„Ich will so lange arbeiten, wie es geht.“  Solche Aussagen höre ich oft von Solopreneuren. Doch das Älterwerden als Solopreneur lässt sich so einfach nicht abtun. Wenn Sie ernsthaft vorhaben, möglichst lange in Ihrem Business zu bleiben, müssen Sie Antworten haben auf vier kritische Fragen.

Nur dann können Sie sicherstellen, dass Sie Ihr weiteres Business – und letztlich auch Ihr weiteres Leben – nicht auf das „Prinzip Hoffnung“ gründen, sondern auf eine klare Strategie.

Oder anders ausgedrückt: Sie verwandeln den Wunsch, möglichst lange zu arbeiten, in ein konkretes Projekt.

 

Wenn Sie so lange arbeiten wollen, wie es geht, reicht das „Prinzip Hoffnung“ nicht aus. Sondern machen Sie ein Projekt daraus.

 

Ich lasse Sie damit nicht allein. Im Anschluss an die vier Fragen finden Sie noch vier Strategien, die Sie ab sofort nutzen können plus ein konkretes Angebot.

 

I. Vier kritische Fragen für das Älterwerden als Solopreneur

Für Solopreneure gibt es kein Pensionsalter. Anders ausgedrückt: Das Älterwerden als Solopreneur ist nicht reglementiert.

Doch das bedeutet nicht automatisch, dass Sie so lange arbeiten können, wie Sie es wollen.

Mit den folgenden Fragen erkennen Sie mögliche Risiken. Damit sind Sie in der Lage, frühzeitig gegenzusteuern.

 

Frage # 1: Wird es Ihren Job in 10 oder 20 Jahren noch geben?

Mehr und mehr menschliche Tätigkeiten werden von Maschinen übernommen. Das gilt nicht nur für manuelle Tätigkeiten. Das gilt auch für geistige Tätigkeiten.

 

Frage # 2: Wird der Markt Ihre Leistungen in 10 oder 20 Jahren noch wollen?

Dafür spielen viele Einflussfaktoren eine Rolle, auch neben der technologische Entwicklung. Ihre Positionierung und Ihre eigene Weiterentwicklung gehören dazu wie auch das Wettbewerbsumfeld.

  • Wird ein Verkaufstrainer mit 75, der Dreißigjährige trainiert, noch akzeptiert?
  • Ist er überhaupt auf der Höhe der Zeit, was moderne Verkaufstechniken betrifft und auch die technischen Tools, die dafür genutzt werden?
  • Kommt er mit der Mentalität von Menschen noch klar, die seine Enkel oder Urenkel sein könnten?
  • Würde so ein Verkaufstrainer überhaupt beauftragt, wenn in den Personalentwicklungsabteilungen ebenfalls 30-Jährige sitzen?

Das sind Fragen, die vielleicht heute wehtun, wenn Sie an das Älterwerden als Solopreneur denken. Doch je frühzeitiger Sie sich solche Fragen stellen, desto besser sind die Chancen, darauf gute Antworten zu finden.

 

Frage #3: Werden Sie selbst in 10 oder 20 Jahren noch so arbeiten wollen wie bisher?

a) Wenn Sie Spezialist sind und die Ausrichtung auf Ihr überschaubares Fachgebiet lieben, haben Sie möglicherweise auch in 10 oder 20 Jahren noch Freude daran.

Oder auch nicht.

Ich kenne durchaus Beispiele, wo die ursprüngliche Begeisterung deutlich abgeflacht ist.

b) Wenn Sie  zu den Vielseitigen gehören, spricht viel dafür, dass Sie in 10 oder 20 Jahren etwas ganz anderes machen wollen.

Prinzipiell ist das möglich.

Doch das Risiko ist, dass Sie ständig säen und zu wenig ernten. Dagegen schützt eine solide Strategie, wie Sie anders vorgehen.

c) Wenn Sie eine besondere Expertise haben, gibt es ein weiteres Risiko, das ich immer wieder von meinen Klienten höre: Dass mit jedem Jahr der Abstand wächst zwischen Ihnen und Ihren Kunden.

Das gilt insbesondere, wenn Sie mit Anfängern arbeiten.

Konkret: Sie können sich immer weniger in die Situation Ihrer Anfänger-Kunden versetzen.

Und Sie haben immer mehr inneren Druck, Ihre tiefe und umfassende Expertise anders zu nutzen. Denn Ihre Anfänger-Kunden wären damit komplett überfordert.

