Zukunft der Produktivität

Produktivität für Solopreneure hat in Zukunft nicht mehr viel mit klassischem Zeitmanagement zu tun. Sondern es gilt für Solo-Unternehmer, Produktivität neu zu denken und auf neue Weise umzusetzen. Dafür gibt es mehrer Gründe:

  • Zum einen wachsen die Herausforderungen für Solopreneure ständig.
  • Zum anderen entstehen mehr und mehr Herausforderungen​ ganz neuer Art, die sich mit kleinen Optimierungen nicht mehr lösen lassen. Sie erfordern einen Paradigmenwechsel mehrfacher Art.

In diesem Beitrag 

  • stelle ich zunächst die Herausforderungen das
  • gehe ich auf den nötigen Paradigmenwechsel ein
  • lade ich Sie ein, diese neuen Aufgaben gemeinsam leichter zu meistern, als jeder für sich alleine es könnte​.

Schnallen Sie sich an und begeben sich mit mir auf die Reise! Es wird spannend:-)

I. Die neuen Herausforderungen für Solopreneure

Die neuen Herausforderungen für Solopreneure sind mehrfacher Art:

  • Herausforderung Nr. 1: Die Menge der Aufgaben nimmt zu.
  • Herausforderung Nr. 2: Weniger Zeit für die Aktivitäten, mit denen Sie Geld verdienen.
  • Herausforderung Nr. 3: Sie brauchen zusätzliche Zeit für Ihren Businessumbau.
  • Herausforderung Nr. 4: Sie brauchen außerdem mehr Zeit, weil sich die Rahmenbedingungen ständig ändern.
  • Herausforderung Nr. 5: Sie brauchen Zeit, vielleicht sogar mehr Zeit als bisher, um das "Inner Game" zu meistern.

Kurz noch ein paar Erläuterungen dazu.

Herausforderung Nr. 1: Die Menge der Aufgaben nimmt zu

Dass die Menge der Aufgaben zunimmt, ist nicht nur ein subjektives Gefühl, sondern trifft objektiv zu. 

Denken Sie nur einmal an die Menge der Informationen, die es heute zu bewältigen gilt. Oder an all die Aufgaben, die Sie vor zwei oder drei Jahren noch nicht hatten: Ihr neues Blog, Ihr Podcast, das Kennenlernen neuer Tools und noch viel mehr.

Herausforderung Nr. 2: Weniger Zeit für die Aktivitäten, mit denen Sie Geld verdienen

Es wäre natürlich schön, wenn mit der Zunahme an Aktivitäten auch eine entsprechende Zunahme der Einnahmen und Gewinne einherginge. 

Doch es ist eher anders herum. Sie tun zwar mehr, doch es bleibt weniger Zeit zum Geldverdienen.

Ein anschauliches Beispiel bietet das Bloggen. Schon das Schreiben eines Blogartikels bedeutet heute mehr Zeit als früher. 

2016 verbrachten Blogger 26 % mehr Zeit mit dem Schreiben als noch im Vorjahr, wie diese Studie von Orbit Media enthüllt. Im Schnitt waren es 3 Stunden und 16 Minuten. Eine wachsende Zahl an Bloggern braucht jedoch mehr als 6 Stunden pro Blogpost. 

Hinzu kommt der wachsende Aufwand, die Artikel bekannt zu machen. Vladislav Melnik empfiehlt ein Verhältnis von 50:50. Also für eine Stunde Schreibaufwand eine Stunde an Promotion. Derek Halpern sieht das Verhältnis sogar bei 20 % Schreiben und 80 % Promotion.

Beispiel Bloggen:

Schreiben eines Blogposts: im Durchschnitt 3 Std. 16 Min. (26 % mehr als im Vorjahr)
Promoten eines Blogposts: 3 Std. 16 Min. bei 50:50-Regel
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Gesamtaufwand: 6 Std. 32 Min.

Herausforderung Nr. 3: Sie brauchen zusätzliche Zeit für Ihren Businessumbau

Wenn Sie zu den Solopreneuren gehören, die die Grenzen des Modells "Zeit-gegen-Geld" erkannt haben und dabei sind, ihr Business umzubauen, wissen Sie, wie viel Arbeit das ist.

Einen Online-Kurs oder sonstige digitale Produkte zu kreieren, braucht mehrere Monate für die konzeptionelle Vorbereitung, die praktische Realisierung und auch für die Vermarktung. 

Oftmals muss das bei laufendem Geschäft erfolgen, während Sie noch Aufträge von Kunden im Modell "Zeit-gegen-Geld" abarbeiten.

