Einkommen ohne zusätzlichen Zeitaufwand steigern.

„Aber ich kann meine Preise nicht unbeschränkt erhöhen“

Preiserhöhungen stoßen irgendwann ebenfalls an die Grenzen, das stimmt.

Doch der Rahmen ist oftmals flexibler, als man denkt.

  • Das hat zum einen zu tun mit Glaubenssätzen dazu, was die Kunden bereit sind zu zahlen.
  • Das hat zu tun mit Strategien, eine Preiserhöhung durchzusetzen.
  • Und es hat zu tun mit den Grundlagen der Preise.

Die meisten Solo-Unternehmer, die nach dem Modell „Zeit-gegen-Geld“ agieren, haben Stunden- oder Tagessätze. Doch das sind nicht die einzigen Modelle.

Wertorientierte Preise sind eine Möglichkeit, sich vom Zeitaufwand abzukoppeln

Ein anderes Modell ist zum Beispiel der wertorientierte Ansatz, den Million-Dollar-Consultant Alan Value-Based-FeesWeiss praktiziert. In seinem Buch Value Based Fees hat er diesen ausführlich beschrieben. Doch auch wenn Sie andere Bücher von ihm lesen, finden sie Hinweise dazu.

Der wertorientierte Ansatz basiert auf dem Gedanken, dass der Zeitaufwand letztlich irrelevant ist, sondern dass der Preis sich nach dem Wert der Leistung für den Kunden richtet. Darauf näher einzugehen, würde hier den Rahmen sprengen, ist aber sehr, sehr lohnend.

Ein Signature System hilft, höhere Preise durchzusetzen

Höhere Preise sind auch durchzusetzen, wenn Sie Ihre Leistungen nicht als „Coaching“, „Zeitmanagement“ oder „PR-Beratung“ positionieren, sondern mit Hilfe eines Signature Systems.

Signature System bedeutet, dass Sie dem Kunden klar machen, welche Ergebnisse er erwarten kann und mit welchem System der Vorgehensweise diese Ergebnisse erzielt werden.

Wenn der Kunde diese Zusammenhänge erkennt, steigt zum einen die Bereitschaft, überhaupt auf Ihr Angebot einzugehen. Darüber hinaus steigt auch die Bereitschaft, höhere Preise zu akzeptieren.

Dazu sind noch eine Reihe von begleitenden Maßnahmen möglich, die hier ebenfalls den Rahmen sprengen würden. Kleine Details können eine große Rolle spielen, wie sich regelmäßig in meinen Einzelcoachings zeigt, wenn wir solche Themen angehen.

Weg Nr. 2: Skalierbarkeit durch Produkte

Produkte sind ein weiterer Weg, sich vom Tausch „Zeit-gegen-Geld“ abzukoppeln. Der Begriff „Produkte“ ist hier sehr weit gefasst. Es können

  • physische Produkte sein wie zum Beispiel Videokurse auf DVD
  • virtuelle Produkte wie zum Beispiel derselbe Videokurs als MP4-Videos
  • Coaching-Programme für Gruppen statt Einzelcoachings
  • Mitgliedschaften (Membership Site)
  • Software
  • Kombinationen jeglicher Art
  • und noch viel mehr.

Sehr inspirierend in diesem Zusammenhang ist die Website von David Allen, dem Urheber des „Getting-Things-Done“-Systems (GTD). Sie finden hier ein enorm breites Spektrum an Produkten, die aber letztlich alle auf seinem GTD beruhen und dieses unterstützen.

Unabhängig von der äußeren Form ist allen Produkten gemeinsam, dass ein einmaliger Zeitaufwand am Anfang steht und danach Einnahmen fließen, die nur noch geringen oder zumindest geringeren Zeitaufwand erfordern.

Das ist die Grundidee.

Damit sie in der Praxis wunschgemäß funktioniert, gibt es sehr, sehr Vieles zu beachten. Auch das würde hier den Rahmen sprengen, sollte allerdings im Vorfeld sorgfältig überlegt werden (zum Beispiel im Rahmen eines Freedom-Business-Strategie-Tages, wie ich sie für derartige Themen anbiete).

Statt Bauchladen – Produkte als Derivate des Signature Systems

Eine wichtige Herausforderung bei der Produktentwicklung – gerade für vielseitige Solo-Unternehmer – besteht darin, sich nicht zu verzetteln und keinen „Bauchladen“ aufzubauen.

Ich kann aus eigener Erfahrung ein Lied gerade dieser Herausforderung singen.

Seitdem ich mein Business mehr und mehr darauf ausrichte, es verkaufsfähig zu machen, ordnen sich die Dinge.

Der Weg zum Freedom Business, den ich selbst gehe und bei dem ich meine Klienten unterstütze, ist ein systematischer Weg.