 

Frage #4: Werden Sie  in 10 oder 20 Jahren noch so arbeiten können wie bisher?

Ich sehe die Zukunft positiv.

Ich sehe auch die Zukunft des Älterwerdens für Solopreneure positiv und habe dazu einen ausführlichen Blogpost geschrieben. Dort nenne ich Beispiele von herausragenden Persönlichkeiten, die erst in reiferen Jahren zur vollen Leistungsfähigkeit aufgelaufen sind.

Doch das Älterwerden entwickelt sich nicht zwangsläufig so positiv.

Es gibt auch genügend Beispiele – vielleicht sogar in Ihrem eigenen Umfeld -, wo Älterwerden  mit Krankheiten und Abbau der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit einhergeht.

Niemand wünscht sich, dass es so kommt.

Doch es gibt  keine Garantie, dass es nicht so kommt.

Auch diese Erkenntnis tut sicherlich weh.

Doch sie kann – wie auch die anderen Erkenntnisse – dazu führen,  die künftige Entwicklung zu Ihren Gunsten zu beeinflussen.

 

II. Vier wichtige Strategien für das erfolgreiche Älterwerden als Solopreneur

Puuh, das waren keine einfachen Fragen. Und die Bestandsaufnahme mag ernüchternd ausfallen.

Doch wie versprochen, lasse ich Sie nicht allein.

Hier sind vier wichtige Strategien für das erfolgreiche Älterwerden als Solopreneur.

 

Strategie #1: Beobachtung wichtiger Trends

Das Tagesgeschäft fordert Sie.

Und Sie wollen ja auch noch „am“ Business arbeiten. Sie wollen vielleicht Online-Produkte entwickeln, Ihr Marketing verbessern oder anderweitig Ihren Business-Umbau betreiben.

Dennoch lohnt es sich, wichtige Trends zu beobachten, die relevant sind für Ihr Business und Ihr Leben.

Zu viele Solopreneure laufen mit Scheuklappen durch die Gegend und bekommen nicht mit, was sich großflächig ändert.

Das betrifft auch wichtige Trends für Ihre Kunden.

Je besser Sie wissen, was Ihre Kunden bewegt und in welchen Veränderungen diese sich befinden, desto besser können Sie Ihre eigenen Angebote darauf ausrichten und auch neue Chancen entdecken.

Zu meiner Lieblingslektüre in diesem Zusammenhang gehört u.a. die Wirtschaftswoche. Dort wird regelmäßig über neue technologische Entwicklungen geschrieben.

Vor einiger Zeit habe ich Rohit Bhargawa über seine Bücher kennen gelernt. Er nennt sich „Trend Curator“. In seiner Buchreihe „Non-Obvious“ erscheint jedes Jahr ein neues Buch mit aktuellen Trends und auch einer Anleitung, wie man selbst Trends besser erkennt.

Der Untertitel lautet vielversprechend: How to Think Different, Curate Ideas and Predict the Future.

 

Strategie  #2: Regelmäßige Überprüfung Ihrer Positionierung und Ihres Geschäftsmodells

Wenn Sie damit beginnen, relevante Trends zu beobachten, dann können schon daraus viele Impulse folgen für Ihre weitere Positionierung und Ihr Geschäftsmodell.

Weitere Auslöser können sich durch die Kommunikation mit Ihren Kunden ergeben, ob in Form von Gesprächen, Umfragen oder sonstiger Art.

Und natürlich ist es auch wichtig, auf Ihre inneren Signale zu hören.

Wenn Sie immer unzufriedener werden, kann es an der Zeit sein für  eine Neu-Positionierung.

In meinen Positionierungs-Coachings gerade mit erfahrenen Solopreneuren geht es immer wieder auch um solche Themen und auch darum, wie man das eigene Wissen am besten an andere weiter geben kann.​

Denn gerade bei erfahrenen Solopreneuren beobachte ich einen besonders tiefen Wunsch, das eigene Wissen weiter zu geben und anderen damit den Weg zu erleichtern.

 

Strategie # 3: Maßnahmen, um Ihr Know-how uptodate zu halten

Doch Erfahrungen sind nur die eine Seite der Medaille. Schon 2002 habe ich in meinem Buch Kurswechsel im Beruf davor gewarnt, sich auf dem Erfahrungswissen auszuruhen, und dazu ermuntert, auch an die Zukunftsfähigkeit zu denken.