Wenn Sie noch weiter gehen und Ihr Business verkaufsfähig machen wollen, brauchen Sie Zeit, um noch mehr Assets zu schaffen, also Einkommen produzierende und übertragbare Vermögenswerte, und auch, um Ihre Systeme ständig zu verbessern.

Herausforderung Nr. 4: Sie brauchen außerdem mehr Zeit, weil sich die Rahmenbedingungen ständig ändern

Eine Erfahrung, die immer mehr zur Normalität wird: Was gestern funktioniert hat, funktioniert heute nicht mehr.

  • Das Marketing, das Sie bis jetzt erfolgreich gemacht hat, funktioniert nicht mehr. Sie müssen sich mit neuen Methoden befassen.
  • Große Kunden brechen weg oder ändern ihre Politik bezüglich der Zusammenarbeit mit Solopreneuren.
  • Neue Gesetze erfordern andere Vorgehensweisen.
  • und so viel mehr....​

Das heißt: Sie brauchen zusätzliche Zeit,

  • um die Entwicklungen zu beobachten
  • um darauf zu reagieren
  • um das zu lernen, was Sie dafür brauchen.

Und unabhängig, wie viel Zeit Sie dafür aufwenden, besteht das Risiko, etwas Wichtiges zu übersehen oder aufs falsche Pferd zu setzen.

Herausforderung Nr. 5: Sie brauchen Zeit, vielleicht sogar mehr Zeit als bisher, um das "Inner Game" zu meistern

Mit all dem, was wir bisher besprochen haben, sind Sie eigentlich gut beschäftigt. Doch das ist noch nicht alles.

Auch das "Inner Game" und wie Sie dieses meistern, spielt eine Rolle. Zum Beispiel

  • wie Sie mit Ihrem inneren Antreiber umgehen, der Ihnen ständig zuflüstert, dass alles nicht schnell genug voran geht
  • wie Sie damit umgehen, wenn Sie sehen, dass andere erfolgreicher sind - oder es zumindest so aussieht -  als Sie selbst, obwohl Sie sich anstrengen.
  • wie Sie damit umgehen, wenn Sie sich überwältigt, erschöpft, wie vor einem Riesenberg fühlen

Für alles das brauchen Sie ebenfalls Zeit und auch psychische Energie. Oder es zieht Sie herunter und macht Ihnen das Leben zusätzlich schwer.

Die Quintessenz daraus:

Für uns Solopreneure ist Zeit eine unserer kostbarsten Ressourcen. Doch es gibt mehr und mehr zu tun. Und immer weniger dieser Aktivitäten sind solche, mit denen wir Geld verdienen. Immer mehr Zeit entfällt auf das, was auch nötig ist, aber nicht direkt zu neuen Einnahmen und Gewinnen führt. 

Das ist ein weiterer Grund dafür, dass das Geschäftsmodell "Zeit-gegen-Geld" auf Dauer nicht tragbar ist. Doch um es zu ändern und zum Beispiel Produkte zu schaffen, Systeme zu etablieren usw., brauchen wir wiederum Zeit.

Die Katze beißt sich also sozusagen in den Schwanz. Diese Situation ist nicht nur faktisch sehr schwer zu bewältigen, sondern auch das "Inner Game" stellt eine wachsende Herausforderung dar und es kostet wiederum Zeit, sich mit dem inneren Kritiker, dem inneren Antreiber und sonstigen Kräften zu befassen. 

Und das alles gilt selbst dann, wenn wir bisher schon zu den Bestorganisierten und Produktivsten gehören. Denn die neuen Herausforderungen haben nur zu einem geringen Maße mit unseren persönlichen Fähigkeiten zu tun und stattdessen weitaus mehr mit äußeren Veränderungen. Daher reicht es auch nicht aus, mit klassischem Zeitmanagement auf individueller Ebene heranzugehen. Sondern es ist ein Paradigmenwechsel, sogar mehrfacher Art, erforderlich.

II. Der 5-fache Paradigmenwechsel

Vielleicht treffen nicht alle der oben genannten Herausforderungen gleichermaßen auf Sie zu. Vielleicht haben Sie noch weitere Herausforderungen wie zum Beispiel die Sorge für kranke Eltern oder Sonstiges. 

Eins steht fest: Mit dem klassischen Zeitmanagement werden Sie die neuen Herausforderungen auf Dauer nicht lösen können. Ja, Sie können vielleicht eine halbe Stunde am Tag gewinnen, indem Sie Ihre Zeiten auf Facebook limitieren oder Ihre Mails zügiger bearbeiten. Doch den Durchbruch auf eine höhere Ebene schaffen Sie damit nicht. 

