Business optimieren? Hmm, klingt ein bisschen langweilig – oder? Sie haben doch zig Ideen im Kopf für Neues – ob neue Angebote, neues Marketing, neues Sonstwas. Vor lauter Vorfreude können Sie kaum noch schlafen.

Genau.

Gerade deshalb ist es wichtig, zunächst das Bestehende zu optimieren.

Ich habe eine Weile gebraucht, um das wirklich zu verstehen und vor allem auch, um es systematisch umzusetzen.

Mit den folgenden Tipps können Sie schon frühzeitig damit beginnen und damit eine solide Basis schaffen für weiteres Wachstum, auch skalierbares Wachstum bis hin zur Verkaufsfähigkeit Ihres Unternehmens.

I. Drei Gründe, warum Sie Ihr Business optimieren sollten

Kurz die drei wichtigsten Gründe, warum Sie Ihr Business optimieren sollten:

Grund # 1: Richtige Relation schaffen von Neuem und Optimierung des Bestehenden

Wenn Sie als Solopreneur fortlaufend Neues schaffen, ohne das Bestehende hinreichend zu pflegen und weiter zu optimieren, machen Sie Ihr Business verletzlich und programmieren sich selbst für Burn-out.

Denn Neues macht Spaß. Neues energetisiert. Neues schafft neue Chancen.

Doch Neues kostet auch Zeit für Einarbeitung und Aufbau. Neues zu schaffen, dauert oft länger als geplant. Nicht jede neue Idee führt zum gewünschten Erfolg.

Götz W. Werner, Gründer und langjähriger Geschäftsführer der dm-Drogeriekette, schreibt in seiner sehr lesenswerten Autobiografie Womit ich nie gerechnet habe vom richtigen Rhythmus von Routine und Erneuerung.

Beides ist nötig – aber in gesundem Verhältnis zueinander.

Sonst kann es Ihnen gerade als Solopreneur passieren, dass Sie ständig etwas Neues anpacken, aber nicht genug ernten von dem, was Sie gesät haben.

Das wäre schade für Ihr Business und schade für Sie selbst.

 

Gerade als Solopreneur ist es wichtig, dass Sie die richtige Relation finden, Neues anzupacken und das Bestehende zu pflegen und zu optimieren. Denn Sie wollen ja nicht nur säen, sondern auch ernten.

 

Grund # 2: Erst optimieren, dann skalieren

Gerade wenn Sie – wie bei vielen Solopreneuren heutzutage der Fall – Ihr Business skalierbar machen wollen, dann ist die vorherige Optimierung das Gebot der Stunde.

Denn warum wollen Sie skalieren?

Neben Gründen wie mehr Reichweite, mehr Impact u.ä. ist es vermutlich auch das Motiv, sich unabhängiger zu machen vom Tausch „Zeit-gegen-Geld“ und dem damit verbundenen Eisberg-Risiko.

Doch hier tritt dann das Dilemma zutage.

Sie brauchen Zeit, um „an“ Ihrem Business zu arbeiten, zum Beispiel einen Online-Kurs oder ein Membership-Programm zu kreieren.

Solange Sie Zeit gegen Geld tauschen, ist Ihre Zeit damit in Anspruch genommen, Ihre Kundenaufträge zu erfüllen. Viel Zeit – und vor allem auch Energie – bleibt dann nicht, um einen Online-Kurs zu kreieren.

Wenn Sie hingegen Zeit zur Verfügung haben, bedeutet das in der Regel, dass Sie mit Aufträgen nicht hinreichend ausgelastet sind.

Sofern Sie nicht über ein sattes Polster an Rücklagen verfügen, fängt dann die Nervosität an und Sie schauen erst einmal, dass Sie neue Aufträge an Land ziehen.

Auch dann bleibt nicht viel Zeit und Energie für die Entwicklung skalierbarer Angebote.

Optimierung Ihres Business, bevor Sie an die Skalierbarkeit gehen, verschafft Ihnen zeitlichen und finanziellen Freiraum, um in Ruhe und systematisch den nächsten Level zu erreichen.

 

Erst optimieren, dann skalieren. Denn Sie brauchen zeitlichen und finanziellen Freiraum, bevor Sie einen Online-Kurs o.ä. kreieren. Solange Sie im Tausch „Zeit-gegen-Geld“ gefangen sind, ist Ihre Zeit damit angefüllt, bestehende Aufträge zu erfüllen oder neue Aufträge zu akquirieren. Die systematische Optimierung Ihres Business verschafft Ihnen den nötigen zeitlichen und finanziellen Freiraum, um „an“ Ihrem Business zu arbeiten und es weiter zu skalieren.

