Keine Angst vor Ablehnung mehr – Erfolgsbeispiele von Unternehmern

Wo könnten Sie mit Ihrem Business stehen ohne die Angst vor Ablehnung? An anderer Stelle als derzeit? Dann lesen Sie diesen Artikel. Sie finden darin Beispiele, teilweise überraschender Art, wie erfolgreiche Unternehmer die Angst vor Ablehnung gemeistert haben.

Doch warum ist Angst vor Ablehnung so verbreitet? Warum hält sie uns zurück, die Dinge zu tun, von denen wir wissen, dass wir sie tun sollten? Die Wissenschaft hat dazu erstaunliche Erkenntnisse geliefert.

Unser Gehirn behandelt Ablehnung genauso wie physischen Schmerz

Angst vor Ablehnung ist nicht nur etwas, das hypersensible Naturen betrifft. Sie hat eine physiologische Grundlage. Wenn Ablehnung und Zurückweisung weh tun, dann deshalb, weil unser Gehirn diese Erfahrung in genau dem Areal verarbeitet, in dem es auch physischen Schmerz verarbeitet.

Mit anderen Worten: Unser Gehirn macht keinen Unterschied zwischen dem Schmerz, der durch Ablehnung zustande kommt und dem Schmerz, wenn Sie einen heißen Gegenstand anfassen oder sich den Arm brechen.

Faszinierend: Unser Gehirn verarbeitet Ablehnung wie physischen Schmerz Klick um zu Tweeten

Das sind die erstaunlichen Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien, die ich in einem früheren Artikel ausgewertet habe. Dort sind auch detailliert die Quellen aufgeführt.

Wenn wir versuchen, diesen Schmerz zu vermeiden, verhalten wir uns also in gewisser Weise vernünftig. Denn wer würde aus freien Stücken eine heiße Herdplatte anfassen, wenn er sich daran einmal verbrannt hat?

Und wer würde freiwillig sein Überleben gefährden?

Evolutionsgeschichte: Wer aus dem Stamm ausgeschlossen wurde, hatte keine Überlebenschance

Angst vor Ablehnung ist nichts Neues. Sie begleitet uns seit Millionen von Jahren. Schon in der frühesten Menschheitsgeschichte waren Menschen darauf angewiesen, mit ihrem Stamm zusammen  zu sein. Ausschluss vom Stamm war gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Niemand konnte allein überleben.

Individualgeschichtlich gilt das Gleiche. Niemand kann als Kleinkind ohne die Eltern oder zumindest andere Erwachsene überleben.

Angst vor Ablehnung prägt uns seit Millionen von Jahren Klick um zu Tweeten

Ist es nicht auch unter diesen Aspekten höchst vernünftig, sich sozial angepasst zu verhalten, sich einzufügen, nicht aus der Reihe zu tanzen und dadurch Kritik, Spott, Ablehnung, Zurückweisung oder ähnlich Gravierendes zu riskieren?

Wenn die Angst vor  Ablehnung so tief verwurzelt ist, sind wir ihr dann auf Gedeih und Verderb ausgeliefert? Oder gibt es eine Chance, sie zu überwinden?

Wie ein Unternehmer Angst vor Ablehnung in 100 Tagen überwand und zum gefeierten Speaker und Buchautor wurde

Rejection ProofJia Jiang, frischgebackener Familienvater und Gründer eines Start-up-Unternehmens, erhielt während einer privaten Geburtstagsfeier die Nachricht von der Absage eines wichtigen Investors. Jia Jiang musste sich zurückziehen, damit seine Freunde nicht seine Tränen sahen. In den Tagen danach war er wie am Erdboden zerstört.

Hatte er eine falsche Entscheidung getroffen? Sollte er sich wieder einen Job suchen? Die Verlockung war groß, doch Jia Jiang entschied sich dagegen. Ihm wurde bewusst, dass seine Angst vor Ablehnung ihn sein Leben lang behindern würde, wenn er nichts dagegen unternahm.

Nach einer Google-Recherche entschloss er sich zu einer 100-Tage-Challenge. Ziel war, 100 Tage nacheinander jeden Tag eine Absage zu erhalten.

Die überraschende Erfahrung: Zum Ende der 100 Tage fiel es ihm immer schwerer, Absagen zu bekommen. Insgesamt erhielt er auf seine Anfragen 51-mal ein JA und 49-mal ein NEIN.

Wie ein Unternehmer Angst vor Ablehnung in 100 Tagen überwunden hat Klick um zu Tweeten

Doch nicht nur das: Er selbst hatte sich verändert. Aus einem schüchternen und linkischen jungen Mann wurde ein furchtloser Mensch, der keine Angst mehr hat, andere anzusprechen oder nach etwas zu fragen. Mittlerweile hält er mitreißende Vorträge und hat sein Buch Rejection Proof veröffentlicht.