Aus meiner Sicht ist ein mindestens 5-facher Paradigmenwechsel nötig:

  • Neues Paradigma Nr. 1: Sie sind der CEO Ihres Unternehmens
  • Neues Paradigma Nr. 2: Produktivität beginnt beim Geschäftsmodell
  • Neues Paradigma Nr. 3: Raus aus dem Alltagsbewusstsein - Flow, Intuition und mehr
  • Neues Paradigma Nr. 4: Systeme, Automatisierung, Künstliche Intelligenz
  • Neues Paradigma Nr. 5: Das Ende der One-Man-Show: Solo-Unternehmertum als Teamsport ​

Neues Paradigma Nr. 1: Sie sind der CEO Ihres Unternehmens

Das klassische Modell von Selbstständigkeit ist auf das Tun ausgerichtet. Viele Selbstständige arbeiten nicht viel anders als vergleichbare Angestellte, nur auf eigene Faust und auf eigenes Risiko und im Zweifel mit längeren Arbeitszeiten.

Doch wenn Sie mit dem Tun beschäftigt sind, haben Sie den Kopf nicht frei, um "von oben" auf Ihr Business zu schauen. 

In größeren Unternehmen gibt es nicht umsonst einen CEO (Chief Executive Officer = die oberste Funktion in einem Unternehmen). Ein CEO blickt auf das Unternehmen als Ganzes und sorgt dafür, dass es profitabel und zukunftsfähig ist. 

Als Solopreneure werden Sie auch in Zukunft mit dem operativen Tun befasst sein. Doch gleichzeitig ist es wichtig, zum CEO Ihres Business zu werden, wie ein CEO zu denken und zu handeln. Dieser Beitrag zeigt am Beispiel des Informationsmanagements, was das bedeuten kann.

Neues Paradigma Nr. 2: Produktivität beginnt beim Geschäftsmodell

Ganz egal, welche Produktivitätsmethoden Sie bisher nutzen: Wenn Ihr Geschäftsmodell nicht produktivitätsfördernd ist, stoßen Sie damit kurz oder lang an Ihre Grenzen. Was meine ich damit? Nun zum Beispiel 

  • zu viele unterschiedliche Zielgruppen: vor allem dann, wenn diese auch noch auf ganz unterschiedlichen Marketingkanälen erreicht werden
  • zu viele unterschiedliche Produkte: vor allem dann, wenn diese keine innere Verbindung untereinander haben und wenig Synergieeffekte ermöglichen
  • zu viele kleinpreisige Angebote: denn diese erfordern oft genauso viel Aufwand im Marketing, oft auch in der Durchführung, wie hochpreisige Angebote, allerdings mit deutlich niedrigeren Erträgen.

Was ich stattdessen favorisiere für mich selbst und meine Klienten: ein durchgängiges Geschäftskonzept "aus einem Guss".

Die Premium-Positionierung mit einem Signature System ist eine gute Basis dafür. Von da aus lassen sich dann mit verhältnismäßig geringem Aufwand alle möglichen Variationen von Produkten erstellen. In diesem Artikel beschreibe ich es anhand von konkreten Beispielen.

Der Charme so eines Modells ist, dass es allen Beteiligten dient: Ihren Kunden wie auch Ihnen selbst. Und Sie setzen Ihre Ressourcen sehr klug ein und mit hoher Hebelwirkung.

Neues Paradigma Nr. 3: Raus aus dem Alltagsbewusstsein - Flow, Intuition und mehr

Unser menschliches Potenzial ist noch lange nicht erschöpft. Doch um mehr davon zu nutzen, geht es nicht einfach linear voran. Sondern es gibt faszinierende neue Entwicklungen, mit denen wir in der Lage sind, auf einen ganz neuen Level zu gelangen.

Einen Einblick in die Möglichkeiten, die uns künftig zur Verfügung stehen, bietet das Buch Stealing Fire von Steven Kotker und Jamie Wheal.

Es ist ein faszinierendes Buch und handelt davon, wie wir in neue Bewusstseinszustände (Flow) geraten und dadurch ungeahnte Potenziale freisetzen können.  

