Wenn ich mich unter Solo-Unternehmern umhöre, höre ich immer häufiger den Wunsch nach einem skalierbaren Business. Also nach einem Unternehmen, das ihnen erlaubt zu wachsen, aber ohne dass sie deshalb mehr arbeiten müssten.

Ist das für Sie auch attraktiv?

Das klassische Unternehmensmodell beruhte auf Wachstum durch fest angestellte Mitarbeiter. Auch heute noch ist das für viele der erste Gedanke, wenn sie an Wachstum denken.

Doch es ist nicht die einzige Möglichkeit. Solo-Unternehmer schaffen neue Geschäftsmodelle und können damit überdurchschnittlich erfolgreich sein, wie die folgenden drei Beispiele belegen (Quellen am Ende des Beitrages).

Netzwerk an Freelancern

Rachel Charlupski betreibt ein Babysitter-Unternehmen in Premium-Qualität. Seit der Gründung in 2005 hat sie ein Netzwerk von rund 1.500 freiberuflichen Babysittern aufgebaut und hat Zweigstellen in 13 Städten. Seit 2014 unterstützt ihr Bruder sie in der Zentrale bei administrativen Aufgaben. Der Umsatz liegt bei über einer Million Dollar.

Um ihren hohen Qualitätsstandard zu gewährleisten, unterzieht Rachel Charlupski die Babysitter einer strengen Überprüfung und verlangt ein bestimmtes Zertifikat.

Ihr Mobil-Phone ist ihr wichtigstes Tool für die Organisation und Koordination.

Warum hat sie sich für Freelancer entschieden statt für festangestellte Babysitter?

Schlechte Erfahrungen sind der Grund dafür. Sie hatte in der Vergangenheit mit Angestellten gearbeitet, doch am Ende deren Arbeit selbst getan.

  • Wie können Sie Freelancer für Ihr Business nutzen?
  • Wie können Sie diese auf Ihren Qualitätsstandard einschwören?
  • Wie können Sie sie steuern und koordinieren?

Outsourcing des Back-Office  

Harry Ein versorgt seine Kunden, angefangen vom Mini-Unternehmen bis zu Unternehmensgiganten mit Werbeartikeln. Er verdient damit gut: 4 Millionen Dollar pro Jahr. Und er ist Solo-Unternehmer.

Wie schafft er das?

Er hat sich auf das konzentriert, was er am besten kann, nämlich Verkaufen. Er ist ein hoch angesehener und schon mehrfach ausgezeichneter Verkaufsprofi.

Alles andere hat er an ein Spezial-Unternehmen outgesourct. Ohne das bräuchte er drei bis fünf Angestellte.

Doch er hat sich gegen feste Mitarbeiter entschieden. Einer der Gründe dafür waren Gespräche mit anderen Unternehmen seiner Branche. Dort hörte er von Personalkosten, die die Gewinne auffraßen. Von persönlichen Schwierigkeiten mit Mitarbeitern.

Ein anderer Grund war, dass er bei seiner Partner-Firma alle Dienstleistungen erhält, die er braucht.

  • Wie könnten Sie Outsourcing für sich nutzen?
  • Gibt es für Ihre Branche Dienstleister, die Back-Office-Service anbieten?
  • Könnten Sie einzelne Leistungen outsourcen, zum Beispiel an einen virtuellen Assistenten/eine virtuelle Assistentin?

Franchising und Automatisierung

Dan Mezheritsky war ein erfolgreicher Zehnkämpfer. Bei den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele verletzte er sich so, dass seine sportliche Karriere zu Ende war.

2005 wurde er wurde Personal Trainer. Er stellte auch andere Personal Trainer ein. Doch das funktionierte nicht. Oftmals beispielsweise vereinbarten die Trainer private Stunden mit den Kunden und schädigten dadurch das Unternehmen.

Nach einigen Jahren war  Dan Mezheritsky so frustriert, dass er drauf und dran war, das Handtuch zu werfen.

Mitte 2012 entschloss er sich zu einem neuen Anlauf, dieses Mal mit einem Franchise-Modell. Mittlerweile arbeitet er direkt oder mittels Partnern mit 126 Personal Trainern in Kanada zusammen. In der Zentrale ist er nach wie vor eine One-Man-Show.

Das Gesamt-System erwirtschaftet rund 4 Millionen Dollar an Einnahmen. Die Zentrale, die von ihm als One-Man-Show geleitet wird, steht für ca. 1,2 Millionen Dollar.