 

Die Grundlage davon ist mein System zur Entwicklung eines Signature Systems (Coaching-Programm). Daraus leiten sich nach und nach weitere Produkte ab. Ich spreche in dem Zusammenhang gern von Produkt-Derivaten.

  • Das bedeutet: Die Kreativität kann kanalisiert werden, statt sich in alle Richtung zu zerstreuen.
  • Die Produktpalette, die nach und nach entsteht, wird durch einen starken roten Faden zusammen gehalten, statt sich als Wildwuchs auszubreiten.
  • Synergieeffekte entstehen und werden genutzt, so dass ich meine Zeit produktiver verwende.

Bisherige Teilnehmer meines Coaching-Programms zum Signature System sind schon eifrig dabei, ihre Produktpaletten systematisch weiter zu entwickeln.

Weg Nr. 3: Partner – die dritte Möglichkeit, dem Tausch „Zeit-gegen-Geld“ zu entkommen

Nach Preisen und Produkten sind Partner die dritte Möglichkeit, dem Tausch „Zeit-gegen-Geld“ zu entkommen.

Mit Partnern sind alle gemeint, mit deren Hilfe Sie Ihre Leistungen weiter ausbreiten können und somit weiteres Wachstum erzielen, ohne dass Ihr eigener Zeitaufwand entsprechen mitwächst:

  • Mitarbeiter
  • Lizenznehmer
  • Kooperationspartner
  • Netzwerkpartner
  • Affiliates (Werbepartner)
  • sonstige Partner.

Auch hier gibt es vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, die einerseits eine klare strategische Ausrichtung voraussetzen und andererseits viel Sorgfalt auch bei der Umsetzung im Detail.

Wie ein Signature System beim weiteren Wachstum mit Partnern hilft

Ein Signature System trägt Ihren persönlichen Stempel. Es geht um Ihre Methodik, bestimmte Ergebnisse zu erzielen, gekoppelt mit Ihrer „Secret Sauce“, Ihrem Geheimrezept, das dem Ganzen seine besondere Eigenart, seinen besonderen Geschmack und seine Würze verleiht.

Indem Sie es zunächst einmal für sich entwickeln und in eine materialisierte Form bringen, schaffen Sie die Voraussetzungen, es an andere weiter zu vermitteln.

Solange Ihr gesamtes Wissen nur in Ihrem Kopf ist, geht das nicht.

Indem Sie Ihr Wissen und die Systematik, die Ihrer Vorgehensweise zugrunde liegt, aus Ihrem Kopf herausbringen, wird Ihnen selbst manches klarer. Damit können Sie es bewusster gestalten als bisher.

Und Sie können das Ganze weiter vermitteln, so dass andere Ihr System ebenfalls einsetzen und Sie daran finanziell partizipieren. Das Interview mit Angelika Gulder zeigt, wie es in der Praxis funktioniert.

Drei Beispiele für Partner-Modelle

 

Partner-Modelle sind gang und gäbe.

1) David Allen zertifiziert andere in seinem Getting-Things-Done-Signature-System (GTD)

2) C.J. Hayden, die ihr 28-Tage-Programm „Get Clients Now“ (ihr Signature System) seit 1995 mehr als 100.000 mal durchgeführt hat, gibt den Besuchern ihrer Website vier Phasen vor:

  • Read the book (Lesen Sie das Buch)
  • Take our program (Nehmen Sie an unserem Programm teil)
  • Work with a coach (Arbeiten Sie mit einem unserer Coaches)
  • Lead the program (Führen Sie selbst das Programm durch)

3) Michael E. Gerber ist vielen bekannt als „Vater“ des Gedankens, „am“ Business zu arbeiten. In seiner E-Myth-Buchserie (übrigens auch ein anschauliches Beispiel für Produkt-Derivate, abgeleitet aus dem Signature System) hat er eine systematische Businessentwicklung für kleine Unternehmen vorgezeichnet, die wegweisend war für vieles, was danach kam.

Seit einigen Jahren bietet er  ein weiteres Signature System an The Dreaming Room™ und dafür auch eine Lizenzierung.

Die größere Perspektive: Mehr als „Zeit-gegen-Geld“

Auch wenn dieser Beitrag sehr unter dem Aspekt stand, dem Tausch „Zeit-gegen-Geld“ zu entkommen, erschöpft er sich nicht im Finanziellen.

Der Tausch „Zeit-gegen-Geld“ ist auch ein Hindernis, das mit Ihrem Business zu erreichen, was Sie erreichen wollen. Vielleicht haben Sie eine größere Vision, vielleicht (noch) nicht.

Wenn das der Fall ist, müssen Sie Ihre bisherige Grenzen zu sprengen.