Die Autoren, beide engagiert im Flow Genome Project, haben vier wichtige Treiber identifiziert, mit denen es künftig möglich ist, Flowzustände zu erreichen:

  • Moderne Psychologie und die Human Potential Bewegung
  • Neurobiologie und die vielfältigen Verbindungen zwischen Gehirn und Körper
  • Pharmakologie und die Möglichkeiten bewusstseins-verändernder Substanzen
  • Technologie: Sounds, 3D-Erfahrungen und mehr.
Stealing Fire

Unbedingte Lese-empfehlung, wenn Sie an der weiteren Entwicklung Ihres Potenzials interessiert sind

Die neuen Erfahrungen, die dadurch möglich werden, haben vier besondere Kennzeichen: 

  • Selflessness: eine neue Perspektive auf sich selbst gewinnen, sich von außen wahrnehmen und den inneren Kritiker stummschalten
  • Timelessness: im Hier und Jetzt sein, Zeitlosigkeit erleben
  • Effortlessness: Motivation von innen heraus, so dass Arbeit sich nicht wie Arbeit anfühlt
  • Richness: erweiterte Wahrnehmung.

Neues Paradigma Nr. 4: Systeme, Automatisierung, Künstliche Intelligenz

Moderne Technik ist der beste Freund von Solopreneuren. In diesem Artikel hatte ich bereits etwas dazu geschrieben, warum ich das so sehe und wie Sie sich die Einstellung dazu und den Umgang damit erleichtern.

Dabei geht die Entwicklung rasant voran. 

Es gibt immer mehr Tools, die die Automatisierung erleichtern, ob es die Planung von Social Media Aktivitäten betrifft, die Automatisierung von E-Mails oder sonstige Aktivitäten. Hier liegt noch viel Potenzial, das gefördert werden möchte. 

Was in Zukunft vermutlich immer wichtiger werden wird, auch für Solo-Unternehmer, ist Künstliche Intelligenz (KI, auch bekannt als Artificial Intelligence oder AI). Damit ist - vereinfacht ausgedrückt - eine lernende Software gemeint, die ähnlich funktioniert wie das menschliche Gehirn. Sie geht über Automatisierung noch hinaus.

Möglicherweise nutzen Sie bereits so etwas, zum Beispiel einen digitalen persönlichen Assistenten wie Amazon Echo

Es gibt viele Prognosen, was alles dadurch möglich werden kann. Diese im Detail darzustellen,  würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Konkrete Möglichkeiten können laut diesem Artikel  zum Beispiel sein, dass Ihre Entscheidungsfindung erleichtert wird oder dass Künstliche Intelligenz vorbereitende Arbeiten übernimmt. 

Es kann aber auch sein, dass schon in wenigen Jahren Ihr Computer Ihre Stimmung erkennt und Ihnen Tipps gibt, wie Sie zum Beispiel Prokrastination überwinden. Schon jetzt kann Ellie, eine virtuelle Therapeutin, also ein Roboter, Anzeichen von Depression erkennen.

Auch für das Marketing kann Künstliche Intelligenz wichtig werden. Schon heute kann Content von Maschinen verfasst werden und das wird sicher zunehmen. Jeff Bullas sieht drei Möglicheiten des Einsatzes: Daten sammeln, sie auswerten und daraus Content generieren.

Doch selbst  wenn wir weniger futuristisch an das Thema gehen, sind Systeme für Solopreneure immer wichtiger. Unter anderem dienen sie dazu, um bei regelmäßigen Aktivitäten den Kopf zu entlasten und gleichbleibende Qualität sicher zu stellen. 

Systeme müssen nicht High-Tech sein. Manchmal sind Low-Tech-Lösungen sogar überlegen. Wichtig ist, was zu Ihnen passt.

Neues Paradigma Nr. 5: Solo-Unternehmertum als Teamsport

Schon der Begriff "Solo-Unternehmer" oder "Solopreneur" legt ja nahe, dass man "solo" arbeitet. Doch ich sage seit längerem: Das ist ein Auslaufmodell.

Das bedeutet nun nicht, dass Sie den klassischen Weg gehen und viele Angestellte anheuern müssen. Sie können ein "schlankes" Ein-Personen-Unternehmen betreiben und dennoch mit anderen kollaborieren:

  • Virtuelle Assistenten stehen flexibel zur Verfügung und ohne Belastung mit regelmäßigen fixen Kosten. Was Virtuelle Assistenten leisten können, zeigen diese Interviews von Claudia Kauscheder.
  • Coworking Spaces sind mittlerweile schon weit verbreitet, wie diese Karte zeigt. 
  • Barcamps verschiedenster Art sind eine moderne Möglichkeit, Wissen zu teilen. Ich habe erst an wenigen davon teilgenommen. Doch jedes Mal hat mich die Offenheit des Austausches beeindruckt.
  • Mastermind-Gruppen und ähnliche Zusammenschlüsse sind bei vielen Solopreneuren sehr beliebt, weil sie helfen, der Einsamkeit des Solo-Unternehmers zu entkommen, Austausch und auch Accountability zu ermöglichen. Mit Accountability ist gemeint, dass man nicht nur darüber spricht, was man vorhat, sondern auch, was davon man erreicht hat.
  • Und auch Facebook-Gruppen können sehr nützlich sein. Ich bin in etlichen Gruppen und stoße auch da oft auf freimütiges Teilen von Informationen und Erfahrungen. 

