Monika Birkner Deine Produktivität beginnt beim Geschäftsmodell

Solopreneur? Deine Produktivität beginnt beim Geschäftsmodell [UPDATE]

I. Deine besondere Situation als Solopreneur in Bezug auf Produktivität

Deine Produktivität beginnt beim Geschäftsmodell. Denn du bist Solopreneur.

Als Solopreneur bist du in einer völlig anderen Situation als Angestellte oder Manager.

Du kannst dich abstrampeln ohne Ende. Kannst 100 Zeitmanagementbücher studieren und alle To-do-Listen-Tools ausprobieren.

Das alles bringt dich nicht wirklich weiter, wenn dein Geschäftsmodell nicht stimmt.

In diesem Beitrag lernst du 3 wichtige Stellhebel kennen. Reflexionsfragen unterstützen dich bei der Umsetzung auf dein Business.

Du hast entweder ein Geschäftsmodell, das deine Produktivität unterstützt. Oder du hast ein Geschäftsmodell, das deiner Produktivität im Wege steht.

II. Der wichtigste und oft unterschätzte Grund, weshalb Produktivität für dich als Solopreneur eine elementare Rolle spielt

1. Die naheliegenden Gründe, weshalb Produktivität wichtig ist für dich als Solopreneur

Wenn du Solopreneur bist, dann hast du

  • viel mehr Ideen und Möglichkeiten, als du jemals wirst umsetzen können – ganz besonders dann, wenn du zu den sehr vielseitigen Solopreneuren gehörst
  • unzählige „Hüte“, die du im Alltag trägst und die dazu führen, dass nie Zeit genug ist für alles
  • die Notwendigkeit, deine Zeit eigenständig zu strukturieren und dich zu organisieren. Anders als beim Angestellten oder Manager ist der Tag nicht von außen vorstrukturiert.

Es gibt also gute und wichtige Gründe, dich um produktives Arbeiten zu bemühen.

Doch die vorstehenden Punkte sind noch nicht die entscheidenden Punkte.

2. Der entscheidende Grund, weshalb Produktivität wichtig ist für dich als Solopreneur

Was dich von typischen Angestellten unterscheidet: Dein Einkommen hängt zu 100 Prozent von deiner Produktivität ab.

Das ist selbst bei den meisten Vertriebsleuten nicht der Fall. Sie haben oft ein Basiseinkommen und der Rest ist variabel.

Deine besondere Situation als Solopreneur: Wie produktiv du arbeitest, wirkt sich unmittelbar auf das Einkommen aus.

Wenn du einen Großteil deiner Zeit mit Aktivitäten verbringst, die kein Geld in die Kasse bringen, wird das nicht allzu lange gut gehen.

Das gleiche gilt, wenn du für die Einnahmen, die du erzielst, zu hohen Aufwand hast.

Abgesehen von den wirtschaftlichen Auswirkungen hat das noch einen weiteren Effekt. Möglicherweise ist der für dich noch schmerzlicher:

Du hast nicht den Impact, den du dir wünscht.

Möglicherweise bist du angetreten mit dem Wunsch, etwas zu bewegen und zu bewirken.

Deine Erfahrungen und dein Wissen an andere weiter zu geben.

Anderen den Weg leichter zu machen.

Doch wie weit du das erreichst, hängt in hohem Maße ab von deiner Produktivität als Solopreneur.

Wie produktiv du arbeitest, wirkt sich auch darauf aus, was du letztendlich bewegen und bewirken wirst.

3. „Ich arbeite viel, aber es kommt zu wenig dabei herum.“

„Ich arbeite viel, aber es kommt zu wenig dabei herum.“ – Das ist eine Aussage, die ich schon oft von Solopreneuren gehört habe.

Natürlich gibt es dafür viele unterschiedliche Faktoren.

Und in aller Regel lohnt es sich, das Geschäftsmodell genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn dort sind entscheidende Stellhebel angesiedelt.

„Ich arbeite viel, aber es kommt zu wenig dabei herum.“ – Dein Geschäftsmodell kann dafür eine entscheidende Ursache sein.