 

Grund #3: Optimierung als unternehmerische Daueraufgabe und als spezifisches Mindset

Darüber hinaus ist ständige Optimierung eine unternehmerische Daueraufgabe.

Die erfolgreichsten Marketer, die ich kenne, berichten davon, dass Sie eine Facebook-Anzeige oder eine Landingpage über Monate hinweg optimiert haben, bevor sie damit die gewünschten Ergebnisse erreichten.

Und das nicht deshalb, weil sie schlecht oder unerfahren sind.

Nein, ganz im Gegenteil.

Diese Unternehmer haben ein anderes Mindset. Sie fangen mit kleinen Schritten an, lernen daraus, optimieren geduldig und gehen dann weiter zum nächsten Schritt.

Daher ist dann die Ernte, die sie einfahren, exorbitant hoch.

Für Außenstehende mag das wie ein Erfolg über Nacht aussehen.

Doch wer sich hinter den Kulissen auskennt, der weiß, wie viel an Optimierungsarbeit dem vorausging.

 

Die erfolgreichsten Unternehmer haben ein spezifisches Mindset bezüglich Optimierung. Sie sehen Optimierung als unternehmerische Daueraufgabe. Klein anfangen, Ergebnisse testen, weiter optimieren – das ist ihr Erfolgsweg.

 

II. Fünf Prinzipien für die Optimierung Ihres Business

Wenn Sie Ihr Business optimieren wollen, dann erfordert das Unterscheidungsfähigkeit und Augenmaß.

Rasenmäher-Methoden sind genauso untauglich wie allzu vereinfachte Regeln.

Diese fünf Prinzipien helfen Ihnen, zu klaren Entscheidungen zu gelangen:

Prinzip # 1: Erst das Gesamtkonzept, dann die Details

Einfach irgendwo anzufangen und wahllos an einer Stelle zu kappen, an anderer Stelle etwas verbessern wollen, ohne dass Sie ein Gesamtkonzept haben, wird nicht funktionieren.

Sie brauchen klare Kriterien für Ihre Entscheidungen.

Erst wenn Sie wissen, wo Sie mit Ihrem Business und Ihrem Leben hinwollen, dann können Sie entscheiden, was Sie noch wollen bzw. brauchen und was nicht.

Daher erarbeite ich mit meinen Klienten am Anfang zunächst die Visionen und Ziele in persönlicher und geschäftlicher Hinsicht, so dass wir daraus das Gesamtkonzept ableiten können. Dieses dient dann als Basis für alle weiteren Entscheidungen.

 

Erst wenn Sie wissen, wohin Sie wollen, und ein Gesamtkonzept dafür haben, haben Sie klare Kriterien für Ihre Optimierungs-Entscheidungen.

 

Prinzip # 2: Bestehendes nicht unnötig gefährden

Gerade wenn eine Neu-Orientierung ansteht, verleitet der Überschwang der Begeisterung mitunter dazu, das Bestehende nicht auszureichend abzusichern oder sogar zu gefährden.

Beispiele: 

  • Sie wollen eine neue Zielgruppe erobern und versäumen darüber, Ihre bisherigen Kundenbeziehungen ausreichend zu pflegen. Doch auch in der bestehenden Zielgruppe gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit Kunden, die auch dem Profil Ihrer künftigen Zielgruppe entsprechen. Oder die Sie an Ihre künftige Zielgruppe empfehlen können.
  • Als Software-Entwickler konzentrieren Sie sich nur auf Neu-Entwicklungen, ohne für die bisherige Software ausreichend Dokumentation und Support zu leisten. Damit riskieren Sie, dass Ihre bisherige Kunden unzufrieden werden und bei nächstbester Gelegenheit weg sind.
  • Weil Sie sich künftig mehr auf Online-Aktivitäten ausrichten wollen, kippen Sie das Kind mit dem Bade aus und verzichten auf Ihre 1:1-Aktivitäten – nur um irgendwann festzustellen, dass das reine Online-Geschäft gar nicht „Ihr Ding“ ist.

 

Sichern Sie das Bestehende ab, bevor Sie etwas Neues beginnen. Erstens hilft Ihnen das, den Übergang abzufedern. Und darüber hinaus wissen Sie nicht, ob Sie nicht irgendwann wieder auf das Bestehende zurückkommen wollen. Außerdem können Sie zumindest in einem gewissen Maße auf dem Bestehenden aufbauen.

