Thema Businessumbau: Drei wichtige Lessons Learned

Haben Sie große Pläne für Ihr weiteres Business? Wollen (oder müssen) Sie sich neu ausrichten? Auf eine neue Stufe gelangen?

Mehr und mehr Solo-Unternehmer denken derzeit an Alternativen zum Tausch “Zeit-gegen-Geld”, an ganz neue Geschäftsmodelle, an Premium-Positionierung…

Viele wollen Online-Produkte entwickeln, Online-Marketing aufbauen, Mitarbeiter, virtuelle Assistenten oder Partner gewinnen…

Und nebenbei noch ein Buch schreiben, ein Blog oder einen Podcast starten, einen Videokanal aufbauen und noch einiges mehr, vielleicht sogar ein verkaufsfähiges Business schaffen…

Es fühlt sich nicht nur an wie eine riesige Baustelle, es ist auch eine

Wenn Sie so viel vorhaben, fühlt sich das Ganze nicht nur an wie eine riesige Baustelle. Es ist auch eine.

Kein Wunder, wenn man manches Mal nicht weiß, wo man überhaupt anfangen soll und wie man das Ganze noch neben dem laufenden Tagesgeschäft schaffen soll.

Das gilt erst recht, wenn Sie mit Ihren neuen Vorhaben Neuland betreten wollen und sich noch Wissen und Skills aneignen müssen.

In 15 Jahren beim Business-Umbau Erfolge und Flops erlebt

Mittlerweile bin ich fast 15 Jahre selbstständig.  Das Baustellen-Feeling ist mir wohl bekannt.

Ich habe Umbauten meines Business hinter mir, die gut gelungen sind – und auch solche, die sich als Flop erwiesen haben.

In diesem Beitrag möchte ich auf drei wichtige Lektionen eingehen, die ich im Laufe der Jahre gelernt habe:

Lektion Nr. 1: „Einfach anfangen“, ohne einen strategischen Plan zu haben, ist zwar verlockend, aber nicht empfehlenswert

„Einfach anfangen“ – eine verlockende Botschaft.  Alles Weitere wird sich dann schon ergeben, suggeriert sie. Es ist doch gar nicht schwer.

Hinzu kommt das gute Gefühl, aktiv zu sein. Man bewegt sich. Es ist etwas in Bewegung.

Der einzige Haken dabei ist: „Einfach anfangen“ funktioniert nicht.

Oder präziser: Es funktioniert – aber nur für eine gewisse Zeit. Früher oder später kommt das schmerzliche Erwachen. Und man merkt:

  • Man hat sich in eine Sackgasse manövriert.

Ein Produkt zu entwickeln, kostet Zeit. Meist mehr Zeit, als man vorher annimmt.  Dabei ist es egal, ob es sich um ein Seminar handelt, einen Workshop, ein Webinar, einen Vortrag, einen Online-Kurs, ein Buch…

Damit der Zeitaufwand zu einem Return on Investment führt, muss es Folgeaktivitäten geben. Das Ganze muss in ein strategisches Konzept und integriertes Produktportfolio  eingebunden sein. Sonst endet man in der Sackgasse.

Ein Beispiel, bei dem ich das wiederholt erlebe habe, sind Vorträge.  Einen Vortrag neu zu entwickeln, nur einmal zu halten und nicht in ein Gesamtkonzept einzubinden, ist eine Sackgasse. Das gleiche gilt für alle anderen Eintagsfliegen unter den Produkten.

  • Man hat Chaos geschaffen.

Die meisten Projekte sind weit komplexer, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.  Es gibt Wechselwirkungen und logische Zusammenhänge zwischen den einzelnen Aktivitäten oder auch mit anderen Projekten.

Wer der Parole „einfach anfangen“ folgt, merkt oft zu spät, welche Auswirkungen sein Tun auf andere Bereiche hat, dass er Wichtiges vergessen oder den dritten Schritt vor dem ersten getan hat.

