Der Tausch „Zeit-gegen-Geld“. Für viele Solopreneure – ob Berater, Coach, Trainer, Dienstleister jeglicher Art – kommt irgendwann der Punkt, wo sie die Nachteile dieses Modells nicht länger akzeptieren wollen. In diesem Beitrag erfährst du, wie du davon wegkommen kannst und welche Möglichkeiten es gibt, wenn du dennoch nicht ganz auf 1:1-Zusammenarbeit mit deinen Kunden verzichten willst. Außerdem gibt es extra Tipps für vielseitige Solopreneure.

7+1 Nachteile vom Tausch „Zeit-gegen-Geld“ für dein Solopreneur-Business

Zeit gegen Geld zu tauschen, hat eine Reihe von Nachteilen für dein Solopreneur-Business, zum Beispiel

  • Urlaub: Einkommensausfall im Urlaub
  • Krankheit: Keine Einnahmen bei Krankheit
  • Weiterbildung: Wenn du fachlich und unternehmerisch up-to-date bleiben willst, musst du dich ständig weiter bilden. Neben den Kosten der Weiterbildung bezahlst du auch noch selbst die Zeit. Denn Kundeneinnahmen fließen nicht.
  • Arbeit „am“ Business und Business-Umbau: In der Zeit, die du für eigene Projekte investierst, bekommst du kein Geld. Wenn du viele Aufträge hast, fehlt dir die Zeit für den Business-Umbau.
  • Vielseitigkeit: Neue Ideen zu verfolgen, deine vielfältigen Interessen zu pflegen, alles das kostet Zeit. Wenn du in Kundenprojekten gebunden bist, fehlt dir die Zeit dafür. Und wenn du dir die Zeit nimmst, fehlt dir das Einkommen.
  • Wachstumshindernis: Wenn dein Business gut läuft, dann stößt du irgendwann an die Decke, was weiteres Wachstum betrifft. Denn du kannst weder deine Zeit beliebig ausdehnen noch deine Preise unendlich erhöhen.
  • Impact: Viele meiner Leser und Kunden, vielleicht auch du, wollen mit ihrem Business etwas bewegen und bewirken, auf Neudeutsch also: Sie wollen Impact erreichen. Mit der Einzelarbeit im Tausch „Zeit-gegen-Geld“ sind die Auswirkungen dessen, was du bewirken kannst, sehr begrenzt.

Den folgenden Nachteil nenne ich extra. Denn er ist besonders gravierend. Und – anders als die oben genannten – erst dann zu erkennen, wenn es zu spät ist, den Kurs zu ändern.

  • Verkaufsfähiges Business: Ein verkaufsfähiges Business zu schaffen, ist unmöglich, solange du dein Business bist, statt ein Business zu haben. Ich bezeichne das gern als Eisberg-Effekt. Denn wenn du dieses Thema nicht frühzeitig auf dem Radar hast, erkennst du dieses Risiko erst, wenn es zu spät ist zum Umsteuern.

Mit dem Tausch „Zeit-gegen-Geld“ aufzuhören, heißt nicht, dass du keine 1:1-Kunden mehr haben darfst

„Ich arbeite gern mit meinen Kunden. Das möchte ich gar nicht aufgeben.“

Das ist ein Argument, das ich oft höre.

Vielleicht denkst du ähnlich.

Die gute Nachricht: Es geht hier nicht um Schwarz-Weiß-Denken.

Du musst nicht radikal von heute auf morgen deinen Kurs ändern.

Sondern du hast vielfältige Möglichkeiten, dein Geschäftsmodell zu gestalten. Und das kann auch durchaus 1:1-Zusammenarbeit mit deinen Kunden umfassen.

Aus meiner Sicht ist es sogar sinnvoll, so vorzugehen. Denn in der 1:1-Zusammenarbeit erkennst du am besten die Herausforderungen deiner Zielgruppe und kannst dafür Lösungen entwickeln.

Wie du aus der Abhängigkeit vom Tausch „Zeit-gegen-Geld“ herauskommst

Im Folgenden geht es um drei wichtige Schritte aus der Adlerperspektive.

Jeder dieser Schritte erfordert etliche Einzelmaßnahmen.

Realistischerweise stellst du dich auf einen längeren Prozess der Business Transformation ein.

Doch zunächst ist es wichtig, den Überblick zu gewinnen.

Schritt #1: Erkenne, was du wirklich willst

Bevor du irgendeine konkrete Maßnahme planst, werde dir zunächst einmal klar darüber, was du wirklich willst.

Denn sonst besteht das Risiko, dass du irgend etwas tust, nur weil es gerade „in“ ist, obwohl es gar nicht zu dir und deinen längerfristigen Vorstellungen passt.

