Monika Birkner Angst vor Sichtbarkeit

Keine Angst vor Sichtbarkeit mehr – Neueste psychologische Studien sowie Praxisbeispiele [UPDATE]

Angst vor Sichtbarkeit ist eine riesige Erfolgshürde für Solopreneure & KMU. Konkreter noch: Die Angst vor Ablehnung, die mit mehr Sichtbarkeit einher gehen kann, ob es dabei um Positionierung geht, um Marketing oder um Verkaufssituationen:

  • Positionierung: Was ist, wenn Sie sich in Ihrer ganzen Einzigartigkeit zeigen? Wie reagieren andere darauf? Was haben Sie früher erfahren, wenn Sie sich in Ihrer Power zeigten, mit Ihrer eigenen Meinung, mit Ihrer vollen Kreativität oder was immer Ihre Einzigartigkeit ausmacht?
  • Marketing: Was ist, wenn Sie bei Facebook etwas posten und niemand reagiert darauf? Und wenn das nicht nur einmal passiert, sondern eher die Regel ist als die Ausnahme?
  • Verkauf: Was ist, wenn Sie ein Angebot machen und der potenzielle Kunde greift nicht zu oder feilscht um den Preis, statt den Wert Ihres Angebotes zu würdigen?

Fühlt sich nicht gut an, oder?

Doch bevor Sie sich durch mögliche Ängste vor Sichtbarkeit beziehungsweise Ablehnung zurückhalten lassen, lesen Sie diesen Beitrag:

  • Sie finden darin neueste psychologische Studien, die Ihnen die Angst vor Ablehnung verständlich machen, und auch Strategien aufzeigen, wie Sie diese Angst meistern können.
  • Außerdem finden Sie praktische Beispiele, teilweise überraschender Art, wie erfolgreiche Unternehmer die Angst vor Ablehnung gemeistert haben.

Sensationelle Studien: Weshalb Ablehnung uns so zu schaffen macht

Wir alle erleben gelegentlich Ablehnung. Auch und erst recht im Business.

Und sie tut weh.

Das ist normal.

Denn unser Gehirn behandelt soziale Ablehnung genauso wie physischen Schmerz, zum Beispiel bei einer Verbrennung.

Konkret: unser Gehirn verarbeitet diese Erfahrung in genau dem Areal, in dem es auch physischen Schmerz verarbeitet.

Das haben wissenschaftliche Studien (Fundstellen am Ende dieses Beitrages) ergeben.

Mit Hilfe moderner bildgebender Verfahren ist es möglich, genau festzustellen, wie das Gehirn in verschiedenen Situationen reagiert. Was sich dabei gezeigt hat, kommt einer Sensation gleich:

Unser Gehirn macht keinen Unterschied zwischen dem Schmerz, der durch Ablehnung zustande kommt, und dem Schmerz, wenn Sie einen heißen Gegenstand anfassen oder sich den Arm brechen.

Das Spannende dabei ist, dass diese Reaktion nur bei Ablehnungsschmerz auftaucht. Es wurden rund 150 weitere Untersuchungen mit allen möglichen negativen Emotionen durchgeführt. Keine davon wurde so verarbeitet wie soziale Ablehnung.


Schon gewusst? Soziale Ablehnung wird vom Gehirn genauso verarbeitet wie physischer Schmerz.

Was das für Selbstständige bedeutet

Angst vor Ablehnung ist nichts Neues. Sie begleitet uns seit Millionen von Jahren.

Schon in der frühesten Menschheitsgeschichte waren Menschen darauf angewiesen, mit ihrem Stamm zusammen  zu sein.

Ausschluss vom Stamm war gleichbedeutend mit einem Todesurteil. Niemand konnte allein überleben.

Individualgeschichtlich gilt das Gleiche.

Niemand kann als Kleinkind ohne die Eltern oder zumindest andere Erwachsene überleben.