Besonders gravierend kann sich das in einem Produkt-Launch auswirken, wo innerhalb kurzer Zeit Kunden für ein neues Produkt gewonnen werden sollen.

Wenn so ein Launch nicht sehr sorgfältig durchdacht und geplant ist und man allzu viel improvisieren muss, kostet das erstens Nerven (die in dieser Phase ohnehin arg beansprucht sind) und es bedeutet meist auch, dass man nicht alle Chancen nutzt.

Ein anderes Beispiel sind Buchprojekte. Ich kenne etliche Solo-Unternehmer, die nach dem Motto „einfach anfangen“ mit dem Schreiben beginnen. Die Bücher sind bis heute nicht veröffentlicht.

  • Man hat Zeit, Energie und Geld verschwendet.

Von „Verschwendung“ zu sprechen, mag hart klingen. Doch darauf läuft es hinaus. Als Solo-Unternehmer haben wir limitierte Ressourcen zur Verfügung.

Wenn wir Zeit einsetzen für Projekte, die keinen angemessenen Return on Investment bringen – oder wenn wir dafür unnötig viel Zeit verwenden – ist das eine Verschwendung von Ressourcen, die wir uns nicht leisten können und sollten.

Ein Beispiel, das ich schon des Öfteren beobachtet habe:  Das jemand sich neu positionieren möchte und als Erstes viel Zeit für die Umgestaltung der Website verbringt,  bevor überhaupt die neue Positionierung klar ist.

Nicht alles im Vorfeld zu  wissen, ist kein Grund, einen strategischen Plan zu vernachlässigen

„Aber ich kann doch nicht alles vorhersehen und schon vorab durchplanen“ mögen Sie sagen. Das kann ich gut nachvollziehen. Es ist ein häufiger Grund, die strategische Planung zu vernachlässigen.

Natürlich kann man auf dem Weg zu neuen Erkenntnissen gelangen. Es können unerwartete Chancen auftauchen, die alle bisherigen Überlegungen über den Haufen werfen. Oder auch unerwartete Hindernisse.

Doch wenn man einen strategischen Plan hat, kann man sich daran immer wieder orientieren. Der Plan darf nicht starr sein. Er muss regelmäßig überprüft werden und kann, darf und sollte sich auch weiter entwickeln.

Doch „einfach anfangen“ ist kein Rezept für nachhaltigen Erfolg.

Letztlich ist aus all diesen Erfahrungen meine Freedom Business Journey  entstanden, die konkret beim Business-Umbau hilft. Insofern waren nicht alle Erfahrungen schön, aber wichtig.

Drei Vorteile eines strategischen Plans

Ein strategischer Plan ermöglicht

  • Fokus auf das, was Wert schafft
  • systematisches Vorgehen, so dass man auf kürzestem Weg vorankommt
  • Synergieeffekte bei der Durchführung, so dass man Zeit, Energie und Geld klug einsetzt.

Es ist oft nicht einfach, einen strategischen Plan ganz aus sich allein heraus zu entwickeln.

Sich dabei mit einem versierten Sparringspartner zu beraten, hilft dabei, das Ganze tiefer zu durchdenken und von verschiedensten Blickwinkeln aus zu beleuchten.

Lektion Nr. 2: Verzettelung – das Risiko kennen und ihm vorausschauend begegnen

Ja, ich gehöre auch zu den kreativen Unternehmern, die immer wieder neue Ideen haben.  Darüber hinaus neige ich dazu, die Zeit zu unterschätzen, die bestimmte Dinge brauchen.

Das Ende vom Lied ist dann oft Verzettelung.

Zu viele Bälle gleichzeitig in der Luft. Zu viele offene Enden. Zu viele Baustellen.

Mein Rezept gegen Verzettelung: Konkrete und kurze Projekte mit festem Ende

Was ich daraus gelernt habe, ist vor allem – und das steht in engem Zusammenhang mit der strategischen Planung -, in Projekten zu denken und zu arbeiten.

