30-Sekunden-Zusammenfassung:
Personal Branding erlebt zwar einen regelrechten Hype. Doch es ist nicht unbedingt der beste Weg für Solopreneure. In dem Beitrag schlage ich eine Alternative vor. Und einen überraschenden Weg, Personal Branding in bestimmtem Zusammenhang dann doch zu nutzen.

Personal Branding als Königsweg?

Brauchen Solopreneure ein Personal Branding? Ist Personal Branding der Königsweg für mehr Erfolg als Solo-Unternehmer?

Auf den ersten Blick spricht einiges dafür. Doch auf längere Sicht können Sie damit geradewegs in der Sackgasse landen. Und das wollen Sie doch nicht, oder?

Machen Sie sich selbst ein Bild über pro und contra.  Außerdem erfahren Sie, was ich meinen Klienten zu dieser Thematik empfehle.

Was ist Personal Branding?

Der Begriff ist relativ vage  und schillernd und scheint von jedem anders verstanden zu werden. Selbst Wikipedia tut sich schwer mit einer Definition.

Oftmals laufen die Empfehlungen darauf hinaus, sich als Persönlichkeit zu zeigen, authentisch zu sein, sich in den Social Media zu inszenieren.

Andere Begriffe, die in Zusammenhang mit Personal Branding erwähnt werden, sind zum Beispiel Marke Ich, Ich-Marke, Personenmarke.

Warum ist Personal Branding en vogue?

Mehrere Gründe spielen eine Rolle, warum Personal Branding von vielen als der Königsweg gepriesen wird:

  • die uralte und immer überraschend neue Einsicht, dass Geschäfte unter Menschen gemacht werden.
  • die Auffassung, dass Personal Branding der beste Weg sei, um sich als Solo-Unternehmer zu differenzieren. Denn wenn die Produkte austauschbar sind, so ist es die Persönlichkeit nicht. Diese ist einzigartig.
  • die wachsende Bedeutung der Social Media und damit einhergehend die zunehmende Vermischung des Persönlichen und Geschäftlichen. Für Solopreneure liegt diese besonders nahe.

Drei Vorteile von Personal Branding

Personal Branding kann durchaus seine Vorteile haben:

  • Es ermöglicht Ausdruck der Einzigartigkeit.
  • Es ermöglicht Beziehung.
  • Es ermöglicht, sich in den Social Media darzustellen, ohne ständig über seine Angebote zu sprechen.

Achtung:  Sackgassenrisiko

Doch Personal Branding ist auch mit gravierenden Risiken verbunden und kann geradewegs in die Sackgasse führen:

  • Personal Branding verstärkt das Kernproblem von Solo-Unternehmern: Dass sie eins sind mit ihrem Business. Dass sie ihr Unternehmen sind, statt ein Unternehmen zu haben.
  • Wenn alles an der eigenen Person hängt, wird es schwer sein, ein skalierbares Unternehmen zu schaffen. Personal Branding im Extremfall kann bedeuten, dass Sie ständig präsent sein müssen.
  • Ein Unternehmen, das nur auf der Persönlichkeit des Unternehmers aufgebaut ist, wird sich aller Voraussicht nach schwer tun, im Falle des Unternehmensverkaufes einen Erwerber zu finden. Denn dieser hat nicht die Gewissheit, dass das Unternehmen auch nach dem Inhaberwechsel noch gute Erträge erwirtschaftet. Ein verkaufsfähiges Business kann also zumindest erschwert, wenn nicht sogar verhindert werden.

Empfehlung Nr. 1: Positionieren Sie sich über Ihr Signature System statt über Ihre Person

Bei der ganzen Diskussion um Personal Branding sollte nicht übersehen werden, dass die Kunden in erster Linie kaufen, um ein Ergebnis zu erzielen, nicht in erster Linie, um Ihre Gesellschaft zu genießen.

Ok, es klingt ein bisschen hart:-). Doch im Kern geht es darum.

Sie können noch so beliebt in den Social Media sein. Das allein reicht nicht als Kaufargument.

Das Signature System ist Bestandteil einer Premium-Positionierung. Es kennzeichnet den Weg, wie der Kunde seine Ergebnisse mit Hilfe Ihrer Angebote erreicht.

In das Signature System fließt Ihre Einzigartigkeit ein. Das Signature System ist  imprägniert von Ihrer Einzigartigkeit. Doch es ist etwas Eigenständiges gegenüber Ihrer Person.