Und im Business gilt: Als Einzelkämpfer können wir nicht überleben. Wir brauchen Kunden. Wir brauchen ein Netzwerk. Wir brauchen andere, um uns auszutauschen, um miteinander bzw. voneinander zu lernen, uns gegenseitig zu unterstützen.

Monika Birkner Newsletter
Melden Sie sich zum kostenfreien Newsletter an, um über weitere Beiträge und aktuelle Angebote informiert zu werden. https://monikabirknerfreedombusiness.de/newsletter/

Neue Studie: Schon befürchtete Ablehnung löst Stress aus [UPDATE]

Doch nicht nur das Ablehnungsereignis selbst tut weh.

Eine Studie von 2017 der University Nebraska-Lincoln (s. Quellen unten, Nr. 8) zeigt, dass schon in Situationen, wo wir Ablehnung erwarten oder befürchten, Stress ausgelöst wird. Wenn diese Situation chronisch wird, weil wir in einem länger dauernden Zustand von Angespanntheit sind, hat das etliche negative Auswirkungen auf den Organismus.

Möglicherweise ist es sogar noch schwieriger, mit der befürchteten Ablehnung umzugehen als mit einem konkreten Ablehnungserlebnis. Denn bei letzterem hat man eine konkrete Situation und kann dafür Lösungen suchen.

Wenn Sie also den Start Ihres Blogs oder die Veröffentlichung Ihrer Website immer wieder verschieben, dann hat das im Zweifel viel mit der befürchteten Ablehnung zu tun, auch wenn es vordergründig andere Erklärungen geben kann.

Doch Sie tun sich damit nichts Gutes.

Zum einen leidet Ihr Business darunter.

Außerdem leidet Ihr Selbstwertgefühl – erst recht, wenn Sie aus Ihrem Umfeld immer wieder gefragt werden, wann es denn endlich so weit ist mit Ihrem Blog oder Ihrer Website oder was immer aktuell ansteht.

Und auch Ihre Gesundheit leidet, weil diese ständige Anspannung vom Organismus nicht verarbeitet werden kann.

Strategien zum Umgang mit Ablehnung und Angst vor Ablehnung

Sind wir nun einfach der Ablehnung oder Angst vor Ablehnung ausgesetzt? Oder gibt es Möglichkeiten, damit umzugehen?

Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten. Einige Anregungen stellt die Wissenschaft zur Verfügung.

Darüber hinaus haben verschiedene Unternehmer Möglichkeiten gefunden, wie sie Ablehnung und Angst vor Ablehnung überwunden haben.

Und ich selbst habe auch Verschiedenstes ausprobiert und teile weiter unten meine eigenen Erfahrungen.


Psychologische Studien und praktische Erfolgsbeispiele für den Umgang mit Ablehnung und Angst vor Ablehnung

Neue Studien: Mindfulness und Neugierde helfen [UPDATE]

Eine 2018 veröffentlichte Studie von Forschern der Virginia Commonwealth University (s. Quellen unten, Nr. 9) legt den Schluss nahe, dass „Mindfulness“ dabei helfen kann, mit sozialer Ablehnung umzugehen. Die Forscher stellten das in Versuchen mit Studenten fest, die von bildgebenden Verfahren begleitet wurden.

„Mindfulness“ (oft mit Achtsamkeit übersetzt) lässt möglicherweise den Stress von vornherein nicht so stark empfinden und hilft dabei, ihn besser zu verarbeiten.

In einem Beitrag von Razi Sahi (s. Quellen unten, Nr. 10) ) heißt es, dass es ebenfalls hilft, wenn wir versuchen herauszufinden, weshalb jemand sich ablehnend verhalten hat. Wenn es Gründe hat, die mit ihm zu tun haben, tut es weniger weh, als wenn wir das Gefühl haben, nicht gemocht zu werden.

Eine japanische Studie (s. Quellen unten, Nr. 7) kommt zum Ergebnis, dass neugierige Menschen weniger von Ablehnung berührt werden als weniger neugierige Zeitgenossen.