Sprich: Sehr konkret den Anfang und vor allem das  Ende zu bestimmen und erst ein Projekt abzuschließen, bevor ich ein neues beginne. Es gelingt nicht immer gleichermaßen, doch die Fortschritte auf dem Weg sind ermutigend.

Viele Erfolgserlebnisse auf dem Weg

Ein „Trick“, der mir dabei hilft, ist die Unterteilung in Unterprojekte, die wiederum in sich abgeschlossen sind.

So schaffe ich mir gleichzeitig mehr Erfolgserlebnisse, was in seiner positiven Wirkung nicht zu unterschätzen ist.

So helfe ich Klienten

Die Strukturierung umfangreicher Vorhaben in kurze, überschaubare Projekte und damit einhergehende Erfolgserlebnisse ist – neben der strategischen Gesamtplanung –  auch ein wichtiger Part, wenn ich mit Klienten am Umbau von deren Business arbeite.

Denn die meisten meiner Klienten sind ebenfalls kreativ und vielseitig und sprudeln vor lauter neuen Ideen. Verzettelung ist ein großes Risiko. Gemeinsam bekommen wir es in den Griff.

Lektion Nr. 3: Mehr Respekt vor Terminen mit mir selbst

Business-Umbau kostet Zeit. Und wenn er neben dem laufenden Tagesgeschäft stattfinden soll, ist dazu auch Disziplin erforderlich.

Ich hatte nie Probleme, Termine mit mir selbst zu vereinbaren.

Die Herausforderung bestand oft darin, sie einzuhalten.  Denn Kundentermine sind natürlich wichtig. Und da ich die Termine in der Regel sehr intensiv vorbereite, kommen noch extra Zeiten hinzu.

Damit bin ich nicht allein, wie ich von vielen Klienten weiß.

Lösung: Kundenfreie Zeiten

Die Lösung, die für mich heute gut funktioniert, ist ein Wochen-Masterplan. Das heißt, dass ich für bestimmte Aktivitäten im Voraus bestimmte Zeitfenster vorsehe. Dort gibt es dann feste Zeiten für Kundentermine und auch feste Zeiten für meinen Business-Umbau.

Meine Termine mit mir selbst sind Zeiten, in denen ich grundsätzlich keine Kundentermine mache.

In den allermeisten Fällen gelingt es mir mittlerweile, diese Zeiten frei zu halten.

Und wenn es aus bestimmten Gründen einmal eine Ausnahme gibt, dann ist das eine ganz bewusste Entscheidung im Einzelfall und kein Zurückrutschen in frühere Gewohnheiten.

Coachingtermine helfen den Klienten, sich Zeiten für ihre Arbeit am Business zu nehmen

Von Klienten, die ich beim Business-Umbau unterstütze, bekomme ich oft das Feedback, dass die Zeiten mit mir sehr hilfreich sind zur Strukturierung der eigenen Zeit.

Denn natürlich möchte man bis dahin die  vereinbarten Aktivitäten erledigt haben und die Besprechungszeit möglichst produktiv nutzen:-).

Ein Business-Umbau ist eine Herausforderung. Ich hoffe, dass der Artikel dazu beiträgt, dass Sie den einen oder anderen Fehler, den ich gemacht habe, nicht wiederholen.

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Welche Herausforderungen haben Sie erlebt oder erleben Sie gerade? Teilen Sie Ihre Erfahrungen im Kommentarfeld.

Anmerkung: Der Artikel wurde am 02.04.2016 aktualisiert. Die Kernaussagen wurden nicht verändert.  Die Kommentare, sofern sie nicht nach dem 02.04.2016 erfolgten,  beziehen sich auf die ursprüngliche Version. 

