Unternehmerische Ungeduld – Erfolgsfaktor statt Schwäche

Sind Sie ungeduldig? Willkommen im Club:-). Unternehmerische Ungeduld – richtig genutzt – kann eine große Stärke sein. Sie brauchen sich dafür nicht zu rechtfertigen oder gar zu entschuldigen.

Unternehmerische Ungeduld ist eine Stärke. Sie brauchen sich dafür nicht zu entschuldigen Klick um zu Tweeten

Wo wären wir heute, wenn es nicht immer wieder Unternehmer gegeben hätte, die die Diskrepanz zwischen dem Bestehenden und dem Möglichen als Antrieb genutzt hätten für Innovationen und eigene Weiterentwicklung? Viele von ihnen bezeichneten sich als ungeduldig.

Der „Trick“: Die Ungeduld kanalisieren

Der „Trick“ besteht darin, seine Ungeduld intelligent und zielgerichtet zu kanalisieren. Das bringt mehr, als vor Frust in die Tischkante zu beißen oder in blinden Aktionismus zu verfallen.

In diesem Beitrag möchte ich einige Erfahrungen aus meinem eigenen Unternehmen mit Ihnen teilen wie auch aus der Arbeit mit Hunderten von Solo-Unternehmern.

Wie Sie Ihre Ungeduld kanalisieren, statt sich von ihr mitreißen oder lähmen zu lassen. Klick um zu Tweeten

Einiges davon widerspricht dem, was Sie womöglich woanders gehört oder gelesen haben.

Und das ganz bewusst.

Denn bei etlichen der Ratschläge, die gemeinhin verbreitet werden, habe ich mir eine blutige Nase geholt. Und das müssen Sie nicht auch erleben:-).

Alles beginnt mit intelligentem Erwartungsmanagement.

Entscheidende Weichenstellung: Das Management von Erwartungen

Es gibt viele Ursachen für Ungeduld. Unrealistische Erwartungen sind eine besonders häufige. Doch leider lernen wir in keiner Schule, Erwartungen zu managen. Hier ein paar Tipps:

1. Nutzen Sie die Kraft des negativen Denkens (ja, Sie haben richtig gelesen).

Fragen Sie sich schon bei der Planung, was alles schief gehen kann. Und bereiten sich darauf vor.

Schon das alleine erhöht die Chancen, zügig voranzukommen, statt gebremst zu werden.

2. Schaffen Sie sich förderliche Rahmenbedingungen.

Prüfen Sie erst einmal die bestehenden Rahmenbedingungen.

Ein Buchprojekt on top, wenn Ihr Kalender bis an den Rand gefüllt ist, Sie ein Haus bauen, Ihre Website von Grund auf überarbeiten und außerdem kranke Eltern zu pflegen haben – das alles gleichzeitig ist ein bisschen viel, selbst für Superman und Superwoman.

Nutzen Sie Ihre Ungeduld, um erst ein Projekt zu Ende  zu bringen, bevor Sie etwas Neues anfangen.

3. Nutzen Sie Vergleiche mit anderen als Ansporn, nicht um sich selbst herunterzuziehen.

Lassen Sie sich von Menschen, die schon weiter sind als Sie oder scheinbar schneller vorankommen, nicht entmutigen, sondern inspirieren.

Und gehen Sie dann Ihren eigenen Weg, von Ihrem derzeitigen Ausgangspunkt aus, mit dem Rucksack an Erfahrungen und Voraussetzungen, den Sie zu tragen haben.

Es ist ok, wenn andere scheinbar schneller vorankommen.

Es spielt keine Rolle, wie schnell Sie sind im Vergleich zu anderen.

Es kommt darauf an, was Sie aus Ihren Möglichkeiten machen. Messen Sie sich mit sich selbst, nicht mit anderen.

So wichtig wie das Management der eigenen Erwartungen ist auch das Management der Kundenerwartungen. Versprechen Sie nicht zu viel. Wenn Sie dann mehr oder schneller liefern, ist es eine positive Überraschung. Umgekehrt funktioniert es nicht gut:-).

Erst das Fundament schaffen, dann die oberen Etagen bauen

Ein nachhaltig erfolgreiches oder sogar verkaufsfähiges Unternehmen zu schaffen, hat viel Ähnlichkeit mit einem Hausbau.