Was Sie also tun können, wenn die Angst vor Sichtbarkeit beziehungsweise Ablehnung Sie blockiert oder Sie eine konkrete Situation erleben, die Sie als Ablehnung interpretieren:

  • Sie können mit voller Achtsamkeit die Situation wahrnehmen und wie Sie körperlich und emotional darauf reagieren. Das Bewusstmachen kann schon etwas verändern.
  • Falls Sie sich von einer Verhaltensweise gekränkt fühlen, können Sie versuchen, die Motive der anderen Person oder Personen zu verstehen.
  • Und eine generelle Haltung von Neugierde und Offenheit kann wie ein Schutzmantel wirken, der allzu negative Auswirkungen von Ihnen fernhält.

Das sind zumindest Ansätze, die sich aus neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen ergeben.

Ein anderer Weg, den Sie gehen können: Folgen Sie den Beispielen erfolgreicher Unternehmer, die spannende Wege gefunden haben, mit Ablehnung und Angst vor Ablehnung umzugehen.

Die 100-Tage-Challenge, um gegen Angst vor Ablehnung gefeit zu sein

Rejection Proof

Jia Jiang, frischgebackener Familienvater und Gründer eines Start-up-Unternehmens, erhielt während einer privaten Geburtstagsfeier die Nachricht von der Absage eines wichtigen Investors.

Jia Jiang musste sich zurückziehen, damit seine Freunde nicht seine Tränen sahen.

In den Tagen danach war er wie am Erdboden zerstört.

Hatte er eine falsche Entscheidung getroffen? Sollte er sich wieder einen Job suchen?

Die Verlockung war groß. Doch Jia Jiang entschied sich dagegen.

Ihm wurde bewusst, dass seine Angst vor Ablehnung ihn sein Leben lang behindern würde, wenn er nichts dagegen unternahm.

Nach einer Google-Recherche entschloss er sich zu einer 100-Tage-Challenge.

Ziel war, 100 Tage nacheinander jeden Tag eine Absage zu erhalten.

Die überraschende Erfahrung: Zum Ende der 100 Tage fiel es ihm immer schwerer, Absagen zu bekommen.

Insgesamt erhielt er auf seine Anfragen 51-mal ein JA und 49-mal ein NEIN.

Doch nicht nur das: Er selbst hatte sich verändert.

Aus einem schüchternen und linkischen jungen Mann wurde ein furchtloser Mensch, der keine Angst mehr hat, andere anzusprechen oder nach etwas zu fragen.

Mittlerweile hält er mitreißende Vorträge und hat sein Buch Rejection Proof veröffentlicht.

Hier können Sie nachlesen, was er an den 100 Tagen alles versucht hat, um eine Ablehnung zu erhalten.

Und hier können Sie seine Geschichte noch ausführlicher nachlesen.

Angst vor Ablehnung in ein Spiel verwandeln: Beispiel eines IT-Freelancers 

Die Idee, die Jia Jiangs 100-Tag-Challenge zugrunde lag, beruhte auf einer 30-Tages-Challenge, die Jason Comely entwickelt hatte.

Jason Comely war ein junger IT-Freelancer, der von seiner Frau verlassen worden war und danach sehr zurück gezogen lebte.

An einem einsamen Freitagabend neun Monate später sann er über sein Leben nach und erinnerte sich, dass russische Elitekämpfer sich einer rigorosen Ausbildung unterziehen mussten.

Er fand Gefallen an dem Gedanken, sich ein vergleichbares Training aufzuerlegen und kam auf die Idee, dass er sich täglich einer Ablehnung aussetzen wollte.

Das Faszinierende daran: Er betrachtete das Ganze als ein Spiel.

Das bedeutete: Er kehrte die Bedeutung der Ereignisse um.

Während eine Abfuhr bislang eine Katastrophe war, war sie nun plötzlich ein Erfolg!

Das Ganze funktionierte ähnlich gut wie später für Jia Jiang.