Letzten Endes denke ich, dass es nicht so sehr die konkreten Formen sind, sondern der Spirit, der dem zugrunde liegt. Nämlich sich trotz dessen, dass man sich möglicherweise auf dem Markt im Wettbewerb befindet, gegenseitig zu unterstützen.

Ich denke, dass dieser Spirit Solopreneure in Zukunft weiter bringt: Der Erfolg jedes Einzelnen ist etwas, auf dem alle aufbauen können. Aus den Flops eines Einzelnen können alle lernen.

Kollektives Lernen also sozusagen, bei dem das Teilen von Erfahrungen alle weiter bringt. 

Die Quintessenz daraus:

Um die neuen Herausforderungen für Solopreneure zu meistern, reicht das klassische Zeitmanagement nicht aus. Es ist ein Paradigmenwechsel mehrfacher Art erforderlich.

Gerade für diejenigen unter den Solopreneuren, die etwas bewirken und bewegen wollen, geht es darum, mit dem wirklich Wichtigem voranzukommen: Wert zu schaffen für die Kunden und die Gesellschaft insgesamt. Sich selbst den gewünschten Lebensstil zu ermöglichen und solide Gewinne zu erwirtschaften und ein Business zu schaffen, das auch ohne sie ertragreich  und verkaufsfähig ist.

Dazu braucht es ein Denken und Handeln wie ein CEO und ein Geschäftsmodell, das von vornherein auf Synergien und Fokussierung beruht, statt einem Bauchladen zu ähneln und Verzettelung zu fördern. Die Premium-Positionierung mit einem Signature System schafft dafür eine ideale Grundlage.

Neben der Strategie und den Systemen ist genauso wichtig, Flow zu erleben und einen guten Zugang zur Intuition zu haben. Hier sind wir als Solopreneure oft im Vorteil. Viele derjenigen in meinem Umfeld haben ein gutes Gespür dafür, was stimmig ist für sie und was nicht. Allerdings ist es nicht immer einfach, dem zu folgen, wenn "Experten" mit den Forderungen kommen "Du musst..." oder "Du darfst nicht...". Oder wenn man andere sieht und sich fragt, ob man nicht auch so arbeiten müsse wie diese.

Moderne Technik wird in Zukunft immer wichtiger. Die Einarbeitung kann durchaus Frust verursachen und mühselig sein. Doch mit der Zeit wird mehr und mehr Entlastung möglich bis hin zu Formen der Zusammenarbeit, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.

Alles das bedeutet große Umstellungen im Denken und Im Handeln, ganz abgesehen von dem, was inhaltlich zu  lernen ist. Es wird immer schwieriger, das alles auf eigene Faust zu bewältigen. Mittlerweile gibt es viele Ansätze zur Zusammenarbeit unter Solopreneuren, selbst wenn sie auf dem Markt im Wettbewerb miteinander stehen. Diese Modelle  lohnen sich, weiter verfolgt zu werden. Sie ermöglichen kollektives Lernen für alle, die daran teilnehmen. Und darüber hinaus können sie auch wegweisend sein für das Miteinander in der Gesellschaft der Zukunft.



III. Die Umsetzung in die Praxis + Einladung

So, das war ein langer Artikel. Was machen Sie nun damit? Wie können Sie das Ganze praktisch umsetzen?