1. Vom Ende her denken: erst das Gesamtkonzept.

Wenn Sie ein Haus bauen, haben Sie ein Gesamtkonzept. Bei unternehmerischen Dingen folgen viele dem Ratschlag „erst einmal anfangen“.

Ungeduldigen kommt das entgegen. Etwas zu tun, gibt das Gefühl, produktiv zu sein.

Meine Erfahrung: Einfach anzufangen, bevor das Gesamtkonzept steht, ist der sicherste Weg in Verzettelung und Stress. Oftmals bedeutet es auch Umwege, Doppelarbeit, Korrektur von unnötigen Fehlern.

Wenn Sie ein Gesamtkonzept für Ihr Business haben, können Sie alle Maßnahmen aufeinander abstimmen, sie in der richtigen Reihenfolge angehen und Synergieeffekte nutzen.

Mit meinen Klienten erarbeite ich daher in der Regel ein Gesamtkonzept für ein nachhaltig erfolgreiches und letztlich verkaufsfähiges Unternehmen. Die Premium-Positionierung mit dem Signature System spielt dabei eine tragende Rolle. Nachtrag am 31.10.2016: Hinweis auf Videokurs aus Aktualitätsgründen entfernt.

2. Warum „einfach anfangen“ ein schlechter Rat ist.

Was für das gesamte Unternehmen gilt, gilt auch für jedes einzelne Projekt. „Einfach anfangen“ kann desaströs enden.

Besonders wenn Sie ein Coaching-Programm oder Online-Produkt entwickeln, kann ich nur dringend abraten, einfach zu starten.

Warum es ein schlechter Rat ist, einfach anzufangen Klick um zu Tweeten

Planen Sie vom Ende her und schaffen sich erst die nötigen Voraussetzungen.

3. Schaffen Sie sich Systeme.

Systeme zu schaffen, erfordert Zeitaufwand, der sich nicht unmittelbar auszahlt. Doch spätestens im Wiederholungsfall werden Sie bereits eine einfache Checkliste zu schätzen wissen.

Systeme entlasten den Kopf. Systeme garantieren, dass Sie aus Ihren Erfahrungen lernen. Systeme gewährleisten gleichbleibende oder sogar steigende Qualität.

Und letztlich sparen Systeme Zeit.

Alle diese Punkte können für Ungeduldige wie bittere Medizin schmecken. Doch Verzettelung und Stress, die durch „einfach anfangen“ entstehen, sind auch nicht wohlschmeckender.

Nutzen Sie Ihre Ungeduld als Erfolgsturbo

Ungeduld kann durchaus eine Stärke sein, wenn sie zielführend genutzt wird, nachdem das Gesamtkonzept steht. Hier ein paar Tipps:

1. Bauen Sie eine Erfolgstreppe.

Gerade größere Projekte können wie ein riesiger Berg erscheinen. Es kann das Gefühl entstehen, diesen in einem Gewaltmarsch erklimmen zu müssen. Und das ist meist kein angenehmes Gefühl.

Eine Erfolgstreppe zu bauen, lässt Sie den Weg Stufe für Stufe gehen.

Konkret bedeutet das, den Weg in kleine Abschnitte zu unterteilen und sich immer wieder Ihren Fortschritt vor Augen zu führen. Auch die größten Ziele erreicht man letztlich in kleinen Schritten.

Nutzen Sie Ihre Ungeduld, um sich eine Erfolgstreppe zu bauen Klick um zu Tweeten

Das führt dazu, dass Sie permanent vorankommen.

Und darüber hinaus genießen Sie jeden Tag Ihre Fortschritte, statt immer auf das zu schauen, was noch unerledigt ist.

2. Experimente: für mehr Spaß und besseres Vorankommen

Kleine Schritte zu tun, erlaubt Ihnen, ganz bewusst Experimente  zu kreieren.

Das bedeutet konkret: Gehen Sie mit einer bestimmten Fragestellung heran. Veröffentlichen Sie zum Beispiel einen Blogpost, ein Podcast oder ein Video, um die Resonanz auf Ihre Ideen  zu testen.

Zum einen macht das den Weg kurzweiliger, weil Sie Ihre Ungeduld sinnvoll einsetzen.