Er kam dann auf die Idee, mögliche Fragen, die zu Ablehnung führen konnten, auf Spielkarten zu drucken. Dadurch verbreitete sich das Ganze weiter und so erfuhr auch Jia Jiang später davon.

Hier lesen Sie mehr über seine Geschichte.

Warren Buffet und seine Redeangst

Warren Buffet ist der wahrscheinlich erfolgreichste Investor der Welt, und das seit Jahrzehnten.

Doch in jungen Jahren hatte er panische Angst vor öffentlichen Auftritten.

Was tat er? Er entschloss sich, die Redeangst zu überwinden. Er besuchte einen Dale Carnegie-Kurs. Er setzte um, was er gelernt hatte:
https://www.inc.com/carmine-gallo/3-steps-to-overcome-stage-fright-that-worked-for-warren-buffett.html


Chance für Solopreneure & KMU: Wer sich von vornherein als „anders“ erlebt, kann durch Ablehnung noch besser werden.

Ablehnung kann auch beflügeln – besondere Chance für Solopreneure & KMU

Und wenn doch eine Situation eintritt, wo Sie Ablehnung erleben?

Das muss kein Weltuntergang sein. Solche Situationen können auch beflügeln.

Eine Studie von 2012 (Quellenverzeichnis unten Nr. 5 und 6) kommt zum Ergebnis, dass soziale Ablehnung unterschiedlich erlebt wird, je nachdem zu welcher Gruppe man gehört.

  • Diejenigen, die sich auch vorher schon als anders als die Masse erlebt haben (in der Studie als „independent“ bezeichnet), werden durch ablehnende Reaktionen tendenziell eher zu neuer Kreativität angefeuert.
  • Wer hingegen eher ein Gruppenmensch ist, kann durch Ablehnung in seinen kognitiven Fähigkeiten behindert werden.

Ich gehe davon aus, dass viele Solopreneure & KMU eher zur ersten Gruppe gehören. Zumindest dürfte das auf diejenigen zutreffen, die von sich selbst sagen, dass sie in keine Schublade passen und stolz sind auf ihre Einzigartigkeit.

Und selbst wenn die Ablehnung dennoch schmerzt, dann kann sie trotzdem beflügeln, noch mehr Ihre Einzigartigkeit zu entwickeln und zu demonstrieren, was bei der Positionierung, beim Marketing und in anderen Situationen nützlich sein kann.

Was mir selbst hilft

Ich habe natürlich auch meine eigenen Erfahrungen mit diesem Thema:-). Je nach Situation kann ich mit einer der folgenden Strategien oder einer Kombination davon trotzdem ins Handeln kommen:

  • Es beginnt damit, dass ich versuche herauszufinden, ob es äußere Hindernisse gibt oder wieweit die Angst vor Ablehnung dahinter steht. Damit weiß ich dann, wo ich ansetzen muss.
  • Ich mache mir bewusst, worum es mir wirklich geht. Verbinde mich mit meiner großen Vision und mache mir auch klar, was es bedeutet, wenn sie auf der Strecke bleibt.
  • Sehr hilfreich ist auch eine experimentelle Haltung. Statt in Kategorien von „alles oder nichts“ zu denken, betrachte ich die Einzelschritte als kleine Experimente, die mir neue Lernerfahrungen ermöglichen und von da aus Folgeexperimente.
  • Auch das Prinzip der kleinen Schritte erlebe ich immer wieder als hilfreich. Im Artikel „Große Ziele erreicht man in kleinen Schritten“ erläutere ich das näher und nenne ein paar Buchtipps.
  • Außerdem erinnere ich mich in solchen Situationen gern an ein Buch von Anita Moorjani, das ich vor einiger Zeit las: Dying To Be Me: My Journey from Cancer, to Near Death, to True Healing (deutsche Version: Heilung im Licht: Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde). Sie beschreibt dort ihre Nahtoderfahrung. Unter anderem beschreibt sie, was ich in anderen ähnlichen Büchern schon gelesen hatte, dass sie alle Erfahrungen ihres Lebens wahrnahm und wie diese zusammenflossen wie in einem riesigen Teppich. Eine Schlüsselaussage für mich war, dass die Beiträge jeder einzelnen Person wichtig sind wie die einzelnen Fäden in einem Teppich. Es darf keiner fehlen. Die eigenen Beiträge zurückzuhalten, würde demnach bedeuten, dass der Teppich unvollständig wäre.