Hier können Sie nachlesen, was er an den 100 Tagen alles versucht hat, um eine Ablehnung zu erhalten.

Und hier können Sie seine Geschichte noch ausführlicher nachlesen.

Nachtrag am 30.08.2015: Hier war eine Empfehlung für ein Video, doch Jia Jiang hat wohl seine Website geändert. Das Video ist nicht mehr zu sehen. In der Zwischenzeit habe ich allerdings mit seinem Buch begonnen und kann es jedem nur empfehlen, der eine neue Einstellung gewinnen möchte.

Nachtrag am 31.08.2105: Das Video ist wieder da. Ich finde es sehr inspirierend. Hier ist der Link dazu.

Was ein IT-Freelancer erlebte, als er Angst vor Ablehnung in ein Spiel verwandelte

Die Idee, die Jia Jiangs 100-Tag-Challenge zugrunde lag, beruhte auf einer 30-Tages-Challenge, die Jason Comely entwickelt hatte. Jason Comely war ein junger IT-Freelancer, der von seiner Frau verlassen worden war und danach sehr zurück gezogen lebte.

An einem einsamen Freitagabend neun Monate später sann er über sein Leben nach und erinnerte sich, dass russische Elitekämpfer sich einer rigorosen Ausbildung unterziehen mussten. Er fand Gefallen an dem Gedanken, sich ein vergleichbares Training aufzuerlegen und kam auf die Idee, dass er sich täglich einer Ablehnung aussetzen wollte.

Das Faszinierende daran: Er betrachtete das Ganze als ein Spiel.

Das bedeutete: Er kehrte die Bedeutung der Ereignisse um.

Angst vor Ablehnung? Kehren Sie die Spielregeln um Klick um zu Tweeten

Während eine Abfuhr bislang eine Katastrophe war, war sie nun plötzlich ein Erfolg!

Das Ganze funktionierte ähnlich gut wie später für Jia Jiang. Er kam dann auf die Idee, mögliche Fragen, die zu Ablehnung führen konnten, auf Spielkarten zu drucken. Dadurch verbreitete sich das Ganze weiter und so erfuhr auch Jia Jiang später davon.

Hier lesen Sie mehr über seine Geschichte.

Wie Warren Buffet seine Redeangst überwand

Warren Buffet ist der wahrscheinlich erfolgreichste Investor der Welt, und das seit Jahrzehnten. Doch in jungen Jahren hatte er panische Angst vor öffentlichen Auftritten.

Was tat er? Er entschloss sich, die Redeangst zu überwinden. Er besuchte einen Dale Carnegie-Kurs. Er setzte um, was er gelernt hatte.

Wie Warren Buffet seine Redeangst besiegte Klick um zu Tweeten

Und mittlerweile ist er sogar in einem YouTube-Video zu sehen, als Rockstart kostümiert und mit entsprechenden Posen, und singt dort.

Gäbe es Facebook heute, wenn Mark Zuckerberg beliebter gewesen wäre?

Es gibt eine Reihe von Beispielen dafür, dass Ablehnung zu besonderen Leistungen anstachelt. Auch wissenschaftliche Studien deuten in diese Richtung.

Niemand von uns weiß genau, wie Mark Zuckerberg in jungen Jahren war. In diesem Artikel wird die These vertreten, dass seine soziale Isolation während der Harvard-Zeit letztlich dazu geführt hat, dass er Facebook entwickelte. Es kann sein, es kann nicht sein.

Doch die Idee hat ihren Reiz.

Was wäre für Sie möglich ohne Angst vor Ablehnung?

Angst vor Ablehnung ist verständlich, sowohl aus unserer individuellen wie auch kollektiven Entwicklungsgeschichte wie auch aus der Tatsache, dass das Gehirn Ablehnung wie physischen  Schmerz verarbeitet.

Doch Angst vor Ablehung lässt sich überwinden. Sie lässt sich transformieren, so dass etwas Größeres entsteht.

Was könnte für Sie möglich werden, wenn Angst vor Ablehnung keine Rolle mehr spielte?

Was wäre möglich für Sie, wenn Angst vor Ablehnung Sie nicht zurückhalten würde? Klick um zu Tweeten Solo-Unternehmer: Angst vor Ablehnung ist kein Schicksal. Sie lässt sich überwinden. Klick um zu Tweeten Nie mehr Angst vor Ablehnung in der Selbstständigkeit? Mehr dazu... Klick um zu Tweeten

Wieweit haben Sie diese Angst möglicherweise schon überwunden? Teilen Sie Ihre Gedanken und Erfahrungen.  Teilen Sie auch diesen Artikel in Ihrem Netzwerk.