Darüber hinaus erhöht es die Erfolgschancen aufgrund der Resonanz, die Sie erhalten. Ob Sie Bestätigung für Ihren Kurs erfahren oder kritisches Feedback, ist letztlich belanglos. In jedem Fall gewinnen Sie mehr Sicherheit für Ihren weiteren Kurs.

Co-kreatives Vorgehen nenne ich das sehr gerne. Denn es bedeutet, gemeinsam mit Ihren Kunden das zu entwickeln, was am Markt erfolgreich ist.

3. Finden Sie Abkürzungen und Vereinfachungen.

Lassen Sie sich von Ihrer Ungeduld beflügeln, nach Abkürzungen und Vereinfachungspotenzialen zu suchen.

Vielleicht finden oder erfinden Sie nützliche Tools.

Oder Sie entdecken schon bei der anfänglichen Planung Vereinfachungsmöglichkeiten, Synergieeffekte und dergleichen.

Oder Sie suchen sich Unterstützung, statt alles selbst machen  zu wollen.

Diese Beispiele zeigen hoffentlich, dass Ungeduld ein sehr positiver Faktor sein kann unter der Voraussetzung, dass das Erwartungsmanagement stimmt und dass ein Gesamtkonzept vorhanden ist.

Was nehmen Sie mit aus diesem Artikel? Wie gehen Sie mit Ihrer Ungeduld um? Was funktioniert für Sie und was nicht?

Kommentieren Sie gern hier oder auf meiner Facebook-Seite.

Wie Sie Ihre unternehmerische Ungeduld zum Erfolgsfaktor machen Klick um zu Tweeten

Bildnachweis: 

Beitragsbild: Pixabay

 

Danke fürs Teilen:-)
Monika Birkner
 

Ich unterstütze Solo-Unternehmer, ihre Einzigartigkeit wertzuschätzen und damit ein erfolgreiches, verkaufsfähiges Business zu kreieren. Wenn Sie eine ganzheitlich-systematische Arbeitsweise lieben - ob im Rahmen von Coaching-Programmen oder 1:1-Zusammenarbeit - und bereit sind für echte Durchbrüche im Denken, Handeln und in den Ergebnissen, ist eine Discovery Session mit mir ein guter nächster Schritt. Mehr dazu auf meiner Seite "Angebote".

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Hans Jürgen Lukowski - 2. Oktober 2015

Hervorragende, klare und überzeugende Gedanken zum methodischen Vorgehen, liebe Monika Birkner. Mit kommt es wie gerufen, ich lasse Ihre Gedanken einfließen in unsere methodische Vorgehensweise bei der Gründung eines Klein-/mittelständischen Unternehmens.

Ganz herzlichen Dank!

Ich poste es gerne in Facebook, auch auf meinen fachlichen Seiten.

Reply
    Monika Birkner - 4. Oktober 2015

    Lieber Herr Lukowski,

    danke schön für Ihr Feedback. Gerade bei der Gründung/beim Aufbau eines Unternehmens ist das methodische Vorgehen nicht zu unterschätzen. Danke schön fürs Posten!

    Reply
Christine Rösch - 2. Oktober 2015

Liebe Frau Birkner,

herzlichen Dank für Ihren Artikel zur Ungeduld. Einige Ihrer Tipps helfen auch mir, die ich keine Ungeduld, ja manchmal sogar zu wenig Drive habe, weil mir mein Projekt im Augenblick wie ein unbezwingbarer riesiger Berg erscheint.
Das Bild mit der Treppe erinnert mich an den Satz, dass jeder Berg mit dem ersten Schritt anfängt und in vielen kleinen Schritten erstiegen wird. Ebenso spricht mich die Idee, „vom Ende her zu denken“ sehr an, denn ich bin auch einfach „losmaschiert“, was in der Tat immer wieder zu Umwegen und Störungen geführt hat.
Danke, dass Sie mich/uns an Ihren Überlegungen teilhaben lassen.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende,
herzliche Grüße Christine Rösch

Reply
    Monika Birkner - 4. Oktober 2015

    Liebe Frau Rösch,

    ein sehr wichtiger Aspekt, den Sie einbringen: Dass der riesig erscheinende Berg nicht nur Ungeduld auslösen kann, sondern auch das Gegenteil, was Sie als „zu wenig Drive“ bezeichnen. Ja, genau das kann geschehen.