Wie bewältigt Dan Mezheritsky das? Mit Hilfe einer speziellen Software, die viele Prozesse automatisiert erledigt.

Gegenüber seinem früheren Modell sieht er als Hauptvorteil, dass es eine Win-Win-Situation sowohl für die Personal Trainer wie auch für ihn bedeutet. Die Trainer zahlen monatlich nur 400 Dollar an ihn und erhalten dafür eine Menge Unterstützung. Da sie auf eigene Rechnung arbeiten, haben sie ein ganz anderes Interesse am Wachstum und auch ganz andere Möglichkeiten als die angestellten Trainer, deren Einkommen fix und nach oben limitiert war.

  • Könnten Franchising und/oder Automatisierung ein Modell für Sie sein?
  • Wie könnten Sie Ihre Expertise vervielfachen?
  • Was für Partner bräuchten Sie und wie könnten Sie diese steuern?

Quellen:

1) Babysitter: 

2) Werbeartikel

3) Personal Trainer

4) Lizenzmodell für Berater, Trainer, Coaches

Solo-Unternehmer können wachsen, ohne Mitarbeiter einzustellen: Drei Modelle Klick um zu Tweeten Skalierbares Solo-Business ohne feste Mitarbeiter Klick um zu Tweeten Welche Möglichkeiten #Solopreneure für ihr Wachstum haben - auch ohne feste Mitarbeiter Klick um zu Tweeten

 

Bildnachweis: 

Danke fürs Teilen:-)
Monika Birkner
 

Monika Birkner unterstützt erfahrene Solopreneure, ein verkaufsfähiges Business zu schaffen und dadurch bereits kurzfristig erfolgreicher zu werden. Sie verbindet ganzheitliche Strategie mit den Systemen zur Umsetzung. In ihrem Blog und ihren Podcasts zeigt sie neue Perspektiven auf, wie Solopreneure anders an ihr gesamtes Business und alle Einzelthemen herangehen können. Für ihre Kunden bietet sie 1:1-Coaching, Membership-Programme und Online-Kurse. Mehr auf der Seite: https://MonikaBirknerFreedomBusiness.de

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FreeLancer - 14. Juni 2016

Bei http://www.freelance-market.de/d/ergebnisbericht-der-outsourcing-unternehmensbefragung gibt es einen detaillierten Ergebnisbericht über Befragung der Unternehmen zu deren Erfahrung mit Outsourcing. Ausserdem werden die Maßnahmen zum erfolgreichen Management der Outsourcingbeziehung detailliert beschrieben.

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Ramona Kramp - 22. September 2015

Liebe Frau Birkner,

haben Sie vielen Dank für Ihre wertvollen Strategien. Diese habe ich sehr gerne weiter empfohlen.

Herzliche Grüße

Ramona Kramp

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Stéphane Etrillard - 20. September 2015

Liebe Frau Birkner,

danke für die drei Strategien, die Sie präsentieren. Ich halte sie für realistisch und sinnvoll. Damit ist auch Wachstum ohne Mitarbeiter möglich, so dass der Einzelunternehmer die maximale Flexibilität beibehält.

Herzliche Grüße

Stéphane Etrillard

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    Monika Birkner - 21. September 2015

    Lieber Herr Etrillard,

    danke schön für Ihren Kommentar. Diese Flexibilität als Einzelunternehmer ist etwas, das wohl viele Selbstständige schätzen. Denn feste Mitarbeiter einzustellen, verändert nicht nur das Geschäftsmodell, sondern auch das Leben.

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Andreas K. Giermaier - 19. September 2015

Liebe Frau Birkner. Yep da haben Sie wieder schön augearbeitet was heute möglich wäre. Doch ist dies dzt. zumindest noch nicht im Bewusstsein des „Deutschen“ als solches angekommen. doch so scheint es mir, wird dieses Soloselbstständig sein wohl einer der einzig gangbaren Wege – in the long run – sein. Am end bleiben dann halt nur mehr Freiberufler die einander gegenseitig einkaufen. Alles ok. Allerdings sehe ich die grö´te Herausforderung noch in sozialer Absicherung. Bspw. könnten Sie die Erstellung von Abbildungen auslagern an einen der Ihrer Meinung nach toll visualisieren kann und die Ideen auf den Punkt bringt.
Doch auch der hechtet sich dann von Auftrag zu Auftrag. Was wenn er einige Wochen oder gar Monate ausfällt? Sowas wie Arbeitslosengeld oder gar final: sowas wie eine Pension/Rente, häufig noch nicht mal Grundsicherung mit Krankenkasse. Warum gibt es da eine Deckelung? Dass einer mit 100kEUR gleich viel zahlt wie einer mit 1 MioEUR? …. sind gesichert. Mir scheint es schon eigenartig dass es immer noch unterschiedliche Sozialsysteme gibt für Selbstständige und Angestellte.
Denn wenn eine „Belegschaft“ sich über Streiks etc. tolle Vorteile sichern kann, arbeitet ein Selbstständiger daneben und muss mit seinem Honorar dann noch all die Sozialkosten bezahlen können…