III. Deine Produktivität beginnt beim Geschäftsmodell: 3 wichtige Stellhebel

Zwischen Produktivität und Geschäftsmodell gibt es vielfältige Zusammenhänge. Ich will hier beispielhaft drei herausgreifen und dann anhand von Beispielen erläutern:

  • die Auswahl der Kunden
  • die Gestaltung der Angebote und Kundenbeziehungen
  • den Aufwand für die Erfüllung der Kundenaufträge.

Mit diesen drei Themen hast du drei wichtige Stellhebel für mehr Produktivität, mehr Einkommen  und  mehr  Impact –  und vielleicht auch mehr persönliche Erfüllung.

Nutze auch die Reflexionsfragen, um sofort konkrete Ideen für dein Business zu generieren. Oder auch, um sie in dir wirken zu lassen. Manches braucht seine Zeit.

#1: Die Auswahl der Kunden – Einmalbedarf oder Mehrfachbedarf?

Vielleicht hast du schon über so genannte Wunschkunden nachgedacht und dir in dem Rahmen überlegt, mit wem du gerne arbeitest.

Doch hast du auch überlegt, welche Kunden strategisch am sinnvollsten für dich sind?

a) Beispiel: Zwei Anwälte mit gleichen Fachgebieten, doch ganz unterschiedlicher Auslastung

  • Rechtsanwalt A  ist Anwalt für Arbeitsrecht. Er strengt sich sehr an, immer wieder neue Mandanten zu gewinnen und es kostet ihn viel Zeit.
  • Rechtsanwalt B, ebenfalls Anwalt für Arbeitsrecht, ist hingegen sehr gut ausgelastet. Er verwendet relativ wenig Zeit für die Mandantengewinnung und dafür umso mehr für die Bearbeitung der Mandate.

Der entscheidende Unterschied ist:

  • Rechtsanwalt A vertritt vorwiegend Arbeitnehmer. Die meisten benötigen nur einmal im Leben einen Anwalt. Daher muss er immer wieder neue Mandanten suchen.
  • Rechtsanwalt B vertritt mehrere größere Firmen und Verbände. Von dort erhält er „automatisch“ immer wieder „Nachschub.

Ähnliche Situationen gibt es in vielen Branchen – möglicherweise auch in deiner

b) Wie du die strategische Auswahl deiner Kunden für dein Business umsetzen kannst

  • Wie oft benötigen deine Kunden deine Leistungen?
  • Wo in deinem Markt gibt es Kundensegmente, mit denen Wiederholungs- oder Folgeaufträge möglich sind?
  • Was würde es für deine Produktivität und dein Einkommen bedeuten, mehr solcher Kunden zu gewinnen?

Gehe bei der Entscheidung für deine Wunschkunden nicht ausschließlich davon aus, mit wem du gerne arbeitest. Sondern mach dir auch Gedanken, ob diese Kunden das Potenzial für Folgeaufträge haben.

#2: Gestaltung der Angebote und Kundenbeziehungen – denke langfristig

Im o.g. Beispiel ging es um eine grundsätzliche Weichenstellung, die alles andere beeinflusst. Kunden, die nur einmal im Leben Bedarf haben, lassen sich nicht überreden, öfter von dir zu kaufen.

Anders ist es, wenn deine Kunden deine Leistungen öfter gebrauchen könnten, aber sie trotzdem nicht in Anspruch nehmen.

Das kann darauf zurückzuführen sein, wie du die Angebote und Kundenbeziehungen gestaltest.

a) Zwei Coaches – unterschiedliches Geschäftsmodell, unterschiedliches Einkommen

  • Coach A ist stolz darauf, 3-Stunden-Kurzzeitcoachings anzubieten. Folge ist allerdings, dass er viel  unbezahlte Zeit fürs Marketing verbringt und relativ wenig Zeit mit seinen Klienten, obwohl er Coach aus Leidenschaft ist. Auch ist sein Einkommen weder besonders hoch noch besonders vorhersehbar.
  • Coach B bietet ein 6-Monats-Coaching-Programm. Ihre Klienten erreichen damit tiefgehende Veränderungen. Für sie ist diese Arbeit sehr befriedigend und außerdem lukrativ.

