Wer Dienstleistungen anbietet und an den späteren Verkauf seines Unternehmens denkt, hält Produkte oft für den einzigen Weg. Doch es geht auch anders. Auch ein reines Dienstleistungs-Business lässt sich verkaufen.

Talia Mashiach hat genau das getan.  Und zwar mit einer sehr cleveren Strategie, über die sie in diesem Podcast-Interview mit John Warrillow spricht.  Das Interview ist in Englisch.  Hier eine kurze Zusammenfassung  in Deutsch

1. Geschäftsidee per Zufall

Durch Zufall gelangte die Unternehmerin in die Event-Veranstaltungsbranche.  Ihr Mann war Musiker und sie versuchte, ihm einen Auftritt in einem Hotel zu verschaffen. Dabei stellte sie fest, dass die Abläufe rund um Events sehr schwerfällig waren. Hinzu kam, dass das Hotel sich eigentlich auf sein Kerngeschäft konzentrieren wollte, statt sich um Bestellung von Blumen und viele andere Details zu kümmern. Da Talia Mashiach Talent und Freude hatte am Organisieren und Systematisieren, entwickelte sie effizientere Abläufe und auch eine Software dafür. Die Anfänge waren schwierig. Doch dann wuchs ihr Unternehmen beträchtlich.

2. Warum auch ein reines Dienstleistungs-Business für einen Erwerber interessant sein kann

Irgendwann kam die Unternehmerin zum Entschluss, nur noch ihr Software-Unternehmen fortführen zu wollen und das Service-Unternehmen zu verkaufen.  Das gelang auch, und zwar zu seinem sehr ordentlichen Verkaufspreis. Doch was hatte sie, was wirklich verkaufsfähig war? Es waren langfristige Verträge mit Hotels in Bezug auf alle möglichen Event-Veranstaltungs-Dienstleistungen. Diese hatten einen hohen Wert für den Nachfolger. Der Grund: Ein Newcomer hätte viel Zeit gebraucht, um die Beziehungen aufzubauen und um ein neues Business auf diesen Stand zu bringen. Letztlich war es also soziales Kapital, das hohen Wert hatte.

3. Vorteile einer langfristigen Vorbereitung auf den Unternehmensverkauf

Talia Mashiach hatte den Verkauf von langer Hand vorbereitet. Sie hatte ihr Business von vornherein darauf ausgerichtet, eines Tages verkaufsfähig zu sein. Alle ihre Aktionen hatte sie immer wieder an dieser Zielsetzung überprüft. Als die Entscheidung dann näher rückte,  trennte sie zunächst einmal das Software-Business vom Dienstleistungs-Business. Das Dienstleistungs-Unternehmen schloss einen Lizenzvertrag mit dem Software-Unternehmen. Damit war ganz klar, was zum Verkauf stand und was nicht. Außerdem wollte sie ja das Software-Unternehmen fortführen und weiter wachsen lassen.

4. Wichtige Frage: Wer kommt als Erwerber in Betracht und warum?

Da Talia Mashiach über einen langfristigen Plan verfügte,  hatte sie sehr früh begonnen, Beziehungen zu potenziellen Erwerbern aufzubauen. Sie dachte immer wieder nach, wer in Frage kommen könnte, ihr Unternehmen eines Tages zu übernehmen, und hatte zu diesen Menschen Beziehungen aufgebaut und aktiv gepflegt. Als dann der Zeitpunkt gekommen war, schaltete sie keinen Mittelsmann ein, sondern knüpfte an die bestehenden Beziehungen an. Es gab mehrere Kandidaten und einer davon wurde dann der Käufer.

Takeaways

Ich finde diese Geschichte sehr inspirierend. Einige Takeaways daraus, die ich Ihnen ans Herz legen möchte:

  • Es ist nie zu früh, über die Verkaufsfähigkeit Ihres Unternehmens nachzudenken.
  • Denken Sie konkret darüber nach: Wer könnte ein potenzieller Erwerber sein?
  • Schaffen Sie Wert für ihn. Im Beispielsfall waren das die langfristigen Verträge mit den Hotels. In Ihrem Fall wird es vermutlich etwas anderes sein. Der Gedanke, welche Starthilfe Ihr Unternehmen einem Neuling geben könnte, kann durchaus nützlich sein, Ideen zu entwickeln.
  • Beginnen  Sie frühzeitig, Beziehungen zu potenziellen Erwerbern aufzubauen und zu pflegen.
  • Richten Sie Ihr Unternehmen so aus, dass Sie es jederzeit verkaufen könnten. Talia Mashiach berichtet, wie sie frühzeitig Systeme geschaffen hat. Sie spricht auch davon, wie wichtig ein Management-Team sein kann, das den Erwerber nach der Übergabe unterstützt. Denken Sie immer daran, wie Sie es einem Erwerber so einfach wie möglich machen, das Unternehmen auch ohne Ihre Anwesenheit fortzuführen.
  • Und nicht zuletzt ein Rat, den die Unternehmerin am Ende des Interviews ausspricht:  Denken Sie bei alledem gleichwohl nicht nur ans Ergebnis, sondern genießen Sie auch den Weg dorthin.

Hier ist noch einmal der Link zum Podcast-Interview. Dort finden Sie auch ausführliche Shownotes in Englisch.

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Bildnachweis: Pixabay

Danke fürs Teilen:-)
Monika Birkner
 

Monika Birkner unterstützt erfahrene Solopreneure, ein verkaufsfähiges Business zu schaffen und dadurch bereits kurzfristig erfolgreicher zu werden. Sie verbindet ganzheitliche Strategie mit den Systemen zur Umsetzung. In ihrem Blog und ihren Podcasts zeigt sie neue Perspektiven auf, wie Solopreneure anders an ihr gesamtes Business und alle Einzelthemen herangehen können. Für ihre Kunden bietet sie 1:1-Coaching, Membership-Programme und Online-Kurse. Mehr auf der Seite: https://MonikaBirknerFreedomBusiness.de

Hier klicken, um zu kommentieren 7 Kommentare
Lothar Schmidt - 11. August 2016

Liebe Monika,
vom Ende her denken macht Sinn, das ordnet die Gedanken und Schritte. Und eröffnet die Freiheit, selbstbestimmt zu entscheiden. Reale Beispiele machen Mut, diesen Weg zu gehen.
Danke dafür!
Lothar

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    Monika Birkner - 13. August 2016

    Lieber Lothar,

    ja, vom Ende her zu denken, macht Sinn – ob es beim Finanzcoaching und bei der Finanzplanung ist oder bei der Businessentwicklung. Danke für das Feedback.

    Reply
Angelika Eder - 26. Juli 2016

Liebe Frau Birkner,

das ist ein prima Impuls! So klar hatte ich den Gedanken bislang noch nicht gefasst. Ab sofort wird mir diese ‚Denke‘ ein willkommener Entscheidungsbegleiter sein. Herzlichen Dank an Sie und Talia Mashiach!

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