Letzte Aktualisierung am 27.12.2016

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Bildnachweis: Pixabay 

Danke fürs Teilen:-)
Monika Birkner
 

Ich unterstütze Solo-Unternehmer, ihre Einzigartigkeit wertzuschätzen und damit ein erfolgreiches, verkaufsfähiges Business zu kreieren. Wenn Sie eine ganzheitlich-systematische Arbeitsweise lieben - ob im Rahmen von Coaching-Programmen oder 1:1-Zusammenarbeit - und bereit sind für echte Durchbrüche im Denken, Handeln und in den Ergebnissen, ist eine Discovery Session mit mir ein guter nächster Schritt. Mehr dazu auf meiner Seite "Angebote".

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Liz Loehmann - 5. März 2016

Hallo Monika,
danke für diesen interessanten Artikel!

Die Punkte, die du und Marit ansprechen, lassen sich auch auf das Bücher schreiben übertragen: ‚Einfach anfangen‘ ist gerade für unerfahrene Autoren sehr wichtig. Dadurch kommen sie ins Tun, wie es neudeutsch heißt, entwickeln ihre Schreibstimme und lernen, wenn sie ehrgeizig sind, das Handwerk.

Um ein gutes, erfolgversprechendes Buch und erst recht eine Buchserie zu schreiben und damit am Markt bestehen zu können, reicht ‚einfach anfangen‘ nicht. Dafür braucht ein Autor einen Plan. Er / Sie muss die Charaktere ausarbeiten, bestimmen, was genau sie in welcher Szene mit wem tun, er muss den Anfang und auch das Ende kennen. Natürlich darf, soll und muss vom Plan (dem Plot) abgewichen werden, wenn die Charaktere ein Eigenleben entwickeln.

Meine Erfahrung aus Romancoachings ist: Nur ein Plan verhindert das Verzetteln, das Ausufern und das frustrierte Aufgaben. Natürlich gibt es auch die sog. Bauchschreiber, die intuitiv ihren Roman schreiben. Doch hier ist meine Erfahrung: Sie müssen danach viel überarbeiten – sprich: sich einen Plan machen.

Deine Tipps, liebe Monika, die du in diesem sehr guten Artikel gibst, lassen sich also auf viele Bereiche übertragen. Ein guter, durchdachter Plan (der gerne mal nachgebessert werden darf) führt zum Erfolg – ob ich nun einen Roman schreibe oder ein Freedom Business aufbaue.

Herzlichst, Liz

Reply
    Monika Birkner - 10. März 2016

    Liebe Liz, herzlichen Dank für deinen Kommentar. Da ich ja selbst schon Bücher verfasst habe, leuchten mir deine Gedanken sehr ein. Es mag oft als der einfachere Weg scheinen, einfach etwas anzufangen. Doch wenn man bedenkt, welche Herausforderung dann die Überarbeitung und nachträgliche Schaffung eines Plans sein kann, lohnt es sich doch, von vornherein einen Plan zu entwerfen. Der ebenfalls von dir erwähnte Aspekt, dass es auch durchaus erlaubt und möglich ist, davon abzuweichen, kann dabei sicher für einige unnötigen Druck herausnehmen.

    Reply
Marit Alke - 27. Januar 2016

Hallo Monika,

danke für deinen wie immer sehr durchdachten Artikel! Meine Gedanken dazu:

Du nutzt hier ein „Feindbild“, das ich als aus dem Zusammenhang gerissen empfinde. „Einfach mal starten“ wird ja nun wirklich nicht überall und für jede Situation gepredigt. Strategische Planungen, vom Produktportfolio aus denken, alles gut durchdenken, bevor man anfängt – das setzt bereits enorm gute Kenntnis des eigenen Geschäftsmodells, der eigenen Kunden, der eignen Prozesse voraus. Und diese erwirbt man halt – meine Meinung – durch die klassische Feedback-Schleife aus „einfach anfangen – Erfahrungen auswerten – den nächsten Schritt gehen – wieder auswerten … “ usw.

Viele Selbständige, die „einfach mal anfangen“, bspw. kostenlose Webinare zu geben, entdecken auf diese Weise überhaupt erst, dass es einen Markt für ein bestimmtes Produkt gäbe. Hätten sie diesen „unbedarften“ Test nicht gemacht sondern alles strategisch vorwegplanen wollen, wären sie keinen Schritt vorangekommen.