Ein paar Anregungen für die ersten Schritte:

  • Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit, auch wenn es nur eine Stunde pro Woche ist, um aus der Rolle des CEO "von oben", also aus der Vogelperspektive, auf Ihr Business zu blicken. Das ermöglicht Ihnen, nicht nur die vielen Bäume zu sehen, zwischen denen Sie sich im Alltag bewegen, sondern auch den ganzen Wald.
  • Schauen Sie sich Ihr Geschäftsmodell an: Wie produktivitätsförderlich ist es? Hilft es Ihnen, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die Ihre Kunden, Sie selbst und Ihr Business wirklich weiter bringen und Ihnen ermöglichen, das zu verwirklichen, weswegen Sie angetreten sind? Oder hindert es Sie daran? Wo könnten Sie kurzfristig ansetzen, um es in die gewünschte Richtung weiter zu entwickeln? Was ist längerfristig nötig?
  • Was bringt Sie in Flow? Was bringt Sie in Verbindung mit Ihrer Intuition? Und was hindert Sie daran?
  • Systeme zu schaffen, Technik und Automatisierung zu nutzen - das alles sind längerfristige Prozesse. Wo können Sie diese Woche beginnen oder auch weiter machen? Welche wiederkehrenden Aufgaben könnten Sie dokumentieren? Welches Tool, das Sie jetzt schon nutzen, könnte Ihnen mehr dienen, wenn Sie es besser verstehen? Wo gibt es Tutorials dazu? Welche Ansatzpunkte für weitere Automatisierung sehen Sie?
  • Wie halten Sie es mit der Zusammenarbeit mit anderen? Diese lebt vom Geben und Nehmen. Wie unterstützen Sie andere mit Ihren Erfahrungen und Ihrem Wissen? Wo lassen Sie sich unterstützen?

Einladung in meine neue
Freedom Business Community

Monika Birkner Freedom Business Community

Aus der Erkenntnis heraus, dass Solo-Unternehmertum in Zukunft ein Teamsport ist, habe ich die Freedom Business Community gegründet, eine geschlossene Facebook-Gruppe, in der wir uns weiter austauschen, miteinander und voneinander lernen und gemeinsam wachsen können - jeder auf seinem Weg. Die Mitgliedschaft ist KOSTENLOS. 

Klicken Sie hier, um der Freedom Business Community beizutreten.

Bildnachweise: Pixabay

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Danke fürs Teilen:-)
Monika Birkner
 

Monika Birkner ist Strategie-Coach für Solopreneure. Am liebsten arbeitet sie mit Freigeistern und Pionieren, die ihrem eigenen Weg folgen wollen, aber mit Strategie und System. Ihr großes Ziel ist, dass möglichst viele Solopreneure ein verkaufsfähiges Business schaffen. Dazu bietet sie 1:1-Coaching, Membership-Programme und Online-Kurse. Mehr auf der Seite: https://MonikaBirknerFreedomBusiness.de

Hier klicken, um zu kommentieren 16 Kommentare
Claudia Kauscheder - 19. August 2017

Liebe Monika,

vielen Dank für diesen großartigen und gehaltvollen Artikel! Ich hätte da noch einen Paradigmenwechsel hinzuzufügen:

Üblicherweise schauen wir Solounternehmer darauf, was zu tun ist – und wenn dann noch Zeit übrigbleibt (und das tut sie selten), dann kommen wir dran.

Ich gehe immer mehr in die Richtung, dass zuerst ICH und meine Zeit kommen (wie sie verwendet wird, ist dann natürlich individuell) und dann schaue ich, was sich sonst noch ausgeht.

Seitdem läuft die Priorisierung wesentlich besser – und mir geht es auch gut dabei!

Liebe Grüße,
Claudia

Reply
    Monika Birkner - 19. August 2017

    Liebe Claudia.

    danke schön für diese Ergänzung. Ich kann damit viel anfangen. Gerade diese Woche hatte ich ein Gespräch mit einer Klientin darüber, dass es auf Dauer nicht funktioniert, sich selbst und seine eigenen Interessen ständig zurückzustellen. Schön des Öfteren habe ich gehört, dass sich dann allmählich ein geheimer Groll entwickelt. Sich erst einmal um sich selbst zu kümmern, ist in der Tat für viele ein Paradigmenwechsel. Doch ich denke, dass es ein nötiger ist.