Kennen Sie Modelle weltweit wo das gelöst ist? Bedingungsloses Grundeinkommen (oder zum Start: mind. eine Grundversorgung für jeden, egal wie groß die Geldtasche ist?). Hm. Hängt am Menschenbild. Sie kennen Rosenthals Experimente? Aus den 1960ern? Und nun Carol Dweck die letzten paar Jahre? DAS sollte uns zu denken geben! In diesem Sinne… alles Liebe und viel Glück all den mutigen, die ich auch gern mit meinem Blog unterstütze, all die Strategien sind einfach, doch sind sie auch „leicht“? hm… 🙂
Vielleicht könnten wir uns auch mal wieder an manch Wertegefüge erinnern, von wegen Barmherzigkeit, Nächstenliebe… beginnend bei DIR selbst. Amen 🙂

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    Monika Birkner - 20. September 2015

    Lieber Herr Giermaier,

    danke schön für Ihren Kommentar. Dass sich Freiberufler gegenseitig einkaufen, sehe ich nicht als etwas Negatives. Im Gegenteil: Leistungen von Selbstständigen untereinander bilden ein wesentliches volkswirtschaftliches Element, das m.W. in offiziellen Statistiken gar nicht zur Kenntnis genommen wird. Solo-Unternehmer, die sich untereinander beauftragen, bilden ein Sub-System der Wirtschaft. Dadurch ermöglichen sie gerade, unabhängig von staatlichen Unterstützungsleistungen zu sein.

    Natürlich gibt es Wechselfälle des Lebens. Sich darauf vorzubereiten, ist auch ein Teil der unternehmerischen Verantwortung. Rücklagen sind ein Weg dazu. Kreative Geschäftsmodell-Gestaltung ist ein weiterer Weg.

    Darum geht es ja in meinem Ansatz von Freedom Business: Dass das Business auch ohne den Inhaber weiter läuft, entweder eine Weile, um zumindest kurzfristige Abwesenheiten zu überbrücken, und idealerweise irgendwann auch in den Händen eines Nachfolgers und mit einem gehörigen Beitrag zur eigenen Altersabsicherung.

    Die Arbeit am Geschäftsmodell ist ein oft unterschätzter Part der Selbstständigkeit. Sein eigenes Modell zu durchdenken und die gewünschten Änderungen dann auch umzusetzen, das ist eine Herausforderung. Doch an den Herausforderungen wachsen wir ja:-).

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Tom Oberbichler - 19. September 2015

Danke für die Bestätigung, Frau Birkner!
Ich stelle mir das auch so vor und habe mein Wachstum auch so begonnen. Ich liebe die Flexibilität, die mir das bietet und freue mich freie Mitarbeiterinnen, für die das auch ein hoher Wert ist.
Es tut gut, zu lesen, dass das auch in höheren Umsatzbereichen gut funktioniert.
Ich freue mich schon das direkt auszutesten! 🙂
Alles Liebe und bis bald,
Tom Oberbichler

PS: Ich freue mich schon Sie persönlich kennenzulernen! #inspicamp

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    Monika Birkner - 20. September 2015

    Lieber Tom Oberbichler,

    ich finde die Flexibilität auch sehr ansprechend. Und wie diese Beispiele zeigen, funktioniert es in der Tat auch in höheren Umsatzbereichen. Das finde ich so faszinierend am Solo-Unternehmertum heute, dass sich viele Möglichkeiten bieten, die man sich vor einigen Jahren noch gar nicht vorstellen konnte.

    Auf das Kennen lernen freue ich mich auch schon. Wir haben ja in Ihrem Mission Bestseller schon einen kleinen Vorgeschmack davon:-)

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