 

Prinzip # 3: Wildwuchs bereinigen

Je länger Sie am Markt sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es einiges an Wildwuchs gibt.

Das können Angebote, Marketingmaßnahmen, Netzwerk-Mitgliedschaften, Tools, halbfertige Produkte, Projektruinen sein – kurz: alles Mögliche, was sich im Laufe der Zeit ansammelt, wenn Sie nicht regelmäßig Ihr Business pflegen.

Ein Haus-Garten, in dem alles wild wächst, mag seinen Charme haben.

Wenn Ihr Business-Garten so aussieht, kostet Sie das schlicht zu viel.

  • Es kostet Sie Zeit, die Sie sub-optimal verwenden.
  • Es kostet Sie Geld, das Sie in der Zeit nicht verdienen.
  • Es kostet Sie Energie. Denn tief im Inneren wissen oder ahnen Sie vermutlich, dass es einiges zu bereinigen gäbe.

Ihr Gesamtkonzept (s. Prinzip # 1) hilft Ihnen, klare Entscheidungen zu treffen.

Es hilft Ihnen auch, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden und dort anzusetzen, wo die größte Hebelwirkung besteht.

Sicher kennen Sie das befreite Gefühl, wenn Sie Ihren Kleiderschrank oder Büroschrank entrümpelt haben.

Genauso wird es Ihnen gehen, wenn Sie den Wildwuchs in Ihrem Business bereinigt haben.

Das kann konkret bedeuten:

 

Den Wildwuchs im Business zu bereinigen, setzt Energie frei für das, was sich wirklich lohnt. 

 

Prinzip #4: Mehr aus dem Vorhandenen machen

In Ihrem Business gibt es reichlich Potenzial, mehr aus dem Vorhandenen zu machen.

Das sage ich, ohne Ihr Business gesehen haben zu müssen.

Denn es ist immer so.

Meine Klienten sind oft erstaunt, wie viele Möglichkeiten es gibt, die sie schlicht bisher nicht gesehen haben.

Ich sage gern, dass die Möglichkeiten Ihnen zu Füßen liegen. Sie brauchen sie nur aufzuheben.

Doch es fehlt der Blick dafür.

Nennen Sie es Betriebsblindheit oder wie Sie wollen.

Es ist normal.

Als Außenstehende mit dem Fokus darauf, wie Solopreneure Ihr Business optimieren, skalieren und verkaufsfähig machen können, sowie 17 Jahren Erfahrung in verschiedensten Branchen, sehe ich Chancen, die Sie nicht sehen.

Beispiele:

  • Sie erbringen derzeit kostenlose Leistungen, die Sie mühelos in bezahlte Leistungen umwandeln können. Damit können Sie Ihren Kunden sogar noch mehr dienen als bisher.
  • Sie haben neue Anfragen, denen Sie bisher nicht nachgegangen sind – aus welchen Gründen auch immer.
  • Ihre Preise sind viel zu niedrig für das, was Sie bieten. Auch Ihre Kunden würden sich wohler fühlen mit angemessen hohen Preisen.

Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Umsatz mühelos steigern können und hier, wie Sie mehr aus Ihrem Content machen können. 

 

Ihr derzeitiges Business hat noch viele ungenutzte Potenziale. Ich sage gern, dass Ihnen neue Möglichkeiten zu Füßen liegen. Sie brauchen sie nur aufzupicken. Doch die eigene Betriebsblindheit – die ganz normal ist – steht dem oft im Wege. Gemeinsam entdecken wir Chancen, die Sie bisher nicht gesehen haben.

 

Prinzip # 5: Wenn etwas derzeit nicht funktioniert, ist das nicht automatisch ein Grund, es wegzulassen

Vielleicht haben Sie schon Patentrezepte fürs Business gehört wie „Das weiter machen, was funktioniert, und den Rest weglassen“.

Klingt erst einmal einleuchtend.

Ist aber zu kurz gedacht.

Denn wenn etwas jetzt nicht funktioniert, heißt das nicht, dass Sie es nicht zum Funktionieren bringen könnten.

Oben habe ich extrem erfolgreiche Marketer erwähnt. Ich habe ganz konkrete Beispiele vor Augen, die ganz explizit sagen, dass sie u. U. Monate brauchen, bis eine Facebook-Anzeige richtig gut funktioniert.

Es handelt sich dabei um solche, die sich im siebenstelligen oder sogar achtstelligen Businessbereich bewegen.

Wenn sie zu früh aufgegeben hätten, statt geduldig weiter zu optimieren, wären sie nicht da, wo sie heute sind.