Zusammenfassung und Tipps, wie Sie die Angst vor Ablehnung meistern können:

  1. Ablehnung tut genauso weh wie physischer Schmerz. Denn sie wird von Gehirn genauso verarbeitet.
  2. Schon die Angst vor Ablehnung löst Stress aus. Je länger dieser andauert, desto negativer sind die gesundheitlichen Auswirkungen.
  3. Angst vor Ablehnung lässt sich überwinden.
  4. Eine 100- oder 30-Tage-Challenge kann generell dagegen immunisieren (s. Beispiele oben).
  5. Mit konkreten Maßnahmen kann man dagegen angehen (s. Beispiel Warren Buffet).
  6. Die Orientierung an der Vision kann dazu führen, dass die Angst vor Ablehnung zurücktritt.
  7. Auch eine experimentelle Haltung und kleine Schritte können geeignet sein, um ins Tun zu kommen, statt sich bremsen zu lassen.
  8. Wenn tatsächlich eine negative Reaktion erfolgt, hilft Achtsamkeit („Mindfulness“), damit umzugehen.
  9. Auch Neugierde ist förderlich.
  10. Und letztlich hilft es, wenn Sie sich als „independent“ erleben im Sinne von „anders“ als die Masse. Dann kan Ablehnung sogar Ihre Kreativität beflügeln.

Wie sind Ihre Erfahrungen? Welche Strategien haben sich für Sie als nützlich herausgestellt?

Teilen Sie Ihre Gedanken und Erfahrungen.  Teilen Sie gern auch diesen Artikel in Ihrem Netzwerk, wenn Sie ihn nützlich finden.

Monika Birkner Newsletter
Melden Sie sich zum kostenfreien Newsletter an, um über weitere Beiträge und aktuelle Angebote informiert zu werden. https://monikabirknerfreedombusiness.de/newsletter/

Quellen der wissenschaftlichen Studien [UPDATE Mai 2019]

Wenn Sie Lust bekommen haben, sich eingehender mit den erwähnten Studienergebnissen zu befassen, finden Sie hier eine Reihe von Links, einige davon frisch hinzugefügt:

(1) Kirsten Weir: The pain of social rejection, American Psychological Association, April 2012

(2) Veröffentlichung der University of Michigan vom 25.03.2011 (Diane Swanbrow): Study illuminates the „pain“ of social rejection

(3) Christine Dell’Amore: Rejection Really Hurts, Brain Scans Show, National Geographic Daily News, 28.03.2011

(4) Dr. Matthew Lieberman / Dr. Naomi Eisenberger: The pains and pleasures of social life: a social cognitive neuroscience approach, NeuroLeadership Journal 2008

(5) Veröffentlichung der John Hopkins University vom 21.08.2012 (Patrick Ercolano): Don’t Get Mad, Get Creative: Social Rejection Can Fuel Imagination, JHUCarey Researcher Finds

(6) Sharon H. Kim (Johns Hopkins University), Lynne C. Vincent (Cornell University), Jack A. Goncalo (Cornell University): Outside Advantage: Can Social Rejection Fuel Creative Thought?