Bildnachweise:

Beitragsbild: Pixabay

Buchcover „Rejection Proof“: Cornerstone Digital

Danke fürs Teilen:-)
Monika Birkner
 

Ich unterstütze Solo-Unternehmer, ihre Einzigartigkeit wertzuschätzen und damit ein erfolgreiches, verkaufsfähiges Business zu kreieren. Wenn Sie eine ganzheitlich-systematische Arbeitsweise lieben - ob im Rahmen von Coaching-Programmen oder 1:1-Zusammenarbeit - und bereit sind für echte Durchbrüche im Denken, Handeln und in den Ergebnissen, ist eine Discovery Session mit mir ein guter nächster Schritt. Mehr dazu auf meiner Seite "Angebote".

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Britta Wein - 10. Februar 2016

Liebe Frau Birkner,

Danke für Ihre Anregungen und Buchtipps. In dem Buch (ebenfalls eine Buchempfehlung von Ihnen) von Steven Pressfield „The War of Art“ lernte ich eine interessante Sichtweise zum Thema Ablehnung kennen, die mich seit dem sehr beschäftigt. Es geht darum, dass der Umgang mit Ablehnung (also schon das ’sich trauen‘ an sich) einfacher wird, je mehr man sich von seinem Tun distanzieren kann.
Er verdeutlicht dies am Beispiel von Madonna. “Madonna does not identify with ‘Madonna.’ Madonna employs ‘Madonna‘.” (Es ist ihr Job Madonna zu sein. Madonna ist bei „Madonna“ angestellt).
Distanz zur eigenen Sache, persönlichem Wohlergeben etc ist sicherlich eine gute Möglichkeit sich vor Ablehnung zu schützen.

Paolo Coelho sagte im Interview mit Oprah Winfrey zum Thema Wagnis:
„If you don’t fear the unknown, the unknown will be kind to you“. (Wenn man die Angst vor dem Unbekannten verliert, wird das Unbekannte nett zu uns sein).

Ich denke auch daran ist was dran…
Mein sportliches Credo dazu: aufgeben ist das letzte was man sich erlauben darf. 😉

Grüße aus Berlin,
Britta Wein

Reply
    Monika Birkner - 11. Februar 2016

    Liebe Frau Wein,

    danke schön für diese wertvollen Hinweise. Mit dem, was Steven Pressfield sagt, kann ich mich gut anfreunden. Gerade für Solo-Unternehmer kann es allerdings eine besondere Herausforderung sein, sich nicht zu sehr zu identifizieren. Denn oftmals geht es um Herzensangelegenheiten. Gleichwohl denke ich, dass es ein guter Weg ist, Abstand zu halten.

    Ich nutze dazu gern die vier Perspektiven:

    was ist wichtig für den Kunden?
    was ist wichtig für mich selbst?
    was ist wichtig für mein Business?
    was ist wichtig für einen potenziellen Erwerber?

    Das ist aus meiner Sicht ein guter Weg, um nicht zu ich-bezogen an das Ganze heranzugehen.

    Die Worte von Paul Coelho gefallen mir auch sehr gut. Sie erinnern mich an etwas, das angeblich Einstein gesagt hat. Sinngemäß geht es dahin, dass man selbst entscheiden kann, ob man das Universum als freundlich oder feindlich erlebt, und je nachdem dann auch die entsprechenden Erfahrungen macht.

    Ob er es so gesagt hat oder nicht – letztlich drückt es etwas sehr Wichtiges aus: dass unsere Erfahrungen viel mit unserer inneren Haltung zu tun haben. Und das bedeutet: dass wir schon durch die Änderung der inneren Haltung zu neuen Erfahrungen im Außen gelangen können.

    Mit Ihrem sportlichen Credo sind Sie auf einem guten Weg:-)

    Reply
Claudia - 31. August 2015

Ich finde es hilfreich, sich klar zu machen, dass die Ablehnung meistens nicht gegen meine Person gerichtet ist, sondern die Sache betrifft. Der Investor aus dem Beispiel oben sagte ja nicht: Jia, ich investiere nicht in dein Geschäft, weil du ein unsympathischer Verlierer bist. Sondern es geht um sein Geld, und die Investition ist am Ende doch nicht so, dass sie in sein Anlageportfolio passt. Vielleicht hat er schon zuviel in Startups stecken, vielleicht kennt er die Branche nicht gut genug.