    Das Bild vom Berg nutze ich auch gern, um das Denken vom Ende her zu verdeutlichen. Wenn man nämlich den Berg erklommen hat, sieht man manches anders als unten am Fuß des Berges. Man sieht vielleicht Abkürzungswege oder bequemere Routen. So ist es, wenn man vom Ende her denkt. Man sieht Möglichkeiten, die einem verschlossen bleiben, wenn man einfach anfängt.

    Reply
Evelyn Böhler - 2. Oktober 2015

Liebe Frau Birkner,
Sie haben wieder einmal ganz wunderbar und treffend alle wichtigen Punkte zusammengefasst. Es ist ein Ansporn für mich und gleichzeitig auch ein Hinterfragen so mancher Aktivitäten. Vielen Dank dafür. Evelyn Böhler

Reply
    Monika Birkner - 4. Oktober 2015

    Liebe Frau Böhler,

    danke schön! Ich freue mich, wenn mein Beitrag für Sie Ansporn ist und gleichzeitig zum Hinterfragen mancher Aktivitäten führt. Gutes Vorankommen!

    Reply
Holger Schönhardt - 2. Oktober 2015

Sie haben so recht und sprechen mir aus der Seele…

Wir hatten letztes Jahr unser Hostel aufgebaut und eröffnet. Das war schon ein Akt, da wir viel zu spät damit dran waren. Aber erst das eine Jahr dem wir auf dem Markt sind, hat uns aufgezeigt was geht und was nicht.
Und ich war ziemlich ungeduldig mit dem was ich wollte und wo ich sein wollte.
Habe damit oft unser Team verunsichert, weil ich oft, vielleicht zu oft, aufgezeigt habe, was wir noch alles machen müssten und was so fehlt.
Nur ich musste ich für mich lernen und begreifen: Wir sind ein kleines inhabergeführtes Hostel, müssen alles selber machen und so kann es und wird es sein, dass gewisse Dinge ihre Zeit brauchen. Auch wenn sie wichtig wären, wie z.B. Marketing. Wir haben nicht das Geld um Firmen für uns arbeiten zu lassen, nein wir müssen dies selber stämmen.
Nach einem Jahr, kann ich sagen: Ich bin gelassener, da wir es geschafft haben eine gute monetäre Basis zu schaffen. Das erste Jahr lief doch recht erfolgreich. Jetzt im Herbst / Winter müssen wir die anderen Baustellen angehen und das Hostel neu ausrichten und das zweite Wirtschaftsjahr vorbereiten.
Mein Ungeduld wird bleiben, nur wird sie gebändigt durch mein Alter, meiner Alltagsweisheit und dem festen Glauben, dass wir es schaffen können. Auch mit der Hilfe solcher Menschen wie Sie. Durch Ihre Newsletter und Beiträge helfen sie uns an Stellen wo wir sonst ein Wissensloch hätten. Dafür vielen Dank und Ihnen viel Erfolg bei der Arbeit.
Und wenn es mal nicht so läuft, einfach wie die Sonnenblumen die Seele, den Körper der Sonne zuwenden…. 🙂
Mit freundlichen Grüßen
Holger vom Art-Hostel Berlin City Team

Reply
    Monika Birkner - 4. Oktober 2015

    Lieber Herr Schönhardt,

    erst einmal herzlichen Glückwunsch zu dem, was Sie geschafft haben: zu dem Hotel, das Sie geschaffen haben und zu dem, was das Hotel für Ihre Gäste, für Sie und Ihr Team bewirkt,

    Auf das zu schauen, was alles noch getan werden muss, kann sehr leicht dazu führen, in Stress zu geraten und sich selbst und das Team darum herum zu verunsichern. Sich die konkreten Rahmenbedingungen anzusehen, verhilft zu einem anderen Blickwinkel. Dieser Wechsel der Perspektive ist Ihnen offenbar gelungen, indem Sie realisiert haben, dass dann, wenn man alles allein tun muss, das Tempo naturgemäß ein anderes sein wird als dann, wenn man viel Unterstützung von außen hinzukauft.

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit Ihrem Hotel gut vorankommen, viele zufriedene Gäste haben, Ihre Erfolge wertschätzen und weitere Schritte zügig und systematisch angehen, ohne in unnötige Ungeduld zu verfallen.

    Und ein ganz herzliches Danke noch für die persönliche Wertschätzung, die ich in Ihren Zeilen lese.

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