Auch diese Beispiele sind nicht an eine Branche gebunden, sondern lassen sich in vielen Branchen finden.

b) Drei Lösungsmöglichkeiten für langfristige Kundenbeziehungen

Wenn es darum geht, die Angebote und Kundenbeziehungen im Rahmen des Geschäftsmodells zu gestalten, gibt es verschiedene Lösungsmöglichkeiten.

Es lohnt sich, sich darüber Gedanken zu machen.

In meinem Buch „Erfolgreich als Solo-Unternehmer“ nenne ich drei Typen von Geschäftsmodellen:

  • Modell Verpflichtung
  • Modell Verführung
  • Modell Vermehrung

Monika Birkner: Erfolgreich als Solo-Unternehmer
  • Modell Verpflichtung: Prototyp dafür ist das Abo-Modell. Der Kunde verpflichtet sich, für einen gewissen Zeitraum regelmäßig Leistungen zu kaufen. Membership- oder Mitgliedermodelle, wie sie heute mehr und mehr en vogue sind, gehören ebenfalls dazu.
  • Modell Verführung: Deine guten Leistungen, dein Marketing, deine attraktiven Folge-Angebote – das und noch mehr führt dazu, dass dein Kunde nach dem Erstauftrag gern noch weitere Leistungen in Anspruch nimmt.
  • Modell Vermehrung: Hier liegt die Situation vor, dass ein Kunde nur einmaligen Bedarf hat (s. oben das Beispiel der Anwälte mit Einmal-Mandanten). Gleichwohl ist auch hier noch nicht Hopfen und Malz verloren. Denn mit genügend Kreativität und strategischem Blick über den Tellerrand lassen sich Möglichkeiten finden, auch dieses Modell weiter auszubauen – selbst wenn es mit den bisherigen Kunden nicht möglich ist. Berater, die in Organisationen unterwegs sind, können durch kluges internes Marketing Aufträge von anderen Organisationseinheiten gewinnen. Hochzeitsfotografen können geschicktes Empfehlungsmarketing betreiben. Und auch die Weitergabe des eigenen Know-hows an Branchenkollegen kann ein Weg sein, den Risiken der Einmal-Kunden zu entkommen.

c) Wie du langfristige Kundenbeziehungen für dein Business umsetzen kannst:

  • Welche neue Herausforderung haben deine Kunden, wenn die Herausforderung gelöst ist, wegen derer sie anfangs gekommen sind?
  • Welche hinderlichen Glaubenssätze halten dich möglicherweise ab, das volle Potenzial einer Kundenbeziehung auszuschöpfen?
  • Welche weiteren Angebote könntest du dir vorstellen?

Denke nicht nur an den Erstauftrag. Sondern überlege dir, wie du deine Kundenbeziehungen so gestalten kannst,dass sich längerfristige WIn-WIn-Situationen für beide Seiten ergeben.

d) Leseempfehlungen

3. Weniger Aufwand für deine Kundenaufträge

Deine Produktivität wird auch davon beeinflusst, wie viel Aufwand deine Kundenaufträge mit sich bringen.

a) Beispiel: Zwei Webdesignerinnen – gleiches Business , unterschiedlicher Aufwand

  • Webdesignerin A ist stolz auf Ihre Vielseitigkeit und dass sie alle ihre Kunden sehr individuell behandelt. Das führt allerdings dazu, dass sie für einzelne Kunden Know-how und Tools vorhalten und regelmäßig aktualisieren muss, die sie sonst nicht braucht. Sie ist unzufrieden mit der Situation, weil die  regelmäßige Weiterbildung sie einiges an Zeit und Geld kostet und das Einkommen, das sie mit diesen Kunden erzielt, das nicht wiederspiegelt.
  • Webdesignerin B hat ihr Business so umgebaut, dass sie ihr Business radikal vereinfacht hat: nur eine Plattform, nur ein Template, nur jeweils einen Anbieter für Hosting, E-Mal-Services usw. Ihr entgehen zwar bestimmte Aufträge. Doch sie braucht sich nicht damit zu belasten, alles mögliche Wissen vorzuhalten und zu aktualisieren. Und durch die enge Ausrichtung kennt sie die Tools, die sie nutzt, aus dem Effeff und arbeitet damit sehr effizient