Ich hab noch nirgendwo den Tipp an erfahrene Unternehmer gelesen oder gehört, dass man bei neuen Ideen „einfach mal anfangen“ sollte. Auf den ersten Stufen des Umbaus macht das einfach-anfangen meiner Meinung nach sehr viel Sinn – auf den weiteren Stufen (sobald man beispielsweise ein gut laufendes Produkt hat und eine gute, funktionierende Marketingstrategie) braucht es dann auch den Blick auf die Gesamt-Strategie, da gebe ich dir ja völlig recht.

Wie immer bin ich natürlich trotzdem überwiegend einverstanden, was du hier schreibst 🙂
Vor allem gefallen mir deine Tipps, die ja vor allem Tipps gegen das „Zuviel“ sind. Da gefällt mir der Tipp, in Projekten zu denken und zu planen, sehr gut. Im Grunde bin ich dazu schon übergegangen: Etwas größeres Neues gehe ich erst an, wenn ein Projekt abgeschlossen ist. Da bin ich sehr konsequent und lege alle anderen Baustellen, die da noch wären (Überarbeitung der Webseite bspw.) erstmal auf Eis.

Das machen tatsächlich auch erfahrene Unternehmer hin und wieder noch falsch, dass sie bei einer neuen Idee „einfach mal anfangen“ – und später wird alles viel umfangreicher als gedacht. Ganz typisch. Da braucht man immer mal wieder die Erinnerung dran – und die hast du mit diesem Artikel ja wunderbar geliefert. Danke dafür!

Lieber Gruß
Marit

Reply
    Monika Birkner - 28. Januar 2016

    Liebe Marit, danke schön für deinen Kommentar, den ich als sehr bereichernd empfinde.

    Das ist eine sehr komplexe Thematik und insofern kann meine Argumentation zu „einfach mal anfangen“ durchaus so wirken, als ob es hier um ein „Feindbild“ gehe. Das ist nicht meine Intention, ein „Feindbild“ aufzubauen.

    Mir ist durchaus bewusst, dass das „einfach anfangen“ auch Vorteile haben kann. Vielleicht ist es auch für bestimmte Menschen der beste Weg. Es gibt ja durchaus auch positive Erfahrungen damit. Und auch ich selbst habe nicht durchweg schlechte Erfahrungen gesammelt, sondern es war auch eine Menge an Positivem dabei, zumindest für eine gewisse Zeit.

    Was mich allerdings schon längere Zeit bewegt, ist der Umstand, dass ich das „einfach anfangen“ mehr und mehr als Zeitgeist wahrnehme und damit auch eine gewisse Sorglosigkeit verbunden sein kann, die Vorteile haben kann, aber eben auch Nachteile.

    Seit Jahren höre ich das so von amerikanischen Coaches und Beratern, manchmal sogar radikal nach dem Motto „fire. aim. ready.“ (statt umgekehrt). Hierzulande ist sehr verbreitet die Aussage „Der Weg entsteht beim Gehen“, die mich auch sehr lange geleitet hat.

    Diese Ansätze sind insofern auch wichtig, als die Welt immer komplexer und unüberschaubarer wird, sich die Bedingungen schnell ändern können und man natürlich nur durch das Tun Erfahrungen sammelt.

    Meine Befürchtung ist, dass dabei das Kind mit dem Bade ausgegossen wird. Dass „einfach anfangen“ zu einseitig verstanden und gelebt wird und das Nachdenken vernachlässigt. Dass „einfach anfangen“ auch in bestimmten Fällen Ausdruck sein kann von geistiger Bequemlichkeit. Und dass daraus längerfristig die Nachteile überwiegen können.