(7) Taishi Kawamoto u.a.: Curious people are less affected by social rejection 15.01.2017

(8) Scott Schrage (University Nebraska-Lincoln) : Study shows how brain anticipates social exclusion
14.12.2017

(9) Brian McNeill (Virginia Commonwealth University): Social rejection is painful and can lead to violence. A new study suggests that mindfulness may be a solution. Artikel vom 14.06.2018

(10) Razia Sahi: Ouch: Understanding the Pain of Social Rejection 15.03.2019

Bildnachweise:

Beitragsbild: hahnsinn – Büro für Design & Webentwicklung 

Buchcover „Rejection Proof“: Random House

Der Beitrag wurde erstmals am 29.08.2015 veröffentlicht. Letztes Update: 02.05.2019

12 Kommentare zu „Keine Angst vor Sichtbarkeit mehr – Neueste psychologische Studien sowie Praxisbeispiele [UPDATE]“

  1. Hallo Monika,
    vielen Dank für die guten Tipps! Ich persönlich finde es sehr wertvoll, wenn man solche Ängste bemerkt, genau den dahinterliegenden Glaubenssätzen auf den Grund zu gehen. Solche Ängste entstehen nicht einfach aus dem Nichts, sondern beruhen auf Erfahrung des nicht geliebt werdens oder ähnliches. Wenn wir ein gesundes Selbstwertgefühl haben, haben wir das Problem nicht. Daran kann man arbeiten. Und das lohnt sich definitiv.

  2. Liebe Monika,

    danke für diesen gut recherchierte und wundervoll strukturierten Beitrag zum Thema ‚Sichtbarkeit‘.

    Mir ist in diesem Zusammenhang noch wichtig zu erwähnen, dass jedes Wesen ein einzigartiger Beitrag zum Ganzen ist. Diese Einzigartigkeit wird sehr klar von Marianne Williamson in dem Gedicht ‚Unsere größte Angst‘ beschrieben, welches Nelson Mandela in seiner Antrittsrede verwendete:

    Unsere tiefste Angst ist nicht, ungenügend zu sein.
    Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.
    Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, was wir am meisten fürchten,
    Wir fragen uns, wer bin ich denn, um von mir zu glauben, dass ich brillant, großartig, begabt und einzigartig bin?
    Aber genau darum geht es, warum solltest Du es nicht sein?
    Du bist ein Kind Gottes.
    Dich klein zu machen nützt der Welt nicht.
    Es zeugt nicht von Erleuchtung, sich zurückzunehmen, nur damit sich andere Menschen um dich herum nicht verunsichert fühlen.
    Wir alle sind aufgefordert, wie die Kinder zu strahlen.
    Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns liegt, auf die Welt zu bringen.
    Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem.
    Und indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen, geben wir anderen Menschen unbewusst die Erlaubnis, das Gleiche zu tun.
    Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unser Dasein automatisch die anderen.

    Von Marianne Williamson aus ihrem Buch „Rückkehr zur Liebe“.

    Den Begriff ‚Gott‘ möge jede/r nach eigener Überzeugung interpretieren; die Überzeugung jedoch, ein einzigartiger Anteil des Ganzen zu sein, mit individuell unterschiedlichen Möglichkeiten, dieses in die Sichtbarkeit zu bringen, ist erhellend und erfordert Courage.

    Was ist es also, das mich einzigartig, anders macht?
    Welchem Anteil des Ganzen verleihe ich Ausdruck?
    Wie sieht meine Facette des großen Ganzen aus?

    Herzlich*Heike Müller-Aslan

    1. Monika Birkner

      Liebe Heike Müller-Aslan,

      ganz herzlichen Dank für die Erinnerung an dieses großartige Gedicht und die Erläuterungen dazu. „Was ist es also, das mich einzigartig, anders macht? Welchem Anteil des Ganzen verleihe ich Ausdruck? Wie sieht meine Facette des großen Ganzen aus?“ – das sind wunderbare Fragen. Regen sie doch an, über den eigenen begrenzten Horizont hinauszublicken und auf das große Ganze zu schauen und in welcher Weise man/frau selbst dazu beiträgt – oder auch nicht, wenn man sich nicht traut, sich zu zeigen, wie man ist, oder sich überhaupt zu zeigen.