Das gilt mehr denn je, zumal unser Wissen immer schneller veraltet.

Daher ist auch dann, wenn Sie bereits ein ausgewiesener Experte sind,  wichtig, Ihr Know-how uptodate zu halten.

Das gilt für Ihr fachliches Know-how wie auch für Ihr unternehmerisches Know-how.

Nicht immer macht das Spaß. Als Steuerberater, Rechtsanwalt, Mediziner, Social Media Experte, SEO-Spezialist immer auf dem Laufenden zu bleiben, kann auch etwas ermüdend sein, habe ich mir sagen lassen:-).

 

Strategie # 4: Maßnahmen für Ihre Fitness

Genauso wichtig wie alle beruflichen Maßnahmen ist die Fitness, körperlich wie geistig.

Ich muss gestehen, dass ich darauf lange Zeit nicht so geachtet habe.

Doch mein 15-Jahre-Plan hat mich zum Nachdenken gebracht. Das führte auch dazu, mich mehr mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu befassen.

Fitness hat heute für mich einen wesentlich höheren Stellenwert als noch vor einigen Jahren.

Zwei Bücher, die ich in dem Zusammenhang  interessant fand: Die Heilkraft der Bewegung von Jörg Blech sowie Die Alzheimer-Lüge von Dr. Michael  Nehls.

Das erstgenannte Buch bringt eine Fülle an Beispielen aus wissenschaftlichen Untersuchungen, was Bewegung alles an Positivem bewirken kann.

Das zweitgenannte Buch hätte ich fast gar nicht gekauft wegen des etwas reißerischen Titels.

Doch da ich in meinem näheren Umfeld mit dem Phänomen zu tun hatte, hat es mich interessiert.

Die Botschaft ist: Alzheimer ist kein Schicksal, sondern lässt sich bei entsprechendem Lebensstil vermeiden.

Er bringt ebenfalls wissenschaftliche Untersuchungen ins Spiel.

Ob die Botschaft stimmt, weiß ich nicht.

Doch was er in Bezug auf den Lebensstil empfiehlt (Umgang mit der Zeit, Lebensaufgabe/Lebenssinn, Bewegung, Ernährung, Umgang mit sich selbst, sich als soziales Wesen verstehen) ist letztlich nichts anderes als das, was seit jeher zu einem ausgewogenen Leben gehört.

Er geht darauf auch in einem weiteren Buch ein, Die Methusalem Strategie. Das habe ich allerdings noch nicht gelesen.

Zum Thema Schlaf haben mich verschieden Podcast-Episoden von Shawn Stevenson   inspiriert, meine Einstellung zu ändern.

 

III. Was Sie sonst noch tun können für das erfolgreiche Älterwerden als Solopreneur

Wenn Sie die vier Fragen ehrlich beantwortet haben,  sind die Risiken deutlich geworden  für das Älterwerden als Solopreneur. Denn Sie können nicht vorhersehen,

  • ob es Ihren Job in 10 oder 20 Jahren noch geben wird
  • ob der Markt Ihre Leistung dann noch will
  • ob Sie dann noch so arbeiten wollen wie bisher
  • ob Sie dann noch so arbeiten können.

Die vier Strategien, die ich aufgezeigt habe, können die Risiken eindämmen.  Dazu gehören

  • die bewusste Beobachtung relevanter Trends
  • die regelmäßige Überprüfung von Positionierung und Geschäftsmodell
  • die regelmäßige Aktualisierung des Know-hows in fachlicher und unternehmerischer Hinsicht
  • sowie körperliche und geistige Fitness.

Doch das ist noch nicht alles. Sie können noch mehr tun: Nämlich eine ganz eigene Strategie für Ihr Älterwerden als Solopreneur entwerfen. Und daraus dann ein konkretes Projekt machen. Dazu gehören:

  • Klären Ihrer persönlichen Vision und Ziele für das Älterwerden als Solopreneur
  • Überprüfung Ihrer Positionierung und ggf. Erarbeitung einer zukunftsfähigen Neu-Positionierung
  • Überprüfung Ihres Geschäftsmodells und Entwicklung eines Plans für mehr Skalierbarkeit, so dass Ihr Business nicht ausschließlich von Ihrer Person abhängt
  • Erarbeitung einer Exit-Strategie mit Hilfe verschiedener Szenarien.

Gern unterstütze ich Sie dabei. Über das Kontaktformular können Sie mich am besten erreichen zwecks Vereinbarung eines Kennenlern- und Informationsgesprächs.