    Die Vorteile, die du schilderst, kann ich gut nachvollziehen. In der Tat merkt man oft erst durch das Tun, dass entweder die ursprüngliche Idee so nicht richtig funktioniert oder umgekehrt entdeckt man noch neuen Bedarf oder neue Marktlücken oder merkt, dass einem bestimmte Dinge viel mehr Spaß machen, als man sich vorher vorstellen konnte.

    In einer frühen Phase des Business hat man natürlich noch nicht die Erfahrungen und den Überblick, um schon genau sagen zu können, wohin sich das Business entwickeln soll und welche Schritte es dafür braucht. Gleichwohl denke ich, dass es auch in solchen Phasen sinnvoll ist, in dem Maße, wie es möglich ist, das Ganze strategisch zu durchdenken und dabei zu wissen, dass es ein vorläufiges Bild ist und dass es sich weiter entwickeln darf und weiter entwickeln wird.

    Und dann ganz wichtig das, was du erwähnst: Erfahrungen auswerten und daraus die nächsten Schritte abzuleiten.

    Vielleicht können manche das, ohne schon ein größeres Bild, einen durchdachteren Plan zu haben. Ich will das nicht ausschließen.

    Meine Erfahrung ist, dass es dazu Orientierungspunkte braucht, die das „Big Picture“ liefert. Insofern ist für mich selbst im Nachhinein der größte Gewinn aus allen diesen Erfahrungen, dass ich mittlerweile meinen eigenen längerfristigen Plan und meine Vorstellung vom Freedom Business sehr klar habe und imstande bin, aus dieser Perspektive Klienten bei komplexeren Umbau-Projekten zu unterstützen.

    Letztlich geht es aus meiner Sicht nicht um entweder-oder, sondern wie man beides – das strategische Denken und das schnelle Anfangen – miteinander in Einklang bringt und eine Synthese schafft. Ich bin schon der Meinung, dass das in jeder Phase des Business sowohl möglich ist wie auch nötig ist. Dazu wird es in Kürze einen weiteren Blogartikel geben. Dein Kommentar hat dafür ganz wichtige Aspekte beigetragen. Danke schön!

    Reply
Gerd Brünig - 22. Januar 2016

Hallo Monika,
Danke für die Tipps.
Und was mir auch bekannt vorkommt, ist die unstrukturierte Planungsphase, durch die man sich so verzettelt, dass man gar nicht erst startet.
Also gibt es neben dem „einfach anfangen“ auch das „gar nicht erst anfangen“, was mit der Zeit den Start auch immer schwieriger werde lässt.

Danke für deine Impulse

Gerd

Reply
    Monika Birkner - 22. Januar 2016

    Oh ja, Gerd. Das ist eine ganz wichtige Ergänzung. Solche unstrukturierten Planungsphasen kenne ich auch. Sie sind allerdings im Laufe der Zeit deutlich kürzer geworden. Zum einen, weil ich mittlerweile auch die Planung strukturierter angehe, weil ich für mich auf der Basis meines Signature Systems einen Leitfaden habe, an dem entlang ich inhaltlich plane. Zum anderen dadurch, dass ich versuche, schnell erste Teilprojekte auf die Schiene zu setzen, so dass eine zeitliche Struktur hereinkommt. Dazu gehören zB: Organisation meines Vorhabens, Entwürfe und Überarbeitungen, Marktuntersuchungen u.m.

    Reply
      Gerd Brünig - 22. Januar 2016

      Ich benutze seit kurzem auch die Lean Canvas. Hilft auch gut bei der Feststellung, welche Fragen zentral und welche noch offen sind (manchmal sind auch zentrale Fragen offen 🙂

      Reply
      Monika Birkner - 22. Januar 2016

      Danke schön für den Tipp, Gerd. Das ist ein gutes Tool, um zu strukturieren.

      Reply
Mathias - 21. Januar 2016

Hallo Monika,
Deine Anregungen sind sehr hilfreich.
„Konkrete und kurze Projekte“, das ist was ich für den ersten Schritt mitnehmen möchte.
Danke!

Reply

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