    Herzlichen Dank dafür und viele Grüße
    Monika

    Reply
Ulrike Pilz-Kusch - 15. August 2017

Liebe Monika,
Gratulation! Danke für den sehr gehaltvollen inspirierenden und erhellenden Artikel mit den wertvollen sehr konkreten Tipps, den ich auch per Twitter verbreitet habe! Der Beitrag hat mich erleichtert und entlastet, da ich die Hintergründe für meine aktuellen Herausforderungen jetzt besser verstehe und stärker in den aktuellen Entwicklungen sehe statt in eigenem Unvermögen 😉 Es fällt mir leichter, meine eigenen Bemühungen im Business zu würdigen und den inneren Antreiber und Kritiker besser zu verstehen und mit ihm umzugehen. Danke! Und er hat mich ermutigt, mehr auf meinen inneren Kompass zu hören und mit Focusing meinem inneren Fluss zu folgen. Ich erkenne, wie wichtig es ist, Menschen die Focusing-Werkzeuge achtsamer Selbstführung an die Hand zu geben inklusive meiner Anregungen zum Ungang mit dem inneren Kritiker, Antreiber und Richter, damit sie ihre Potenziale entfalten, auf ihre Intuition und innere Weisheit hören können, um auf eine lebensförderliche und lebensbejahende Art mit den neuen Herausforderungen umzugehen statt sich zu erschöpfen und stimmige Entscheidungen in kurzer Zeit auch zu komplexen Situationen treffen zu können 😉 DANKE 🙂
Und die Community in der FB-Gruppe ist super, um sich gegenseitig zu unterstützen, diese neuen Herausforderungen zu stemmen und stimmige Kooperationen zu finden.

Reply
    Monika Birkner - 15. August 2017

    Liebe Ulrike,

    danke für deinen Kommentar und das Teilen auf Twitter. Das war einer der Gründe, warum ich diesen Beitrag geschrieben habe: Deutlich zu machen, dass sich die Rahmenbedingungen extrem verändert haben und weiter verändern. So dass man/frau nicht etwas persönlich nimmt, was zu einem großen Teil gar nicht persönlich ist.

    Deine Focusing-Werkzeuge sind sicher wichtige Schlüssel, um mit sich selbst und der eigenen Intuition mehr in Kontakt zu sein. Gerade in diesen Zeiten brauchen wir so etwas mehr und mehr.

    Herzliche Grüße
    Monika

    Reply
Christine - 14. August 2017

Herzlichen Dank für den knackigen Artikel mit Tiefgang, den ich gleich auf Twitter geteilt habe.
Ich knabbere gerade an Herausforderung 3: Business-Umbau. Und es stimmt, das braucht unglaublich viel Zeit und Energie. Außerdem hilfreiche Impulse und Austausch. Gern habe ich Dein Angebot angenommen und mich in Deiner FB-Gruppe angemeldet.
Viele Grüße
Christine

Reply
    Monika Birkner - 15. August 2017

    Liebe Christine,

    danke schön für das schöne Feedback und das Teilen auf Twitter und auch für die Anmeldung zur Gruppe. Oh ja, Business-Umbau braucht in der Tat sehr viel Zeit und Energie. Ich vergleiche es gern mit dem Umbau eines Hauses. Manchmal ist ein Neubau einfacher als der Umbau. Doch auch der Umbau lässt sich bewältigen. Ich hoffe, dass wir in der Gruppe zu einem guten Austausch gelangen.

    Herzliche Grüße
    Monika

    Reply
David Goebel - 12. August 2017

Hallo Monika,

Wow, dein Artikel ist großartig. Du beleuchtest das Aussen und das Innen und bietest Lösungen an.

Ich werde die Auszeit im Sommer nutzen um für 2 neue Segmente ein Geschäftsmodell zu zeichnen.

SinnSTIFTende Grüße
David

Reply
    Monika Birkner - 13. August 2017

    Hallo David,

    danke schön für das Feedback. Die Idee, ein Geschäftsmodell zu zeichnen, finde ich klasse!

    Herzliche Grüße
    Monika

    Reply
Katharina Hock - 11. August 2017

Liebe Monika,
dein Artikel spricht mich sehr an. Ich merke genau das auch in meinem eigenen Business. Es gibt viele Aufgaben und diese alleine zu erledigen ist nicht immer ganz einfach.
Mein erster Versuch mir eine virtuelle Assisstenz mit ins Boot zu holen, hat leider nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Deshalb versuche ich nun meine Prozesse weiter zu automatisieren, damit wieder ein paar Ressourcen frei werden.

Liebe Grüße
Katha

Reply
    Monika Birkner - 13. August 2017

    Liebe Katharina,

    damit es mit virtueller Assistenz gut funktioniert, müssen eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein und auch die Arbeitsweisen müssen zueinander passen. Wenn es beim ersten Anlauf noch nicht geklappt hat, lass dich davon nicht entmutigen. Unabhängig davon lohnt es sich, Prozesse zu automatisieren. Auch die Zusammenarbeit mit einer virtuellen Assistenz kann dadurch positiv beeinflusst werden. Gutes Vorankommen!

