Vielseitige Solopreneure: Säen und Ernten in Balance bringen

Vielseitige Solopreneure sind faszinierend mit ihren vielen Interessen und immer neuen Ideen. Aber viele zahlen dafür einen hohen Preis:

"Zu viel säen und zu wenig ernten".

Wenn Sie das schon einmal gedacht haben, ist dieser Beitrag für Sie. Denn nachdem ich lange Zeit selbst so gelebt und gearbeitet habe, weiß ich heute, dass man mit Vielfalt auch ganz anders umgehen kann:

Vielfalt, richtig genutzt, kann nämlich gerade die Quelle für nachhaltigen Erfolg sein, statt ein Hindernis dafür.

In diesem Beitrag teile ich meine wichtigsten Learnings zu dieser Thematik.

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1. Ist das auch Ihr Muster?

Lange Jahre habe ich mich nach dem Muster verhalten, das ich auch heute noch bei vielen anderen sehe:

  • schnelle Begeisterung für neue Ideen
  • Neues beginnen
  • die Begeisterung hält nicht lange an
  • neue Idee 
  • neuer Start
  • und oft viele Dinge parallel nach dem Motto "Ich will alles."

Das hatte seinen Reiz. Doch es kostete auch seinen Preis. Allerdings erkannte ich das erst nach und nach. Und selbst dann sah ich längere Zeit nicht, wie ich dem Muster entkommen konnte.

2. Zu viel säen und zu wenig ernten

Der Preis dafür, nach dem obigen Modell zu verfahren, lässt sich wie folgt auf den Punkt bringen: zu viel Säen, zu wenig Ernten.

Wenn Sie auch so vorgehen, wissen Sie, was ich meine.

Bevor die Saat in vollem Umfang aufgegangen ist und Frucht trägt, sind Sie schon wieder weiter gezogen und beackern ein neues Feld.

Für eine Weile macht das Spaß. Doch auf Dauer ist es unbefriedigend.

Denn wenn Sie nicht lange genug an einer Sache dranbleiben, können Sie zwar durchaus gewisse Früchte ernten. Doch die Ernte steht in keiner vernünftigen Relation zum Aufwand, den Sie betrieben haben, um sich einzuarbeiten und die ersten Schritte zu tun.

Selbst wenn Sie ein sechsstelliges Einkommen erzielen, kann das in Relation zu dem, was Sie hereingesteckt haben, unangemessen sein.

3. Die Situation wird nicht besser 

Mittlerweile kommt noch eins dazu: Sie müssen ohnehin mehr Aufwand erbringen, um überhaupt up to date und wettbewerbsfähig zu bleiben:

  • Der Geräuschpegel auf dem Markt nimmt immer mehr zu.
    Hier können Sie in Echtzeit beoachten, was im Internet vor sich geht (Achtung: Es könnte Ihnen schwindlig werden:-)). Um mitzuhalten und überhaupt wahrgenommen zu werden, müssen Sie heute viel mehr tun als noch vor 2 oder 3 Jahren. In diesem Artikel habe ich das ausführlicher beschrieben
  • Es gibt immer mehr Möglichkeiten und Tools.
    Doch jedes Mal ist damit eine Lernkurve verbunden, die Zeit und Nerven kostet.
  • Außerdem entwickeln sich Ihre Kunden weiter.
    Die Angebote, mit denen Sie bisher erfolgreich waren, locken vielleicht heute schon niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Das heißt: Sie brauchen auch Zeit für Weiterbildung und Produktentwicklung.

4. Enge Spezialisierung als Ausweg? - NEIN

Was tun? Gibt es nur die Wahl zwischen Weitermachen wie bisher und enger Spezialisierung? Das wäre etwa so attraktiv wie die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Für vielseitige Solopreneure ist enge Spezialisierung, wie sie oft empfohlen wird, nicht der Ausweg.

Enge Spezialisierung fühlt sich ungefähr so an wie Amputation oder Absterben wichtiger Gliedmaßen.

Doch das Weitermachen wie bisher funktioniert auch immer weniger, wie oben aufgezeigt.