Fragen können zum Beispiel sein:

  • Wie ist deine weitere Lebensplanung?
  • Wie willst du dein Älterwerden als Solopreneur gestalten? Was bedeutet das für deine Arbeit? Wofür sonst willst du Zeit haben, wenn du älter wirst?
  • Wie viele Jahre willst du dein Business noch betreiben? Wie soll es sich weiter entwickeln? Wie soll dein Geschäftsmodell längerfristig aussehen?
  • Wie willst du als vielseitiger Solopreneur deine Vielfalt weiter verwirklichen?
  • Was sind für dich die Vorteile von 1:1-Zusammenarbeit im Tausch „Zeit-gegen-Geld“? Und was sind die Nachteile, die dich besonders berühren?

In meiner Einzelarbeit mit Klienten wie auch in meinen Online-Programmen geht es immer zunächst um die eigene Vision.

Schritt #2: Schaffe dir dein eigenes Signature System

Was ist ein Signature System?

Dein Signature System ist deine eigene Methodik, deine eigene Vorgehensweise, wie du deine Kunden zur gewünschten Transformation führst.

Beispiele dafür sind u.a.

Wie hilft dir ein Signature System, vom Tausch „Zeit-gegen-Geld“ wegzukommen?

Ein Signature System ist die beste Voraussetzung, um vom Tausch „Zeit-gegen-Geld“ wegzukommen.

Denn es bedeutet, dass du den Kernprozess für dein Business durchdacht, in der Praxis erprobt und systematisiert hast.

Damit hast du die Basis geschaffen für alle möglichen Varianten davon.

In anderen Worten: Du kannst aus dem einen Kernprozess unzählige Leistungen und Produkte schaffen – und immer mit einem verhältnismäßig geringen Aufwand. Denn die Basis ist ja vorhanden.

Und auch der Content für dein Marketing beruht auf dem Signature System.

Die folgende Abbildung zeigt dir die wichtigsten Möglichkeiten im Überblick:

Monika Birkner Infografik_ Ein Signature System = zig Produkte 2

Wie kommst du zu deinem Signature System?

Ein Signature System zu schaffen, ist ein wichtiges Element in meinen Positionierungsberatungen.

Ich arbeite dort mit einem Prozess, der dich Schritt für Schritt zum eigenen Signature System führt.

Und darüber hinaus geht es dann auch darum, auf der Basis deine Produkte und dein Marketing zu entwickeln.

Schritt #3: Etappenweise weg vom Tausch „Zeit-gegen-Geld“ und hin zum skalierbaren Business

Mit dem Signature System hast du sozusagen das Grundrezept, ähnlich wie beim Backen.

Daraus kannst du dann unendliche Produktvarianten entwickeln und auch deine Marketing-Materialien.

Wie kann das etappenweise Vorgehen aussehen?

Meine Empfehlung: Gehe in überschaubaren Etappen vor.

Damit meine ich zum Beispiel:

  • Erst einmal 1:1-Leistungspakete als Premium-Angebote
  • dann ein einfacher Kurs mit wenig Technik
  • dann ein anspruchsvollerer Kurs
  • dann ein Membership-Programm.

Im Einzelnen hängt das Vorgehen natürlich von deinen Zielen ab und deinen Ausgangsvoraussetzungen.

Weshalb ist es sinnvoller, die Abkehr vom Tausch „Zeit-gegen-Geld“ in Etappen zu vollziehen?

Dir zu viel auf einmal vorzunehmen, führt eher zu Frust als zu Erfolgserlebnissen.

  • Denn du musst deinen Business-Umbau neben dem laufenden Geschäft vollziehen. Das ist ein enormer Kraftakt.
  • Du musst viel Neues lernen. Das kostet Zeit und Energie.
  • Wenn du kleinschrittiger vorgehst, kannst du die Resonanz bei deinen Kunden testen und dadurch dein Angebot immer weiter verbessern.
  • Außerdem kannst du so testen, wie es dir selbst mit den neuen Formaten geht. Denn in der Praxis ist manches anders als in der Vorstellung davon.

Welche Schritte in welcher Reihenfolge?

Welche Schritte in welcher Reihenfolge zu tun sind – das ist eine der Fragen, die bei einem Business-Umbau viel Kopfzerbrechen bereiten können.

Letztlich ist auch das wieder eine Frage des Einzelfalls und der jeweiligen Situation.

Mein Ansatz ist, vom Ende her zu denken und vom Ende her die einzelnen Schritte zu entwickeln.

Das bietet die größte Gewähr, dass alles zueinander passt und die Schritte systematisch erfolgen.

In meiner Strategie-Partnerschaft entwickeln wir gemeinsam die Roadmap, die dich wegführt vom Tausch „Zeit-gegen-Geld“ und hin zum skalierbaren oder sogar verkaufsfähigen Business. Damit hört es natürlich nicht auf. Sondern auch bei der Umsetzung unterstütze ich dich.

