Für viele Solopreneure sind Online-Kurse derzeit so etwas wie der Heilige Gral.

Der Hype wächst unaufhörlich.Doch in den USA läuten die Alarmglocken. Denn angeblich nur 3 Prozent der Teilnehmer führen einen Kurs zu Ende. 

Ob diese Zahl so generell zutrifft, sei dahin gestellt. Doch eine amerikanische Kollegin von mir hat bereits 2014 in einer Umfrage eine ähnliche Tendenz herausgefunden.

Und die Situation dürfte sich seitdem nicht verbessert haben.Wer hierzulande mit Online-Kursen erfolgreich sein möchte, tut gut daran, sich mit den Gründen dafür zu befassen.

  • Wenn Sie bereits einen Kurs anbieten, können Sie gegensteuern.
  • Wenn Sie einen Kurs planen, wissen Sie, worauf Sie achten sollten.
  • Wenn Sie schon einmal als Teilnehmer eines Kurses mit den Ergebnissen nicht zufrieden waren oder ihn nicht  bis zu Ende durchgearbeitet haben, verstehen Sie die Situation besser und können für die Zukunft daraus lernen.

Ich selbst habe seit 2004 Erfahrung mit Online-Kursen und Coaching-Programmen und viele verschiedene Situationen erlebt.

Außerdem habe ich als Teilnehmer an unzähligen Kursen mitgemacht und auch dort vielfältige Erfahrungen gesammelt.

Welche Konsequenzen ich daraus gezogen habe, erzähle ich am Ende des Artikels.

I. Wenn die Mehrheit der Kursteilnehmer den Kurs nicht zu Ende führt, schadet das allen

Das ist ein ernst zu nehmendes Thema.

Denn wenn so viele Teilnehmer den Kurs nicht bis zu Ende führen, schadet das allen.

  • Die Teilnehmer erreichen nicht die gewünschten Ergebnisse.
  • Das verursacht ungute Gefühle, unabhängig davon, worauf der Abbruch zurückzuführen ist. Da ich selbst auch Kurse gekauft habe, die ich nicht zu Ende gebracht habe, weiß ich, wovon ich spreche:-).
  • Die Chance ist gering, dass der Teilnehmer von diesem Anbieter erneut etwas kauft.
  • Möglicherweise fällt er ein vernichtendes Urteil über die ganze Branche.

II. Vier häufige Abbruch-Ursachen

Um wirksam gegensteuern zu können, ist es wichtig, die Abbruchursachen zu identifizieren.

Letztlich lassen sie sich auf vier Gründe zurückführen:

  • Der Kurs führte nicht zu den erwarteten Ergebnissen.
  • Die Erfahrungen und Erlebnisse während der Bearbeitung des Kurses waren nicht motivierend.
  • Der Kurs dauerte zu lange.
  • Es gab neue Prioritäten.

III. Das Kernproblem: Der Kurs steht im Mittelpunkt, nicht die Teilnehmer

Wie schon erwähnt, habe ich reichhaltige Erfahrung sowohl als Anbieter wie auch als Teilnehmer. Das Kernproblem bei vielen Online-Kursen sehe ich darin, dass der Kurs im Mittelpunkt steht, nicht der Teilnehmer.

Anders ausgedrückt: Der Teilnehmer muss sich nach dem Kurs richten statt umgekehrt.