Die gute Nachricht ist: Es gibt einen besseren Weg.

5. Der bessere Weg: Vielfalt kultivieren 

Es gibt einen besseren Weg als die Wahl zwischen zwei Übeln.

Dieser geht dahin, Säen und Ernten ins richtige Verhältnis zu bringen und in dem Zusammenhang die Vielfalt zu kultivieren, statt sie absterben zu lassen.

Vielfalt zu kultivieren, ist nicht das Gleiche, wie sie wild sprießen zu lassen.

Sondern es gilt, sie in die richtigen Bahnen zu lenken und sie von vornherein so auszurichten, dass sie reiche Frucht tragen kann.

6. Wie der neue Weg gelingt

Damit der neue Weg gelingt, sind mehrere Voraussetzungen nötig. Klicken Sie bitte auf die Überschriften, um weitere Details  zu sehen.

Sie haben eine klare Vorstellung, wo der Weg hinführen soll und welche Ernte Sie erzielen wollen - Klarheit über das Big Picture

Sie richten sich am Kunden aus: Was genau wollen Sie für Ihre Kunden bewirken? - Für viele ein echter Game Changer

Sie schaffen einen Kernprozess (Signature System) - Die Vielfalt in geordnete Bahnen lenken

Sie variieren den Kernprozess für Ihr Produktportfolio - Sich kreativ austoben ohne Bauchladen-Effekt

Sie speisen aus dem Kernprozess und Ihren Produkten Ihre Marketing-Aktivitäten - Synergien statt Verzettelung

Produktivität und Profitabilität steigen.


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7. Was ich bisher dadurch gewonnen habe

Seit einiger Zeit bin ich dabei, mich selbst und mein Business entsprechend diesem neuen Weg auszurichten. Es ist damit Arbeit verbunden: um ein neues Mindset zu schaffen und um das Business konkret umzubauen.

Doch für mich gibt es keinen Weg zurück in das frühere Modell. Zu positiv sind die Auswirkungen des heutigen Weges. Ein paar Beispiele:

  • Ich habe einen langfristigen Plan (in meinem Fall: 15 Jahre).
    Dieser Plan ist nicht in Zement gegossen, auch wenn er über einen langen Zeitraum geht . Aber er dient mir als Orientierung, gibt mir Klarheit und Fokus. 
  • Ich lebe meine Vielfalt mehr denn je, aber in geordneter Weise und ausgerichtet auf das, was ich für die Kunden bewirken möchte.
    Meine Freedom Business Journey ist der Kernprozess, den ich entwickelt habe und aus dem sich nach und nach weitere Produkte und Marketingmaterialien entwickeln.
  • Ich erlebe nach wie vor Ideenstürme.
    Doch im Unterschied zu früher sind es keine „wilden“ Ideen, sondern mehr und mehr bin ich in der Lage, zielgerichtet die Ideen zu generieren, die ich für die weiteren Schritte brauche. Damit wachsen die Chance der Verwirklichung und die Chance des Erntens. 
  • Für meine Produktivität kann ich mir mehr und mehr die oben erwähnten Synergieeffekte zunutze machen.
    Ergänzend dazu experimentiere ich ständig mit weiteren Methoden, meine persönliche Produktivität zu verbessern. Hier lesen Sie, wie ich die Zukunft der Produktivität sehe und warum es wichtig ist, in dem Zusammenhang auch über Geschäftsmodell-Varianten nachzudenken.

8. Wird es nicht langweilig?

Langeweile ist nicht mein Ding:-). Doch glücklicherweise brauche ich keine Angst vor Langeweile zu haben. Es gibt täglich Neues, das ich lerne, mit dem ich experimentiere und das ich weiter entwickele.

Es ist auch genügend Raum für Spontaneität. Doch ist es kein wildes Sprießen. Sondern ich denke, dass ich meine Vielfalt schon in einem hohen Maß kultiviert habe, so dass sie sich mir unterordnet, statt dass ich mich von ihr treiben lasse. Das ist ein himmelweiter Unterschied.