Sie können sich natürlich eigenständig mit diesen Themen befassen. Doch die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie dabei in Ihren gewohnten Denkbahnen bleiben und der unterstützend-kritische Blick von außen fehlt. Gern steuere ich diesen bei:-).

Bildnachweis: Pixabay

Ich unterstütze Solopreneure, sich immer wieder neu zu erfinden, ein skalierbares Business zu schaffen und Exit-Strategien für ein verkaufsfähiges Business zu entwickeln. In diesem Blog schreibe ich über alle Themen, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen, von Älterwerden als Solopreneur über Business-Strategien bei Positionierung, Marketing, Geschäftsmodell und Produktivität bis hin zu Zukunftsthemen für Solopreneure.

8 Kommentare
  1. Beatrix Andree sagte:

    Liebe Monika,

    dies ist ein wichtiges Thema mit interessanten Lese-Links.
    Wer länger arbeiten möchte, sollte sich auf jeden Fall geistig und körperlich fit halten, wach bleiben in seinem Themenbereich, und ganz wichtig, sich frühzeitig vorbereiten.

    Vielen Dank für die vielen Inputs,

    beste Grüße,

    Beatrix

    Antworten
    • Monika Birkner sagte:

      Liebe Beatrix,

      sich fit und wach zu halten, kann gar nicht hoch eingeschätzt werden, finde ich. Und die frühzeitige Vorbereitung kann ich auch nur unterstreichen. Wir wissen ja alle, wie schnell die Zeit vergeht:-)

      Danke schön für deinen Kommentar und viele Grüße
      Monika

      Antworten
  2. Mark sagte:

    Einige interessante Anregungen. Anderes wirkt ein wenig konstruiert. Aber darum gehts ja: Jeder will irgendwas verkaufen, um sich die Zukunft zu sichern. Auch ich.

    Antworten
  3. Sabine Piarry sagte:

    Ganz toller Artikel liebe Monika.

    Da ich in diesem Jahr fünfzig Jahre geworden bin, beschäftige ich mich eben auch intensiv, wie es konkret weitergeht, damit ich weitere zwanzig Jahre Menschen inspirieren kann, schnell und leicht passende Kontakte für ihr Business zu knüpfen.

    Was ich schon öfters gemacht habe und jetzt auch wieder tue: Eine Bestandsaufnahme, was mir am leichtesten fällt. Ich gehe davon aus, dass das, was mir heute leicht fällt, auch später besser klappt als Dinge, denen schon jetzt die Leichtigkeit fehlt. Ich mache gerne Webinare und Kooperationsprojekte, das beflügelt mich. Ich erstelle auch gerne einmal Content und packe das dann in meine Piarry Akademie. Blogartikel schreiben dagegen gehört eher zu den Aufgaben, die mühsam sind.

    Was will ich damit sagen? Ich versuche, um mein Business auf die Zukunft einzustellen, mit größtmöglicher Leichtigkeit unterwegs zu sein und bin gespannt, ob dies funktioniert. Deine Beratung hilft mir, mein Business weiter zu skalieren und zukunftsfähig zu machen.

    Vielen Dank für deine inspirierenden Gedanken, in 10 und 20 Jahren-Schritten zu denken.

    Viele Grüße von Sabine

    Antworten
    • Monika Birkner sagte:

      Liebe Sabine,

      danke schön für deinen Beitrag. Dem kann ich viel abgewinnen, dass das, was jetzt schon leicht fällt, auch später leicht fällt. Manchmal kann es sich ja auch entwickeln. Viele technischen Dinge zum Beispiel hätte ich mir vor 10 Jahren nie zugetraut und bin heute recht firm darin.

      Kooperationen sind sicher auf deinem Weg auch künftig wichtig und sind ja auch ein Beitrag zur Leichtigkeit:-).

      Ich bin schon sehr gespannt auf deinen weiteren Weg. Denn du bringst ja auch noch eine Riesenportion Kreativität mit, mit der du immer wieder überraschende Angebote machst.

      Herzliche Grüße
      Monika

      Antworten
    • Monika Birkner sagte:

      Lieber Herr Krämer,

      danke schön. Ja, es ist eine Thematik, die mich sehr beschäftigt, und das in allen Facetten. Ich halte sie einfach für so wichtig für uns Solopreneure.

      Viele Grüße
      Monika Birkner

      Antworten

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