Michael E. Gerber hat eine sehr klare Vision: Er will eine unternehmerische Revolution anzetteln. Das geht nicht im Alleingang. Das geht nicht mit dem Tausch „Zeit-gegen-Geld“ und den damit verbundenen Beschränkungen.

Selbst wenn Sie keine Revolution im Sinn haben, lohnt sich die Frage, was Sie letztlich in der Welt bewirken wollen.

Das Signature System als Basis

Ich komme zurück zum Signature System. Dieses ist die Basis für weitere Entwicklung außerhalb der Grenzen, die durch „Zeit-gegen-Geld“ gezogen werden.

Was Sie daraus machen, ist Ihnen überlassen. Doch ohne den ersten Schritt geht es nicht.

Nachtrag:  Beitrag aktualisiert am 27.06.2016.

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Bildnachweise:

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Monika Birkner
 

Ich unterstütze Solo-Unternehmer, ihre Einzigartigkeit wertzuschätzen und damit ein erfolgreiches, verkaufsfähiges Business zu kreieren. Wenn Sie eine ganzheitlich-systematische Arbeitsweise lieben - ob im Rahmen von Coaching-Programmen oder 1:1-Zusammenarbeit - und bereit sind für echte Durchbrüche im Denken, Handeln und in den Ergebnissen, ist eine Discovery Session mit mir ein guter nächster Schritt. Mehr dazu auf meiner Seite "Angebote".

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Infografik: Positionierung mit Signature System › Monika Birkner - 5. November 2015

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C.J. Hayden - 26. Februar 2015

Monika, thanks for mentioning my work as an example in this post. It is so important for entrepreneurs to pay attention to the time/money equation when designing their business model. You and I think a great deal alike! I write and teach about this topic often. Your readers might enjoy my article Beyond Billable Hours: http://www.getclientsnow.com/sept2003bonus.htm

Reply
    Monika Birkner - 27. Februar 2015

    Hi C.J. Hayden, thank you for sharing your article. That is a great piece of work with so many inspiring ideas. I am happy to share that with my readers.

    Reply
Bianka Maria Seidl - 15. Februar 2015

Vielen Dank für diesen Artikel. Mit jedem Satz hat er mich bestärkt meinen bereits eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Seit ich im vergangenen Jahr mit einem Online-Produkt angefangen habe aus dem Rad „Zeit-gegen-Geld-tauschen“ in einigen Bereichen auszusteigen, entwickeln sich folgerichtig die drei Schritte, die im Artikel aufgeführt werden. Sehr spannend.
Bin ich voriges Jahr umgestiegen vom Dreirad auf´s Motorrad, so kann ich mir mittlerweile vorstellen, dass die Fortsetzung bildlich gesprochen zum Ferrari führen kann. Ungeahnte Möglichkeiten tun sich plötzlich auf.

Reply
    Monika Birkner - 16. Februar 2015

    Liebe Bianka, was für ein anschauliches und so treffendes Bild: Vom Dreirad aufs Motorrad umgestiegen mit Perspektive zum Ferrari. Ja, das kann möglich werden, wenn man/frau das Business – und oft erst einmal sich selbst – Schritt für Schritt weiterentwickelt.

    Reply
Marit Alke - 9. Februar 2015

Hallo Monika,

das ist wieder ein toller Artikel, der hilft, das große Ganze zu sehen, statt im Kleinen zu stochern! So kann ich auch meinen eigenen Weg besser einordnen. Ich selbst bin ja mit einem sehr umfangreichen Coachingprogramm gestartet und damit schon einen deutlichen Schritt weg von Zeit gegen Geld.
Jetzt durch die Erfahrung zeigt sich, dass ich daraus auch einen „Weg durch meine Produkt-Stufen“ machen kann und auch sollte. Es zeichnen sich bestimmte Schritte sehr deutlich ab, die meine Kunden durchlaufen müssen, bevor sie den nächsten Schritt sinnvoll angehen können. So ist z.B. genau aus dieser Erkenntnis in Kooperation ein Online-Starterkurs entstanden, mit dem die Grundlagen gelegt werden für die Entwicklung und Vermarktung erster eigener Programme.
Daher mag ich dein Bild mit den verschiedenen „Produkt-Derivaten“ sehr.

Ich freue mich schon, mit Hilfe deines Programms meine ganzen Erkenntnisse aus einem Jahr eigenes Programm und zwei Jahren Online-Community mit dir und anderen Teilnehmern in deinem Programm zu sortieren und in eine Form zu gießen!

Herzliche Grüße
Marit Alke

Reply
    Monika Birkner - 9. Februar 2015

    Hallo Marit,

    danke schön für das schöne Feedback. Deine Entwicklung finde ich sehr, sehr spannend und freue mich, aus der Nähe mitzubekommen, wie es weiter geht. Der Online-Starter-Kurs macht sehr viel Sinn im größeren Bild.

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