9. Wie halten Sie es mit der Vielfalt?

Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen. Gehören Sie zu den Vielseitigen? Wie gehen Sie mit Ihrer Vielfalt um? Welche Möglichkeiten nutzen Sie, um die Vielfalt zu kultivieren? Oder wollen Sie das gar nicht?

Als Solopreneur ein verkaufsfähiges Business schaffen

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Bildnachweis: Pixabay.com

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Danke fürs Teilen:-)
Monika Birkner
 

Monika Birkner unterstützt erfahrene Solopreneure, ein verkaufsfähiges Business zu schaffen und dadurch bereits kurzfristig erfolgreicher zu werden. Sie verbindet ganzheitliche Strategie mit den Systemen zur Umsetzung. In ihrem Blog und ihren Podcasts zeigt sie neue Perspektiven auf, wie Solopreneure anders an ihr gesamtes Business und alle Einzelthemen herangehen können. Für ihre Kunden bietet sie 1:1-Coaching, Membership-Programme und Online-Kurse. Mehr auf der Seite: https://MonikaBirknerFreedomBusiness.de

Hier klicken, um zu kommentieren 2 Kommentare
Andreas Giermaier - 30. April 2017

so sehr ich zustimme, die vielfalt in dir auch zu leben, frage ich mich ob und wie das gelingen soll, wenn ich mir sowas ansehe (nicht nur für Sie Pflichtlektüre, die aktuelle brand eins!) https://www.brandeins.de/archiv/2017/neue-arbeit/scheinselbststaendigkeit-die-ungeliebten/
die einkommensstatistiken sind grausam. dass es so dramatisch um sie solopreneure steht wusste selbst ich nicht…
wo sehen Sie wege was WIR tun können zB die ja Trainer/coachs etc unterstützen (wollen) wenn sich diese oft nicht mal ne versicherung leisren können…
auf ein bedingungsloses Grundeinkommen zu warten, kanns nit sein…
außerdem steh ich selbst auch grad vor der entscheidung welcher weg denn… bin sehr gespannt auf ihre lösungsideen… wär zeit für ein neues buch oder den klassiker in erw. ausgabe? 🙂

Reply
    Monika Birkner - 30. April 2017

    Lieber Herr Giermaier,

    vielen Dank für den Kommentar und den interessanten Link.

    Die Situation der Selbstständigen ist sehr vielfältig. Insofern gibt es nicht „das“ Patentrezept. Es lassen sich nicht alle Selbstständigen über einen Kamm scheren. Das ist noch nicht einmal möglich bei einer Berufsgruppe.

    In jeder Gruppe gibt es eine enorme Spreizung, auch hinsichtlich des Einkommens. Es gibt auch eine enorme Spreizung hinsichtlich des unternehmerischen Selbstverständnisses. Es gibt selbstständige, die im Grunde wie Arbeitnehmer arbeiten, und es gibt Selbstständige, die sehr unternehmerisch an ihr Business herangehen, und dazwischen noch viele Facetten.

    Wobei ich unterstütze, ist das unternehmerische Herangehen, vor allem für diejenigen unter den Selbstständigen, die bisher Zeit gegen Geld tauschen. Damit ist nur ein begrenztes Wachstum möglich und es bleiben Unsicherheiten, wenn man krank wird, Urlaub machen möchte und dgl. Mein Ansatz ist, mit langfristiger Perspektive an das Business heranzugehen, einerseits höheres Einkommen und höhere Gewinne zu erzielen, aber vor allem es skalierbar und letztlich verkaufsfähig zu machen. Viele denken bei Skalierbarkeit ausschließlich an Online-Business. Das tue ich nicht. Sondern es gibt viele Möglichkeiten, zu denen ich in diesem Blog auch schon verschiedentlich etwas publiziert habe.

    Dieser Weg muss nicht für alle der Weg sein. Jeder ist frei, wie er sein Business und sein Leben gestaltet.

    Was die Vielfalt betrifft: Den Tenor meines Artikels ist nicht, Vielfalt ungehindert und unkontrolliert zu leben, sondern sie zu kultivieren und so in das Geschäftsmodell zu integrieren, dass man nicht nur ständig sät, sondern auch Ernte einfahren kann.

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