    Herzliche Grüße
    Monika

    Reply
Kevin Fiedler - 10. August 2017

Hallo Monika,

danke für diesen tollen Artikel und die Gedankenanstöße darin. Die „neuen“ Herausforderungen sind nicht so leicht, finde ich aber dennoch wirklich sehr spannend, weil es halt so viele tolle Möglichkeiten gibt. Man muss die richtige für sich finden, und vor allem die finden, die für einen funktioniert. Die Zielgruppe einschränken hat mir dabei extrem geholfen und wirklich ALLES andere vereinfacht.

Danke nochmal. Toller Artikel.
Kevin

Reply
    Monika Birkner - 13. August 2017

    Hallo Kevin,

    danke für dein Feedback. Ja, die vielen Möglichkeiten machen es nicht einfach. Die Zielgruppe einzuschränken, kann in der Tat ein guter Weg sein. Doch gerade das fürchten viele wie der Teufel das Weihwasser:-). Wie ist es dir gelungen, diesen Schritt zu tun?

    Herzliche Grüße
    Monika

    Reply
Detlef Krause - 9. August 2017

Vielen Dank, Frau Birkner, für den Beitrag, der auch meine Empfindungen widerspiegelt. Insbesondere Ihre Herausforderung 4 (Zitat: Neue Gesetze erfordern andere Vorgehensweisen.“) dürfte viele Solopreneure vor noch ungeahnte Schwierigkeiten stellen. Spätestens wenn Ende Mai 2018 die neue Datenschutzverordnung in Kraft tritt.

Das „Freebie“-Modell, Geschenke zum Aufbau von Newsletter-Listen, dürfte dann komplett zum Erliegen kommen (Siehe Beitrag von RA Schwenke: https://drschwenke.de/risikominderung-im-e-mail-marketing-einwilligungen-rechtssicher/).

Da müssen neue, rechtssichere Wege gefunden werden, denn auch die Nutzung von US-E-Mail-Services wie activecampaign, mailchimp o. ä. mit ihren Tagging-Funktionen dürften dann neu bewertet werden müssen.

Ihnen viel Erfolg mit der neuen Facebook-Gruppe mit besten Grüßen vom Texter-Schreibtisch

Detlef Krause

Reply
    Monika Birkner - 13. August 2017

    Lieber Herr Krause,

    herzlichen Dank für Ihren Kommentar und die Hinweise. Mit solchen Themen müssen sich natürlich alle Unternehmen auseinandersetzen. Doch größere Unternehmen haben dafür Spezialisten. Für Solopreneure kommen diese Themen immer „on top“ zu all den anderen Aufgaben. Informationen wie die von Ihnen genannte sind dabei hilfreich.

    Herzliche Grüße
    Monika Birkner

    Reply
Gregor Heise - 9. August 2017

Hallo Monika!

Ein sehr gelungener Artikel wie ich finde. Eine Menge an wichtigen Impulsen, wie ich finde.
Da ich mich seit mehr als 20 Jahren mit Zeit- und Selbstmanagement beschäftige stimme ich dir in dem Punkt ganz besonders zu, dass es mit „herkömmlichem“ Zeitmanagement nicht getan ist. Der Schlüssel liegt keines Erachtens in der Selbstführungskompetenz. Peter Drucker meinte ja einmal, dass eine Führungskraft nur eine Person führen muss: sich selbst! Das ist eine Aussage, der ich zu 100% zustimme. Um Selbstführungskompetenz zu erlangen sind viele deiner Fragen und Haltungen, die du ansprichst sehr wichtig. Dazu kommen muss jedenfalls noch die Fähigkeit, sich selbst zu steuern. Die dahinterliegenden psychischen Prozesse lassen sich heute schon gut verstehen und messen – gerade die Aspekte, die durch reines Nachdenken nicht gut zu erreichen sind (z.B. unbewusste Motive, Emotionen).
Damit beschäftige ich mich in meinen Seminaren und Coachings. Wäre ja mal interessant, sich über allfällige Synergien auszutauschen.

Liebe Grüße

Gregor

Reply
    Monika Birkner - 9. August 2017

    Hallo Gregor,

    danke schön für das Feedback und den Hinweis auf die Selbstführungskompetenz. Gerade für Solopreneure finde ich das mindestens ebenso wichtig wie für Führungskräfte. Denn es hängt ja ganz viel von der eigenen Person ab. Und gerade die vielen Herausforderungen, die es schon heute gibt und die künftig noch mehr eine Rolle spielen werden, machen die Selbstführung umso wichtiger.

    Über einen weiteren Austausch würde ich mich sehr freuen.

    Herzliche Grüße
    Monika

    Reply

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