      Herzliche Grüße
      Monika Birkner

  3. Liebe Frau Birkner,

    Danke für Ihre Anregungen und Buchtipps. In dem Buch (ebenfalls eine Buchempfehlung von Ihnen) von Steven Pressfield „The War of Art“ lernte ich eine interessante Sichtweise zum Thema Ablehnung kennen, die mich seit dem sehr beschäftigt. Es geht darum, dass der Umgang mit Ablehnung (also schon das ’sich trauen‘ an sich) einfacher wird, je mehr man sich von seinem Tun distanzieren kann.
    Er verdeutlicht dies am Beispiel von Madonna. “Madonna does not identify with ‘Madonna.’ Madonna employs ‘Madonna‘.” (Es ist ihr Job Madonna zu sein. Madonna ist bei „Madonna“ angestellt).
    Distanz zur eigenen Sache, persönlichem Wohlergeben etc ist sicherlich eine gute Möglichkeit sich vor Ablehnung zu schützen.

    Paolo Coelho sagte im Interview mit Oprah Winfrey zum Thema Wagnis:
    „If you don’t fear the unknown, the unknown will be kind to you“. (Wenn man die Angst vor dem Unbekannten verliert, wird das Unbekannte nett zu uns sein).

    Ich denke auch daran ist was dran…
    Mein sportliches Credo dazu: aufgeben ist das letzte was man sich erlauben darf. ;-)

    Grüße aus Berlin,
    Britta Wein

    1. Liebe Frau Wein,

      danke schön für diese wertvollen Hinweise. Mit dem, was Steven Pressfield sagt, kann ich mich gut anfreunden. Gerade für Solo-Unternehmer kann es allerdings eine besondere Herausforderung sein, sich nicht zu sehr zu identifizieren. Denn oftmals geht es um Herzensangelegenheiten. Gleichwohl denke ich, dass es ein guter Weg ist, Abstand zu halten.

      Ich nutze dazu gern die vier Perspektiven:

      was ist wichtig für den Kunden?
      was ist wichtig für mich selbst?
      was ist wichtig für mein Business?
      was ist wichtig für einen potenziellen Erwerber?

      Das ist aus meiner Sicht ein guter Weg, um nicht zu ich-bezogen an das Ganze heranzugehen.

      Die Worte von Paul Coelho gefallen mir auch sehr gut. Sie erinnern mich an etwas, das angeblich Einstein gesagt hat. Sinngemäß geht es dahin, dass man selbst entscheiden kann, ob man das Universum als freundlich oder feindlich erlebt, und je nachdem dann auch die entsprechenden Erfahrungen macht.

      Ob er es so gesagt hat oder nicht – letztlich drückt es etwas sehr Wichtiges aus: dass unsere Erfahrungen viel mit unserer inneren Haltung zu tun haben. Und das bedeutet: dass wir schon durch die Änderung der inneren Haltung zu neuen Erfahrungen im Außen gelangen können.

      Mit Ihrem sportlichen Credo sind Sie auf einem guten Weg:-)

  4. Ich finde es hilfreich, sich klar zu machen, dass die Ablehnung meistens nicht gegen meine Person gerichtet ist, sondern die Sache betrifft. Der Investor aus dem Beispiel oben sagte ja nicht: Jia, ich investiere nicht in dein Geschäft, weil du ein unsympathischer Verlierer bist. Sondern es geht um sein Geld, und die Investition ist am Ende doch nicht so, dass sie in sein Anlageportfolio passt. Vielleicht hat er schon zuviel in Startups stecken, vielleicht kennt er die Branche nicht gut genug.

    Wenn eines meiner Angebote zurückkommt, dann meistens, weil das Projekt doch nicht durchgeführt wird, weil ein Controller nein gesagt hat, vielleicht aber auch, weil ich nicht an den Entscheider angeboten oder sonst einen Fehler gemacht habe. Wahrscheinlich nicht, weil jemand beim Kunden gesagt hat: Die mag ich nicht, von der kaufen wir nichts.