Auf der anderen Seite macht es keinen Sinn, auf einem toten Gaul weiter zu reiten.

Es erfordert daher Unterscheidungsvermögen, wo es sich lohnt, nach weiteren Optimierungsmöglichkeiten zu suchen, und wo Sie besser einen Schlussstrich ziehen sollten.

Das hängt sehr vom Einzelfall ab.

Ein Gesamtkonzept für ihr Business zu haben (s. Prinzip #1), hilft auf jeden Fall bei der Beurteilung.

Ansonsten hilft die ehrliche Antwort auf die Frage: Was habe ich wirklich schon getan, um dieses Produkt/diese Marketingstrategie/dieses Projekt erfolgreich zu machen?

Eine Antwort wie „Ich habe schon alles versucht“ entpuppt sich bei näherem Hinsehen oft als „Ich habe zwei oder drei Dinge versucht“.

 

Es braucht Unterscheidungsfähigkeit, wann es sich lohnt, etwas weiter zu optimieren und wann Sie einen toten Gaul reiten. Ein Gesamtkonzept ist dabei hilfreich, ebenso die ehrliche Antwort auf die Frage, was Sie konkret schon bisher getan haben. Auch der neutrale Blick von außen kann hilfreich sein.

 

III. Take-aways und nächste Schritte

Kurz noch einmal zusammengefasst:

1.  Es gibt drei Gründe, warum es wichtig ist, Ihr Business zu optimieren:

  • In jedem Unternehmen müssen Innovation und Optimierung dessen, was ist, in angemessener Relation stehen, wenn das Unternehmen nicht in eine Schieflage geraten soll.
  • Wenn Sie als Solopreneur Ihr Business skalierbar machen wollen (was im Prinzip eine sinnvolle Entscheidung ist), sollten Sie es erst einmal optimieren. Denn sonst wird es Ihnen schwer fallen, den zeitlichen und finanziellen Freiraum zu schaffen, um weiter „an“ Ihrem Business zu arbeiten und es unabhängiger von Ihrer Person zu machen.
  • Darüber hinaus ist kontinuierliche Optimierung eine unternehmerischen Daueraufgabe. Lernen Sie vom Mindset der erfolgreichsten Unternehmer. Diese beginnen mit kleinen Schritten, testen optimieren, testen erneut, optimieren weiter etc. – und irgendwann ist daraus etwas sehr Erfolgreiches entstanden.

2. Die fünf Prinzipien der Optimierung, die ich Ihnen ans Herz lege, sind:

  • Erst das Gesamtkonzept, dann die Details.
  • Bestehendes nicht unnötig gefährden.
  • Wildwuchs bereinigen.
  • Mehr aus dem Vorhandenen machen.
  • Wenn etwas nicht funktioniert, ist das nicht automatisch ein Grund, es wegzulassen.

Bildnachweis:

hahnsinn – Büro für Design & Webentwicklung

Ich unterstütze Solopreneure, sich immer wieder neu zu erfinden, ein skalierbares Business zu schaffen und Exit-Strategien für ein verkaufsfähiges Business zu entwickeln. In diesem Blog schreibe ich über alle Themen, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen, von Älterwerden als Solopreneur über Business-Strategien bei Positionierung, Marketing, Geschäftsmodell und Produktivität bis hin zu Zukunftsthemen für Solopreneure.

2 Kommentare
  1. Eva Lasps sagte:

    Liebe Monika, du sprichst mir wieder einmal aus der Seele. Seit ich damals im Jänner 2001 mein erstes Onlinemagazin herausgebracht habe, habe ich einen ung. Zweijahresrhythmus, wo ich die Webseite erneuere. Davor aber einen Optimierungsprozess durchlaufe.
    Natürlich reizt das Neue und es ist kuschelig, zu sitzen und herumzuspielen. Aber das bringt langfristig nichts.

    Für Innivationen hat mir die 3er Regel geholfen. Neues wird mindestens – je nach Komplexität und Größe – 3 Mal, 3 Tage oder 3 Jahre geplant und in der Zeit optimiert, angepasst, gefeilt … Erst dann kann es übernommen oder verabschiedet werden.
    :-)

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    • Monika Birkner sagte:

      Liebe Eva,
      genau, das Neue reizt zum Spielen. Aber wenn wir als Solopreneure erfolgreich sein wollen, dann gehört mehr dazu.
      Dein 3er-System finde ich ausgesprochen spannend.
      Herzliche Grüße
      Monika

      Antworten

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