Mit dem Signature System ist Ihr Kernsystem gemeint. Das, was allen Ihren Angeboten zugrunde liegt, unabhängig von der äußeren Form.

Es ist beispielsweise Ihr Prozess, wie Sie Menschen helfen, ihr Gewicht zu reduzieren, fit zu werden, ihre Berufung zu finden. Oder wie Sie Unternehmen helfen, neue Märkte zu erschließen, neue Talente zu gewinnen, die Unternehmenskultur umzukrempeln.

im Einzelfall kann das über Beratung geschehen, über Online-Produkte, über Seminare und vieles mehr.

Empfehlung Nr. 2: Nutzen Sie Ihr Signature System, um Ihr Business unabhängig von Ihrer Anwesenheit zu machen

Sie wollen nicht Ihr Leben lang im 24/7-Modus Ihr Business verkörpern. Daher muss Ihr Unternehmen unabhängig von Ihrer Person bestehen und erfolgreich sein können.

Mehr und mehr Solo-Unternehmer erkennen, dass der Tausch „Zeit-gegen-Geld“ auf Dauer kein wirklich tragfähiges Modell ist.

Sie wollen – und brauchen – Zeit für sich selbst, für die persönliche und unternehmerische Weiterentwicklung.

Sie wollen ein skalierbares Business schaffen, das auch ohne Ihre ständige Präsenz wachsen kann.

Und sie wollen veräußerungsfähige Werte schaffen, denn die Altersversorgung ist bei vielen Solopreneuren unterentwickelt.

Das Signature System ist dafür die Keimzelle, aus der alles Weitere erwachsen kann. Ein paar Beispiele habe ich bereits oben genannt.

Empfehlung Nr. 3:  Entwickeln Sie ein eigenständiges Personal Branding, damit Sie unabhängig von Ihrem Business werden

So wie Ihr Business unabhängig von Ihnen sein soll, wollen Sie auch unabhängig von Ihrem Business sein und ein Leben außerhalb Ihres Business haben.

Ein Personal Branding macht durchaus Sinn. Doch nicht als Entweder-oder-Alternative, sondern als Ergänzung.

Ein Personal Branding, das eigenständig von ihrem Unternehmen ist, erlaubt Ihnen, auch selbst unabhängig von Ihrem Business zu werden.

  • Das kann bereits kurzfristig eine Rolle spielen, indem Sie zum Beispiel ein Portfolio-Entrepreneur werden. Das ist jemand, der gleichzeitig mehrere Unternehmen führt. Diese Slideshare-Präsentation von Sudhansu Sethi erklärt das sehr schön. Besonders für sehr vielseitige Unternehmer kann das eine interessante Variante sein.
  • Es kann Ihnen erlauben, Privates und Berufliches unter einen Hut zu bringen, wenn Sie zum Beispiel neben dem Business auch noch Familienmanagerin sind, Ihre kranken Eltern pflegen, sich sozial engagieren.
  • Es kann Ihnen den späteren Verkauf Ihres Unternehmens erleichtern. Sie haben dann bereits etwas aufgebaut, das auch alleine weiter bestehen und erfolgreich sein kann.

Die Struktur der Social Media begünstigt das teilweise sogar. Bei Facebook beispielsweise können Sie sich mit Ihrem Profil ein Stück weit anders darstellen als mit Ihrer offiziellen Unternehmensseite. Auf anderen Netzwerken gibt es ebenfalls die Möglichkeit zur Differenzierung.

Alternative zum Personal Branding: Das neue Modell der Positionierung für Coaches, Berater und andere ChangeMaker

Wenn Sie ins Nachdenken gekommen sind, ob Personal Branding für Sie das Richtige ist, möchte ich Ihnen das neue Modell von Positionierung ans Herz legen, in dem ich erläutere, weshalb Coaches, Berater, ChangeMaker, VeränderungsPioniere und Transformation Agents eine andere Art von Positionierung brauchen, und das neue Modell von Positionierung vorstelle.

Das könnte Sie auch interessieren: WIE SICH COACHES, BERATER, VERÄNDERER UND CHANGE MAKER AM BESTEN POSITIONIEREN

Der Beitrag erschien ursprünglich am 08.08.2015. Letztes Update: 15.01.2021

Ich bin Monika Birkner und unterstütze vielseitige Solopreneure, gerade wegen ihrer Vielfalt erfolgreich zu sein und ein Business zu schaffen, das größer ist als sie selbst.

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