Wenn eines meiner Angebote zurückkommt, dann meistens, weil das Projekt doch nicht durchgeführt wird, weil ein Controller nein gesagt hat, vielleicht aber auch, weil ich nicht an den Entscheider angeboten oder sonst einen Fehler gemacht habe. Wahrscheinlich nicht, weil jemand beim Kunden gesagt hat: Die mag ich nicht, von der kaufen wir nichts.

Wie oft hat mir jemand etwas angeboten, und ich habe letztlich nicht gekauft – das ist ganz normal. Mehr noch: Wenn ich einem übersensiblen Verkäufer ansehe, dass er die Ablehnung persönlich nimmt, gehe ich ihm oder ihr in Zukunft aus dem Weg. Die anderen frage ich das nächste Mal wieder, wenn ich etwas brauche. Das Angebot, das in Ablehnung resultierte, kann also durchaus ein konstruktiver Baustein in der Kundenbeziehung sein.

Reply
    Monika Birkner - 31. August 2015

    Liebe Frau Dr. Arnold.

    danke schön für diese interessanten Aspekte.

    Die Tendenz, Ablehnungen persönlich zu nehmen, ist sehr verbreitet. Schon allein dieser Schritt, sich bewusst zu machen, dass es nicht unbedingt persönlich gemeint ist, kann sehr viel Spannung herausnehmen. Oder sogar noch weitergehend: herauszufinden, was die Gründe für die Ablehnung waren. In dem Blumenbeispiel, dass in dem kleinen Video erwähnt ist, antwortet der erste Hauseigentümer mit nein, weil er einen großen Hund hat, der die Blume wieder herausreißen würde. Die Nachbarin, zu der er Jia Jiang dann schickt, ist hingegen hoch erfreut.

    Auch den Aspekt, in einer Ablehnung den Baustein für eine mögliche künftige Kundenbeziehung zu sehen, finde ich sehr interessant. Oft denken wir, dass ein „Nein“ bis ans Ende aller Tage gültig sein muss. Doch es kann ebenso gut irgendwann ein „Ja“ daraus werden.

    Reply
Ulrike Zecher Emotionsberatung - 31. August 2015

Liebe Monika,
herzlichen Dank für deinen hilfreichen und sehr informativen Blogpost!
Ja, da stimme ich dir zu: Die Angst vor Ablehnung ist eine mächtige Stolperfalle.
Ich werde deine Buchtipps meinen Klienten empfehle, denn ich schätze als Coach spielerische Ansätze, die Dinge einfach umzudrehen.
Wunderbare Grüße aus Düsseldorf,
Ulrike Zecher

Reply
    Monika Birkner - 31. August 2015

    Liebe Ulrike,

    danke für deinen Kommentar. Mittlerweile denke ich gelegentlich, dass die Angst vor Ablehnung sogar das größte Hindernis in der Selbstständigkeit sein kann. Das buch finde ich wirklich empfehlenswert.

    Reply
Lothar Schmidt - 30. August 2015

Liebe Monika,
eine tolle Idee – quer gedacht. Die Methode, das Ziel umzukehren, kenne ich als Kreativitätstechnik – aber warum nicht, um Angst zu überwinden?

Die Angst vor der Ablehnung kenne ich seit der Tanzschule, obwohl ich ein prima Tänzer bin. Mein Verstand sagt mir klar, dass sie nicht notwendig ist, aber mein Bauch schlägt Alarm.
Mein Rezept:
Ich bin sehr neugierig und liebe es, Dinge und interessante Menschen zu entdecken. Mit diesem Entdeckergeist gehe ich auf Menschen zu. So wird aus Stress, Neugier und wundervolle Begegnungen. Da mein zweiter Stressfaktor „Erfolgsdruck und Verkaufen müssen“ ist, überlege ich mir immer, wie ich dem Menschen, auf den ich zu gehe, helfen kann. Das macht den Einstieg viel leichter und das Gespräch offener und kreativer.

Reply
    Monika Birkner - 31. August 2015

    Lieber Lothar,

    danke schön für deine Erfahrungen und dein „Rezept“. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine eigene Tanzstundenzeit. Das war nicht einfach.

    Dein Rezept finde ich sehr beherzigenswert. Offenheit, Neugierde auf andere und die Ausrichtung darauf, wie man ihnen helfen kann, können in der Tat sehr entlastend sein. Ich höre das auch immer wieder von Telefonakquise-Profis: Statt sich zu verkrampfen, weil man unbedingt einen Termin möchte, lieber offen zu sein und sich vorzustellen, dass man auf jeden Fall mit diesem Menschen ein schönes Gespräch führen und ihm den Tag verbessern kann. Das finde ich sehr ansprechend.

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