Extra Tipps für vielseitige Solopreneure

Weshalb der Tausch „Zeit-gegen-Geld“ für vielseitige Solopreneure besonders problematisch ist

Wenn du zu den vielseitigen Solopreneuren gehörst, ist der Tausch „Zeit-gegen-Geld“ besonders fatal.

Er kann ein echtes Hindernis sein, deine Vielfalt zu leben und gleichzeitig ein profitables Business zu haben.

Denn für deine vielen Ideen und Projekte, deine Lust am Neuen und am Lernen brauchst du Zeit. 

Und wenn deine Zeit in Kundenprojekten gebunden ist, fehlt sie an anderer Stelle.

Auf der anderen Seite willst du ja kein Hobby-Business mit gelegentlichen Einnahmen, sondern ein „echtes“ Business, stimmt’s?

Weshalb es für vielseitige Solopreneure besonders wichtig ist, die Dienstleistungen zu „produktisieren“

In meinem Manifesto für vielseitige Solopreneure weise ich darauf hin, dass vielseitige Solopreneure darauf achten sollten, Assets zu schaffen (zum Beispiel Online-Produkte, die für sie arbeiten).

Man kann das auch als „Produktisierung“ von Dienstleistungen bezeichnen.

  • Solche Assets ermöglichen dir, mehr von deiner Vielfalt zu leben, weil du neben den Kundenprojekten überhaupt noch Zeit dafür hast.
  • Sie erleichtern dir auch, immer mal wieder Neues in Angriff zu nehmen. Denn du kannst damit aus den Leistungen der Vergangenheit weiterhin Früchte ziehen.
  • Außerdem ist es wichtig, nicht nur etwas in dich aufzunehmen, zum Beispiel neues Wissen und neue Ideen, sondern auch etwas herauszugeben. Sonst entsteht eine Art von geistiger Verstopfung.

Wie du als vielseitiger Solopreneur auf einfache Art deine Dienstleistungen produktisieren kannst

Alles das, was ich oben erläutert habe zum Wegkommen vom Tausch „Zeit-gegen-Geld“ gilt auch für dich.

Doch da vielseitige Solopreneure oft schnell sind im Denken und Handeln, hier noch ein extra Tipp:

Nutze das, was du lernst – ob aus der praktischen Erfahrung, aus Kursen, Büchern etc. -, um daraus etwas zu schaffen, was du deinen Kunden bzw. deinem Netzwerk zur Verfügung stellen kannst.

Ein paar Ideen:

  • Veröffentliche Rezensionen der Bücher, die du gelesen hast
  • Führe ein Webinar durch, um bestimmte Learnings weiter zu geben.
  • Nutze Methoden und Tools, die du für dich selbst und dein eigenes Business nutzt, und stelle daraus ein Toolkit, ein Tutorial oder einen kleinen Kurs für deine Kunden zusammen.

Zusammenfassung

  • Der Tausch „Zeit-gegen-Geld“ ist für viele Solopreneure zunächst das naheliegende Geschäftsmodell. Oft auch deshalb, weil ganze Branchenmodelle darauf basieren, zum Beispiel bei Coaches oder Beratern, Web-Dienstleistern und anderen.
  • Doch dieses Modell hat auf Dauer eine Reihe von Nachteilen. So dass es Sinn macht, zumindest ein Stück weit wegzukommen vom Tausch „Zeit-gegen-Geld“ und hin zu einem skalierbaren Business, das unabhängiger ist von deiner eigenen Person.
  • Das heißt nicht, dass du komplett auf Einzelkunden verzichten muss. Du kannst dir – und solltest auch – ein Geschäftsmodell zusammenstellen, das zu dir passt.
  • Um das Modell „Zeit-gegen-Geld“ hinter dir zu lassen, sind drei Schritte wichtig: 1) Wie ist deine Vision? 2) Schaffe dir ein Signature System. 3) Bewege dich in überschaubaren Etappen hin zu deinem neuen Geschäftsmodell.
  • Und such dir idealerweise Unterstützung. Denn es ist ein langer Prozess und führt dich ins Neuland. Jemanden an der Seite zu haben, der mit dem Terrain schon vertraut ist, macht dir vieles leichter.
  • Wenn du zu den vielseitigen Solopreneuren gehörst, ist es besonders wichtig, nicht im Tausch „Zeit-gegen-Geld“ stecken zu bleiben. Schau dir dazu die extra Tipps an.

Weiterführende Ressourcen

Wenn du mit mir zusammenarbeiten willst

Dieser Beitrag erschien erstmals am 07.02.2015.  Komplett überarbeitet am 24.03.2021.

Ich bin Monika Birkner und unterstütze vielseitige Solopreneure & Multipreneure, gerade wegen ihrer Vielfalt erfolgreich zu sein und ein Business zu schaffen, das größer ist als sie selbst.

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Strategien &  Tipps für vielseitige Solopreneure & Multipreneure

Außerdem: Die TOP 10 Tools, die ich für mein Online-Business nutze

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