    Wie oft hat mir jemand etwas angeboten, und ich habe letztlich nicht gekauft – das ist ganz normal. Mehr noch: Wenn ich einem übersensiblen Verkäufer ansehe, dass er die Ablehnung persönlich nimmt, gehe ich ihm oder ihr in Zukunft aus dem Weg. Die anderen frage ich das nächste Mal wieder, wenn ich etwas brauche. Das Angebot, das in Ablehnung resultierte, kann also durchaus ein konstruktiver Baustein in der Kundenbeziehung sein.

    1. Liebe Frau Dr. Arnold.

      danke schön für diese interessanten Aspekte.

      Die Tendenz, Ablehnungen persönlich zu nehmen, ist sehr verbreitet. Schon allein dieser Schritt, sich bewusst zu machen, dass es nicht unbedingt persönlich gemeint ist, kann sehr viel Spannung herausnehmen. Oder sogar noch weitergehend: herauszufinden, was die Gründe für die Ablehnung waren. In dem Blumenbeispiel, dass in dem kleinen Video erwähnt ist, antwortet der erste Hauseigentümer mit nein, weil er einen großen Hund hat, der die Blume wieder herausreißen würde. Die Nachbarin, zu der er Jia Jiang dann schickt, ist hingegen hoch erfreut.

      Auch den Aspekt, in einer Ablehnung den Baustein für eine mögliche künftige Kundenbeziehung zu sehen, finde ich sehr interessant. Oft denken wir, dass ein „Nein“ bis ans Ende aller Tage gültig sein muss. Doch es kann ebenso gut irgendwann ein „Ja“ daraus werden.

  5. Liebe Monika,
    herzlichen Dank für deinen hilfreichen und sehr informativen Blogpost!
    Ja, da stimme ich dir zu: Die Angst vor Ablehnung ist eine mächtige Stolperfalle.
    Ich werde deine Buchtipps meinen Klienten empfehle, denn ich schätze als Coach spielerische Ansätze, die Dinge einfach umzudrehen.
    Wunderbare Grüße aus Düsseldorf,
    Ulrike Zecher

    1. Liebe Ulrike,

      danke für deinen Kommentar. Mittlerweile denke ich gelegentlich, dass die Angst vor Ablehnung sogar das größte Hindernis in der Selbstständigkeit sein kann. Das buch finde ich wirklich empfehlenswert.

  6. Liebe Monika,
    eine tolle Idee – quer gedacht. Die Methode, das Ziel umzukehren, kenne ich als Kreativitätstechnik – aber warum nicht, um Angst zu überwinden?

    Die Angst vor der Ablehnung kenne ich seit der Tanzschule, obwohl ich ein prima Tänzer bin. Mein Verstand sagt mir klar, dass sie nicht notwendig ist, aber mein Bauch schlägt Alarm.
    Mein Rezept:
    Ich bin sehr neugierig und liebe es, Dinge und interessante Menschen zu entdecken. Mit diesem Entdeckergeist gehe ich auf Menschen zu. So wird aus Stress, Neugier und wundervolle Begegnungen. Da mein zweiter Stressfaktor „Erfolgsdruck und Verkaufen müssen“ ist, überlege ich mir immer, wie ich dem Menschen, auf den ich zu gehe, helfen kann. Das macht den Einstieg viel leichter und das Gespräch offener und kreativer.

    1. Lieber Lothar,

      danke schön für deine Erfahrungen und dein „Rezept“. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine eigene Tanzstundenzeit. Das war nicht einfach.

      Dein Rezept finde ich sehr beherzigenswert. Offenheit, Neugierde auf andere und die Ausrichtung darauf, wie man ihnen helfen kann, können in der Tat sehr entlastend sein. Ich höre das auch immer wieder von Telefonakquise-Profis: Statt sich zu verkrampfen, weil man unbedingt einen Termin möchte, lieber offen zu sein und sich vorzustellen, dass man auf jeden Fall mit diesem Menschen ein schönes Gespräch führen und ihm den Tag verbessern kann. Das finde ich sehr ansprechend.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.