  • Das beginnt mit dem Startzeitpunkt des Kurses. Viele Kurse, vor allem die amerikanischen, werden durch eine Launch-Kampagne eingeführt. Das heißt, dass in kurzer Zeit viel Interesse und auch Entscheidungsdruck aufgebaut wird, damit der Kurs jetzt gekauft wird. Danach ist er für sechs bis 12 Monate nicht erhältlich.Doch eine Launch-Kampagne kommt dann, wenn es günstig ist für den Anbieter, nicht dann, wenn es günstig ist für den Teilnehmer.
  • Es geht weiter über die Auslieferung des Kurses. Der Teilnehmer muss sich an das Tempo des Kurses anpassen.Viele Anbieter nutzen das Drip-Prinzip. Das heißt, dass sie wöchentlich eine neue Lektion frei geben. Bei begleiteten Coaching-Programmen kann das sogar Sinn machen. Bei Selbstlernkursen ist es schlicht eine Bevormundung des Kunden. Wenn ich einen Kurs an einem Wochenende durcharbeiten will und kann, nervt es, wenn ich noch mehrere Wochen auf die restlichen Lektionen warten muss.
  • Der Teilnehmer muss sich an den Modus der Auslieferung anpassen. Viele Kurse enthalten Videos. Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich bin es leid, mir stundenlang Videos zu Gemüte führen. Ich finde es mühselig und zeitraubend. Und oft ist es im Nachhinein schwierig und wiederum zeitraubend, eine bestimmte Information wieder zu finden.

Das Kernproblem vieler Kurse ist, dass die Teilnehmer sich nach dem Kurs richten müssen, statt dass der Kurs auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingeht.

IV. Meine Empfehlungen für Sie als Anbieter

Wenn Sie selbst Kurse anbieten oder planen, empfehle ich Ihnen, sich nicht in erster Linie auf den Kurs zu konzentrieren, sondern auf den Kunden.

  • Wer ist Ihr Kunde?
  • Welche Ergebnisse will er erreichen?
  • Welche sonstigen Optionen stehen ihm zur Verfügung, um seine Ziele zu erreichen? Weshalb diese Fragestellung wichtig ist, lesen Sie in diesem Beitrag.
  • Weshalb ist Ihr Kurs die beste Option? Ist das wirklich der Fall? Oder würde dem potenziellen Kunden etwas anders viel besser helfen?
  • Wie muss der Kurs gestaltet sein, damit er die gewünschten Ergebnisse erreicht und der Kunde positive Erfahrungen und Erlebnisse auf dem Weg dorthin genießt?

Wenn Sie bereits ein Signature System haben, fällt Ihnen die Entwicklung eines Kurses aus kundenzentrierter Sicht wesentlich leichter. Hier finden Sie meinen „Ultimativen Guide für Ihr Signature System“.

V. Meine Empfehlungen für Sie als Kurs-Teilnehmer

Wenn Sie als Solopreneur die Teilnahme an einem Kurs erwägen, empfehle ich Ihnen folgendes Vorgehen:

  • Was sind Ihre langfristigen Ziele für Ihr Business und auch Ihr Leben?
  • Welche kurzfristigen Ziele wollen Sie auf dem Weg dorthin erreichen?
  • Welches Know-how und welche Fähigkeiten brauchen Sie dafür? Und wann? Viele Solopreneure scheffeln Wissen auf Vorrat und haben eine Menge an Informationen „auf Halde“ liegen.
  • Welche Optionen gibt es, um Know-how und Fähigkeiten zu erwerben?
  • Welche davon ist die beste Option für Sie und wie schneidet im Vergleich dazu der fragliche Kurs ab?

Wenn Sie den Weg des Solopreneurs gewählt haben, dann bedeutet das, dass Sie Verantwortung übernommen haben für Ihr Leben und für Ihr Business. Reagieren Sie nicht einfach auf einen Launch, sondern bestimmen und wählen Sie pro-aktiv, was Sie für Ihren Weg brauchen. 

VI. Ihre Erfahrungen?

Wie sind Ihre Erfahrungen, sowohl als Kurs-Anbieter wie auch als Teilnehmer an Kursen oder Coaching-Programmen? ​Was tun Sie als Anbieter, damit Ihre Teilnehmer bis zum Ende durchhalten?Haben Sie selbst schon Kurse gekauft, die Sie nicht bis zu Ende bearbeitet haben? Was waren die Gründe dafür? Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion.

Ich bin Monika Birkner und unterstütze vielseitige Solopreneure & Multipreneure, gerade wegen ihrer Vielfalt erfolgreich zu sein und ein Business zu schaffen, das größer ist als sie selbst.

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