Auch dieses Beispiel lässt sich auf viele Branchen übertragen.

b) Lösungsmöglichkeiten für andere Branchen

Es lassen sich verschiedene Lösungsmöglichkeiten denken, zum Beispiel

  • noch einmal überdenken, welche Kunden bzw. Aufträge du annehmen willst und welche nicht
  • für Sonderleistungen die Preise erhöhen
  • Kooperationen mit Spezialisten, an die du Sonderarbeiten abgeben kannst
  • Productized Service
  • oder umgekehrt, dein Spezial-Know-how besser nutzen, so dass sich die Aufwendungen rentieren.

c) Wie du weniger Aufwand für deine Kundenaufträge für dein Business umsetzen kannst

  • Welche deiner Kunden erfordern besonderen Aufwand? Wie rechnet der sich?
  • Wie könnte dein Business aussehen, wenn du es radikal vereinfachen würdest?
  • Was könnte dich abhalten, das zu realisieren?

„Nein“ zu sagen, fällt vielen Selbstständigen schwer. Doch wenn der Aufwand für den einzelnen Kunden sich nicht mehr rechnet, dann lohnt sich die Überlegungen, etwas Grundlegendes zu ändern.

d) Leseempfehlungen

IV. Nächste Schritte für deine Produktivität

Ich hoffe, dass die Beispiele und Reflexionsfragen dir Anregungen geliefert haben, wie du durch eine Optimierung deines Geschäftsmodells deine Produktivität positiv beeinflussen kannst.

Wenn du noch mehr in die Tiefe gehen willst, bieten sich dafür folgende Möglichkeiten an:

  • Mein Programm Positionierung & Transformation: Dieses Programm geht weit über Positionierung hinaus. Es bietet dir gleichzeitig die Grundlage für ein sorgfältig komponiertes Geschäftsmodell und gesteigerte Produktivität. Basis für alles sind die Innere Positionierung sowie das Signature System (Module I und II). Im Modul III (Profitable Positionierung) entwickelst du dann dein Geschäftsmodell. Im Modul IV bringst du dann deine neue Positionierung auf die Website. Bei alledem unterstütze ich dich 90 Tage lang sowohl in der Sache selbst als auch beim Dranbleiben.
  • Mein Programm #StrongerThanBefore! In diesem Programm geht es um deine persönliche Produktivität und innere Stärke. Das Modul III (Mach dein Business stärker) bietet dir die Grundlage, dein aktuelles Geschäftsmodell umfassend auf den Prüfstand zu stellen und für die Zukunft weiter abzusichern. Außerdem entwickelst du eine Vorgehensweise, deine Angebote und dein Marketing jederzeit schnell an neue Umstände anzupassen. Alles, was du durch dieses Programm gewinnst, wird dir noch für viele Jahre eine Grundlage sein, systematisch und strategisch an dein Business heranzugehen, kluge Entscheidungen zu treffen und diese zielgerichtet und fokussiert umzusetzen.
  • Mein Business Transformation Letter: Damit bleibst du immer auf dem Laufenden, was neue Beiträge, Veranstaltungen oder Angebote betrifft. Er ist kostenlos.

Dieser Beitrag erschien erstmals am 29. März 2019. Letztes Update: 27. Juni 2020.

Bilder: Hahnsinn – Büro für Webdesign & Branding

Buchcover: Walhalla-Fachverlag

2 Kommentare zu „Solopreneur? Deine Produktivität beginnt beim Geschäftsmodell [UPDATE]“

  1. Ich danke Ihnen, dass Sie all diese Informationen in einem umfassenden Artikel zusammengefasst haben. Ich habe viel über Produktivität als Solopreneur gelernt. Ich freue mich auf Ihre zukünftigen Aktualisierungen.

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